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Quarks & Co
Sendung vom 08. April 2003
Die Regentropfen-Zählmaschine zum Selberbauen
Weltweit wird in über 10.000 Wetterstationen täglich
die Regenmenge gemessen. Dabei sind die vielen privaten
Wetterstationen, die es zum Beispiel an Schulen gibt, nicht einmal
mitgezählt.
Will man seine eigene Wetterstation aufbauen, kann man sich
natürlich einen Regenmesser kaufen. Die einfachen und
preiswerten Regenmesser haben aber einen großen Nachteil: Die
Regenmenge muss vom Wettermann oder von der Wetterfrau
persönlich abgelesen und ausgeleert werden. Denn diese
Regenmesser bestehen aus einem Trichter, der den Regen in ein
Messgefäß leitet. Gibt es Frost, besteht außerdem
die Gefahr, dass das Messgefäß platzt. Deshalb hat Kai
Stannigel für "Jugend forscht" eine automatisierte
Regentropfen-Zählmaschine entwickelt. Der ehemalige
Schüler des Theodor Fliedner Gymnasiums in Düsseldorf hat
Quarks & Co die Bauanleitung zur Verfügung
gestellt.
Der Regen wird in einem Glastrichter gesammelt. Die Tropfen fallen vom Ausguss des Trichters durch eine Lichtschranke. Die Lichtschranke besteht aus einer Lichtquelle, die auf einen Lichtempfänger strahlt. Immer wenn ein Regentropfen den Lichtstrahl unterbricht, gibt die Lichtschranke ein elektronisches Signal. Die Signale werden gezählt. Nach der Eichung des Regenmessers kann aus der Anzahl der Signale die Regenmenge berechnet werden.
Glastrichter mit 5-10 cm Durchmesser
Silikonspray
Sperrholz
Von innen schwarz lackiertes Rohr, ca. 1 cm Durchmesser und ca. 5 cm
lang
Lichtschranke oder Drehzahlmesser (erhältlich im
Elektrohandel)
Den Ausguss des Trichters im Winkel von 45o biegen, wie es in
der Abbildung gezeigt ist.
Den Trichter mit Silikonspray einsprühen, damit am Glas keine
Regentropfen hängen bleiben. Am Ausguss eine Abtropfkante aus
Silikon anbringen.
Ein geeignetes Gehäuse zum Beispiel aus Sperrholz bauen; siehe
Abbildung.
Unter den Ausguss des Trichters das Rohr montieren. Oben und
unten eine Öffnung bohren, so dass die Tropfen durch das Rohr
fallen.
Die Lichtschranke so an das Rohr anbringen, dass die Lichtquelle
auf der einen Seite liegt und der Lichtempfänger auf der
anderen Seite. Benutzt man einen Drehzahlmesser, hat man den
Zähler gleich mit dabei.
Fertig!
Wie viele Tropfen welcher Regenmenge entsprechen, hängt von der jeweiligen Trichter- und Tropfengröße ab. Also muss der Regenmesser zunächst geeicht werden. Dafür wird als erstes die Trichteröffnung berechnet - mit der Formel zur Berechnung einer Kreisfläche:
Dann wird ein Milliliter Wasser so langsam in den Trichter
geschüttet, dass sich am Ausguss Tropfen bilden. Die Tropfen
werden mit dem Regenmesser gezählt. Mit der Formel
Eichfaktor = 1 ml /
Fläche der Trichteröffnung / Zahl der Tropfen x 10
wird die Regenmenge berechnet, die einem gezählten Tropfen
entspricht. Mit dem Faktor "10" erhält man die
übliche Einheit "Liter pro Quadratmeter" (l /m2), in der Regen gemessen
wird. Manchmal findet man als Einheit zur Regenmessung auch
"Millimeter". Da ein Liter einem tausendstel Kubikmeter
entspricht, ist 1 l/m2 = 1 mm.
Jetzt ist die Regentropfen-Zählmaschine geeicht. Zählt
man mit dem Regenmesser die Zahl der Tropfen und multipliziert sie
mit dem berechneten Eichfaktor, erhält man die Regenmenge in
der Einheit l/m2.
Michael Fuhs
Stand: 08.04.2003
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