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Quarks & Co
Sendung vom 22. April 2003
Wie aus dem Ei ein Küken wird
Damit aus dem frisch gelegten Ei ein Küken wird, muss es fleißig bebrütet werden. Drei Wochen lang sitzt die Henne auf dem Ei und sorgt für eine Temperatur von 37 - 38° C. Was aber passiert in dem Ei während dieser Zeit?
Schon am ersten Tag nach der Befruchtung bildet sich um die
Keimscheibe herum ein Blutgeflecht, das den
Embryo mit Nährstoffen aus dem Dotter
versorgt. Diese Blutgefäße werden immer dichter. Am
dritten Tag hat sich ein funktionstüchtiges Herz entwickelt.
Drei Tage später sind auch die meisten anderen Organe
angelegt. Außerdem können wir schon die Gliedmaßen
erkennen: Allerdings wirkt der Kopf mit den riesigen Augen im
Verhältnis zum Körper noch recht groß. Der kleine
Embryo wächst und wächst. Seine Füße und
Flügel können wir am zehnten Tag erkennen und einen Tag
später sogar die Poren, aus denen bald die Federn
sprießen.
Der Embryo muss nun vor allem größer werden, denn er füllt noch nicht einmal die Hälfte des Eis aus. Mit jedem Tag wächst er, bis er am 14. Tag so groß ist wie das Ei. Um sich Platz zu verschaffen durchsticht er nach ein paar Tagen die Ei-Membran und deponiert Kopf und Schnabel in der Luftkammer. Die Lungen fangen jetzt an zu arbeiten und der Embryo nimmt die Gluckslaute seiner Mutter wahr. Ab dem 19. Bruttag ist die Entwicklung beendet und der Dotter fast aufgebraucht. Das Küken zieht ihn - bevor es schlüpft - durch den Nabel ein. So hat es die ersten 24 Stunden nach dem Schlüpfen ausreichend Nahrung.
Dann ist es endlich so weit: Am 19. oder 20. Tag schlüpft das Küken. Aber das ist gar nicht so leicht, denn in dem Ei ist kaum mehr Platz für Bewegung: Das Küken hebt den Kopf und dreht ihn so, dass es mit seinem Ei-Zahn ein Loch in die Schale picken kann. Dann dreht es den Kopf und hackt die Schale kreisförmig ein. Das dauert einige Stunden und das Küken muss wegen der schweren Arbeit oft lange Pausen einlegen. Schließlich stemmt es sich von innen gegen die Schale und hebt mit dem Kopf den Deckel ab.
Übrigens verabreden sich die Küken eines Geleges mittels Piepsen zum gemeinsamen Schlüpfen: Im Laufe eines Tages erblicken alle Küken das Licht der Welt. Die Glucke schaut dabei nur zu.
Judith König
Stand: 16.05.2007
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