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Quarks & Co
Sendung vom 22. April 2003
Nährstoffwunder Ei
"Das weiß ein jeder, wer's auch sei - gesund
und stärkend ist das Ei."
Dass das Hühnerei ein tolles Lebensmittel ist, das wusste also
schon Wilhelm Busch, von dem dieses Zitat stammt. Handlich in
einzelne Portionen verpackt, enthält das Ei vor allem
wertvolle Eiweiße, etwas Fett und kaum Kohlenhydrate. Bis auf
das Vitamin C findet man in Eigelb und -weiß alle anderen
Vitamine, Eisen und viele Mineralstoffe. Darüber hinaus halten
so genannte Lysozyme und andere antibakteriell wirkende
Eiweiße das Ei mindestens drei Wochen frisch.
Die so genannte "biologische Wertigkeit" von
Eiweiß wird in Prozenten ausgedrückt. Diese Angabe
entspricht der Menge Körpereiweiß, die aus
100 g Lebensmitteleiweiß aufgebaut
werden kann. Beim Ei lautet die Zahl: 94 %. Das heißt, dass
der menschliche Körper die Eiweiße aus dem Ei fast
vollständig für sich zum Aufbau von eigenen
Eiweißen nutzen kann.
Die Kombination verschiedener Lebensmittel kann die Wertigkeit
sogar noch steigern. Wer Spiegelei mit Kartoffelbrei zu sich nimmt,
ergänzt die tierischen Eiweiße des Eis mit den
pflanzlichen der Kartoffel zu etwa 130 %. Aus 100 g dieser Mahlzeit
kann der menschliche Körper also 130 g Körpereiweiß
aufbauen.
Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts galt das Ei als
wertvolles und nahrhaftes Lebensmittel. Ein tierisches Produkt, das
man - wie Milch - gewinnen kann, ohne das Tier zu töten. Doch
dann brachte es sein hoher Gehalt an Cholesterin in Verruf. Noch
heute haben viele ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihr
Frühstücksei essen, oder gar auf ein zweites Appetit
haben. Denn Cholesterin im Blut soll die Adern verstopfen und stand
lange in Verdacht, der wichtigste Auslöser für
Herzinfarkt zu sein. Heute weiß man allerdings, dass die
Gleichung:
Ei = viel Cholesterin = hoher Cholesterinspiegel im Blut =
Herzinfarkt
nicht mehr gilt. Denn viele andere Faktoren spielen bei der
Verengung und Verstopfung der Adern eine Rolle. Blutdruck,
Körpergewicht, Rauchen, Bewegung, Geschlecht, Alter, einige
Entzündungsstoffe und eben der Cholesterinspiegel im Blut.
Wo die kritische Grenze für die Cholesterinkonzentration liegt, weiß auch heute, nach Jahrzehnten intensiver Forschung, niemand genau. So gelten bei manchen Naturvölkern 120 Milligramm Cholesterin in 100 Milliliter Blut als normal. In Mitteleuropa werden solche Werte bereits als gefährlich niedrig angesehen. Hierzulande hat ein gesunder 20-Jähriger rund 200 Milligramm Cholesterin in 100 Milliliter Blut. Dieser Wert steigt auf mehr als 250 Milligramm bei einem 60-Jährigen.
Drei gute Gründe, warum man vor Eiern keine Angst haben
muss:
Große Studien zeigen keinen Zusammenhang zwischen
Eierkonsum und Herzinfarktrisiko.
Der gesunde Körper regelt seinen Cholesterinspiegel ganz
von allein.
Eier enthalten einen Stoff, der das Cholesterin bindet.
Die Entwarnung gilt nicht, wenn Sie zuckerkrank sind oder an
einer Fettstoffwechselstörung leiden.
Auch wenn Sie bereits einen Herzinfarkt hatten, sollten Sie etwas
vorsichtiger sein und es bei 2-3 Eiern in der Woche belassen.
Angela Bode
Stand: 16.05.2007
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