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Quarks & Co
Sendung vom 20. Mai 2003
Prüfen Sie Ihre Rechts- und Links-Vorlieben
Wir möchten ein kleines Experiment mit Ihnen machen. Kennen Sie eigentlich Ihre Rechts- und Links-Vorlieben? Die gibt es übrigens nicht nur in Bezug auf Ihre Hände, sondern auch bei Füßen, Augen und bei Ihrer Kopfneigung. Für unser Experiment brauchen Sie folgende Gegenstände: Ein Taschentuch, eine Schere, ein Blatt Papier, möglichst Din A4, eine Streichholzschachtel mit Streichhölzern und ein bisschen Phantasie...
Legen Sie das Taschentuch vor sich auf den Boden. Versuchen Sie
jetzt, es mit den Zehen zu greifen. Sie haben 8 Sekunden
Zeit.
Welchen Fuß haben Sie benutzt?
den rechten Fuß
den linken Fuß
Es geht weiter mit Ihren Augen.
Unser Versuch geht weiter. Falten Sie das Blatt Papier einmal und
schneiden Sie in der Mitte ein Loch hinein. Fixieren Sie durch das
Loch einen Gegenstand im Zimmer. Schließen Sie jetzt einmal
das rechte, und dann das linke Auge und achten Sie darauf, was mit
dem Gegenstand passiert.
Bei einem Auge springt der Gegenstand aus dem Bild.
Beim rechten Auge
Beim linken Auge
Jetzt ist Ihr Kopf an der Reihe.
Schließen Sie die Augen. Jetzt ist Ihre Phantasie gefragt.
Stellen Sie sich vor , Sie küssen jemand leidenschaftlich.
Dafür haben Sie wieder 8 Sekunden Zeit.
In welche Richtung neigen Sie Ihren Kopf?
eher nach rechts
eher nach links
Zum Schluss: die Hände.
Zünden Sie einen Streichholz an.
Sie haben 8 Sekunden Zeit.
In welcher Hand halten Sie die Schachtel?
In der rechten Hand
In der linken Hand
Sie teilen Ihre Vorliebe für den rechten Fuß mit der
Mehrheit.
Die meisten von Ihnen werden den rechten genommen haben.
Verhaltensbiologen haben herausgefunden, dass es zweimal mehr
Rechtsfüßer als Linksfüßer gibt. Die meisten
bevorzugen also den rechten Fuß zum Beispiel am Beginn
einer Treppe oder beim Tritt gegen den Fußball.
Die Fixierung mit dem linken Auge teilen Sie mit einer
Minderheit.
Das Auge bei dem der Gegenstatnd nicht gesprungen ist, ist
Ihr bevorzugtes. Bei den meisten ist es das rechte. An Tauben haben
Wissenschaftler das Phänomen untersucht. Wie alle Wirbeltiere
drehen Taubenembryos den Kopf am liebsten nach rechts. Das Licht
das durch die Eischale fällt, stimuliert also
hauptsächlich das rechte Auge. Der Lichteinstrahl macht das
junge Vogelhirn asymmetrisch und dadurch können weitere
Links-Rechts-Unterschiede entstehen.
Auch diese Vorliebe ist mehrheitsfähig.
Wissenschaftler haben Paare zweieinhalb Jahre lang beim Küssen
beobachtet - an den verschiedensten Orten. Sie stellten fest, dass
64 Prozent der Paare den Kopf dabei nach rechts neigen. Einige
Wissenschaftler glauben, dass diese Rechtsvorliebe schon früh
angelegt ist. Auch menschliche Embryos drehen den Kopf bis zum 3.
Monat häufig nach rechts.
Sie gehören zur kleineren Gruppe. Das Verhältnis von
Rechts- zu Linkshändern ist ca. 8:1.
Die Hand, mit der Sie das Streichholz gehalten haben, ist in der
Regel Ihre bevorzugte. Wissenschaftler vermuten auch bei der
Händigkeit einen Zusammenhang zur Kopfhaltung. Neugeborene,
die den Kopf besonders oft nach rechts drehen, bevorzugen auch die
rechte Hand. Vielleicht nehmen sie durch die Rechtsdrehung des
Kopfes die rechte Körperhälfte stärker wahr und
benutzen sie deshalb häufiger.
Stand: 20.05.2003
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