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Quarks & Co
Sendung vom 10. Februar 2004
Von Männern und Frauen, Asiaten und Europäern
Alkohol wirkt bei jedem Menschen anders. Selbst ein und derselbe Mensch reagiert, je nach Tagesform oder Ernährung, unterschiedlich auf die gleiche Menge Alkohol. Neben Körperbau und genetischer Veranlagung spielt auch noch die jeweilige Stimmungslage und die Umgebung eine entscheidende Rolle.
Männer vertragen mehr als Frauen. Die biologische Antwort
auf dieses Phänomen liefert der unterschiedliche
Körperbau von Männern und Frauen. Frauen haben einen
höheren Anteil an Körperfett als Männer. Alkohol
löst sich nur in den wässrigen Bestandteilen des
Körpers. Männer haben somit ein größeres
Wasservolumen, in dem sich der Alkohol verteilt. Bei Frauen ist das
Wasservolumen kleiner – der Alkohol ist stärker
konzentriert.
Deshalb haben Frauen bei gleicher Trinkmenge einen höheren
Blutalkoholspiegel. Ärzte raten Frauen deshalb, nur halb so
viel zu trinken wie Männer.
Achtzig Prozent der Asiaten teilen ein Problem: Sie vertragen Alkohol sehr schlecht. Schon nach dem Genuss kleinster Mengen bekommen sie einen roten Kopf, ihnen wird übel und schwindelig.
Diese Asiaten haben ein Enzym in der Alkohol-Abbaukette, das anders arbeitet als das der meisten Europäer. Normalerweise beseitigt es das sehr giftige Zwischenprodukt Acetaldehyd schnell. Doch das Enzym der Asiaten arbeitet genetisch bedingt langsamer und es kommt zu größeren Konzentrationen des Gifts im Körper. Es weitet die Adern – daher der rote Kopf. Der Körper wehrt sich dagegen mit Übelkeit. So wird das Alkoholtrinken zur Qual. Dementsprechend gering ist unter Asiaten Alkoholismus verbreitet. Einige Therapie-Medikamente für Alkoholiker arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Das Medikament sorgt dafür, dass Acetaldehyd langsamer abgebaut wird.
In nüchterner Umgebung scheint Alkohol weniger stark zu wirken als in der Kneipe mit Freunden. Aber nicht nur die Situation ist wichtig, sondern auch das Wissen, Alkohol zu trinken. Studien berichten, dass Probanden sich betrunken fühlten, obwohl kein Alkohol in ihren Gläsern war. Bei Reaktionsfähigkeitstests schnitten sie dennoch gut ab. Aber die Probanden glaubten weiterhin, betrunken zu sein. Und das, obwohl sie keinen einzigen Tropfen Alkohol im Blut hatten...
Marion Kerstholt
Stand: 10.02.2004