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Von Männern und Frauen, Asiaten und Europäern

  • SendeterminDienstag, 10. Februar 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .
Foto: Nahaufnahme von Weinflaschen im Lagerregal; Rechte: Mauritius
Images
Alkohol wirkt sehr verschieden.

Alkohol wirkt bei jedem Menschen anders. Selbst ein und derselbe Mensch reagiert, je nach Tagesform oder Ernährung, unterschiedlich auf die gleiche Menge Alkohol. Neben Körperbau und genetischer Veranlagung spielt auch noch die jeweilige Stimmungslage und die Umgebung eine entscheidende Rolle.

Wer verträgt mehr?

Grafik: Siluetten von einem Mann und einer Frau in der jeweils der
prozentuale Körperfettanteil angegeben ist; Rechte: WDR-TV
Frauen haben weniger Wasser im Körper und mehr Fett - hier 26 Prozent. Alkohol ist bei ihnen deshalb stärker konzentriert

Männer vertragen mehr als Frauen. Die biologische Antwort auf dieses Phänomen liefert der unterschiedliche Körperbau von Männern und Frauen. Frauen haben einen höheren Anteil an Körperfett als Männer. Alkohol löst sich nur in den wässrigen Bestandteilen des Körpers. Männer haben somit ein größeres Wasservolumen, in dem sich der Alkohol verteilt. Bei Frauen ist das Wasservolumen kleiner – der Alkohol ist stärker konzentriert.

Deshalb haben Frauen bei gleicher Trinkmenge einen höheren Blutalkoholspiegel. Ärzte raten Frauen deshalb, nur halb so viel zu trinken wie Männer.

Asiatisches Problem

Foto: Asiaten vor Gläsern mit Wodka-Orange; Rechte: WDR-TV
Achtzig Prozent der Asiaten verarbeiten Alkohol anders. Ein Enzym ist schuld

Achtzig Prozent der Asiaten teilen ein Problem: Sie vertragen Alkohol sehr schlecht. Schon nach dem Genuss kleinster Mengen bekommen sie einen roten Kopf, ihnen wird übel und schwindelig.

Diese Asiaten haben ein Enzym in der Alkohol-Abbaukette, das anders arbeitet als das der meisten Europäer. Normalerweise beseitigt es das sehr giftige Zwischenprodukt Acetaldehyd schnell. Doch das Enzym der Asiaten arbeitet genetisch bedingt langsamer und es kommt zu größeren Konzentrationen des Gifts im Körper. Es weitet die Adern – daher der rote Kopf. Der Körper wehrt sich dagegen mit Übelkeit. So wird das Alkoholtrinken zur Qual. Dementsprechend gering ist unter Asiaten Alkoholismus verbreitet. Einige Therapie-Medikamente für Alkoholiker arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Das Medikament sorgt dafür, dass Acetaldehyd langsamer abgebaut wird.

Die Macht der Vorstellung

In nüchterner Umgebung scheint Alkohol weniger stark zu wirken als in der Kneipe mit Freunden. Aber nicht nur die Situation ist wichtig, sondern auch das Wissen, Alkohol zu trinken. Studien berichten, dass Probanden sich betrunken fühlten, obwohl kein Alkohol in ihren Gläsern war. Bei Reaktionsfähigkeitstests schnitten sie dennoch gut ab. Aber die Probanden glaubten weiterhin, betrunken zu sein. Und das, obwohl sie keinen einzigen Tropfen Alkohol im Blut hatten...

:

Marion Kerstholt

Stand: 10.02.2004


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