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Quarks & Co
Sendung vom 30. März 2004
Was ist Schmerz?
Immer wieder kann man lesen: Schmerz findet im Kopf statt. Aber wo auch sonst? Schmerz ist mehr als eine rein körperliche Empfindung. Das Gefühl Schmerz entsteht im Gehirn. Dessen raffinierte Nervenverbindungen sind in der Lage, die unzähligen Informationen unter einen Hut zu bringen: Wo tut es weh? Wie sehr tut es weh? Was kann ich tun, damit der Schmerz nachlässt?
Tagesform für Schmerz: Für Zahnschmerzen sind wir
nachts am empfindlichsten. Tagsüber steigt die Schmerzschwelle
an, bis uns die Zahnschmerzen nachmittags am wenigsten anhaben
können.
Jeder Mensch empfindet Schmerz anders. Ein entzündeter
Blinddarm fühlt sich für jeden verschieden an. Und sogar
ein und der selbe Mensch hat eine Art Tagesform für Schmerz.
Was einen heute kalt lässt, kann morgen quälen. Denn
Schmerz empfinden funktioniert nicht losgelöst von anderen
Gefühlen. Wer glücklich ist, leidet weniger. Und
Depression und Schmerz können in einem Teufelskreis enden.
Anscheinend, ja. Auf jeden Fall reagieren sie sensibler auf
schmerzhafte Reize. Wie so oft hat das mit den Hormonen zu tun.
Dabei spielen anscheinend mehrere – teilweise
widersprüchlich erscheinende – Zusammenhänge eine
Rolle:
Die weiblichen Östrogene erhöhen den Wassergehalt des
Körpers. Das merken Frauen im Laufe des Zyklus am Stand ihrer
Personenwaage. Je mehr Östrogen in den Adern zirkuliert, desto
mehr Wasser wird eingelagert und um so mehr wiegt sie. Auch in
ihrer Haut ist mehr Wasser, als bei Männern. Damit steigt
deren elektrische Leitfähigkeit und Empfindlichkeit.
Außerdem schwankt die Menge körpereigener Opiate, der
Endorphine, im Laufe des Zyklus. Je mehr Östrogen, desto mehr
Endorphine im Blut und um so weniger schmerzempfindlich ist eine
Frau.
Gegen Ende einer Schwangerschaft steigt der Progesteron- und
Östrogenspiegel und mit ihm die Schmerzschwelle. Auch das
"Zufriedenheitshormon" Oxytocin fließt zur Geburt
in den Adern. Zum Glück: Das alles macht die Geburtsschmerzen
erträglicher.
Außerdem ist das Gefühlszentrum bei Frauen während
der Schmerzverarbeitung aktiver als bei Männern; die gehen
Schmerzen eher analytisch an.
Stand: 30.03.2004
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