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Was ist Schmerz?

  • SendeterminDienstag, 30. März 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

Grafik: Schmerzskala
Schmerz lässt sich nicht messen, aber auf einer solchen Skala kann der Patient die Intensität angeben.

Immer wieder kann man lesen: Schmerz findet im Kopf statt. Aber wo auch sonst? Schmerz ist mehr als eine rein körperliche Empfindung. Das Gefühl Schmerz entsteht im Gehirn. Dessen raffinierte Nervenverbindungen sind in der Lage, die unzähligen Informationen unter einen Hut zu bringen: Wo tut es weh? Wie sehr tut es weh? Was kann ich tun, damit der Schmerz nachlässt?

Grafik: Eine Kurve zeigt die Stärke des Schmerzes über
den Tag an.
Schmerz im Tagesverlauf

Tagesform für Schmerz: Für Zahnschmerzen sind wir nachts am empfindlichsten. Tagsüber steigt die Schmerzschwelle an, bis uns die Zahnschmerzen nachmittags am wenigsten anhaben können.

Jeder Mensch empfindet Schmerz anders. Ein entzündeter Blinddarm fühlt sich für jeden verschieden an. Und sogar ein und der selbe Mensch hat eine Art Tagesform für Schmerz. Was einen heute kalt lässt, kann morgen quälen. Denn Schmerz empfinden funktioniert nicht losgelöst von anderen Gefühlen. Wer glücklich ist, leidet weniger. Und Depression und Schmerz können in einem Teufelskreis enden.

Von der Verletzung bis zum Gefühl: Schmerzleitung

Schmerzleitung
Foto: verletze Fingerkuppe

Anscheinend, ja. Auf jeden Fall reagieren sie sensibler auf schmerzhafte Reize. Wie so oft hat das mit den Hormonen zu tun. Dabei spielen anscheinend mehrere – teilweise widersprüchlich erscheinende – Zusammenhänge eine Rolle:

Die weiblichen Östrogene erhöhen den Wassergehalt des Körpers. Das merken Frauen im Laufe des Zyklus am Stand ihrer Personenwaage. Je mehr Östrogen in den Adern zirkuliert, desto mehr Wasser wird eingelagert und um so mehr wiegt sie. Auch in ihrer Haut ist mehr Wasser, als bei Männern. Damit steigt deren elektrische Leitfähigkeit und Empfindlichkeit.

Außerdem schwankt die Menge körpereigener Opiate, der Endorphine, im Laufe des Zyklus. Je mehr Östrogen, desto mehr Endorphine im Blut und um so weniger schmerzempfindlich ist eine Frau.

Gegen Ende einer Schwangerschaft steigt der Progesteron- und Östrogenspiegel und mit ihm die Schmerzschwelle. Auch das "Zufriedenheitshormon" Oxytocin fließt zur Geburt in den Adern. Zum Glück: Das alles macht die Geburtsschmerzen erträglicher.

Außerdem ist das Gefühlszentrum bei Frauen während der Schmerzverarbeitung aktiver als bei Männern; die gehen Schmerzen eher analytisch an.

Stand: 30.03.2004


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