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Jahrringanalyse: Dendrochronologie

  • SendeterminDienstag, 27. April 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

Im Botanischen Institut der Universität Hohenheim lagern über 40.000 Holzproben. Jede einzelne von ihnen ist Bestandteil eines ganz besonderen Kalenders: des Süddeutschen Jahrringkalenders. Er reicht mehr als 14.000 Jahre in die Vergangenheit und ist die Grundlage für eine der zuverlässigsten Datierungsmethoden innerhalb der Archäologie, der Dendrochronologie.

Ihr Prinzip ist denkbar einfach. Es basiert auf dem speziellen Wachstumsverhalten von Bäumen. Denn Bäume produzieren je nach Witterung unterschiedlich breite Jahrringe. Auf diese Weise entsteht im Laufe des Baumwachstums eine charakteristische Abfolge von Jahrringen. Bäume der gleichen Art aus derselben Region haben eine ähnliche Jahrringabfolge ... Die Hohenheimer Forscher entdeckten bei unterschiedlich alten Holzproben aus dem süddeutschen Raum Überschneidungen in ihren Jahrringabfolgen. Durch das Aneinanderreihen von Hölzern, deren Jahrringabfolgen sich überschneiden, haben die Hohenheimer es geschafft, einen Kalender herzustellen, der lückenlos sage und schreibe 12.480 Jahre in die Vergangenheit reicht – also bis an das Ende der letzten Eiszeit!

Jedes beliebige Holzstück kann man nun mit dem Süddeutschen Jahrringkalender vergleichen und auf diese Weise genauestens datieren – vorausgesetzt, es verfügt über eine ausreichende Anzahl messbarer Jahrringe. So können Archäologen zum Beispiel die Holzbalken einer römischen Brücke – und damit auch den Bau der Brücke selbst – fast bis auf das Jahr genau bestimmen. Die Dendrochronologen treiben die Forschung noch auf die Spitze: Bei einem besonders gut erhaltenem Holz können sie das Fälldatum des Baumes nicht nur auf das Jahr genau bestimmen, sondern auch feststellen, ob es in der ersten oder zweiten Jahreshälfte lag: "in der ersten Hälfte des besonders kühlen Jahres 2312 vor Christus".

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Jo Siegler

Stand: 27.04.2004


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