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Quarks & Co
Sendung vom 11. Mai 2004
Der kopierte Mensch
Seit südkoreanische Forscher Anfang 2004 weltweit erstmals
Stammzellen aus einem geklonten Embryo gewinnen konnten, scheint
der Traum vom Baukasten Mensch näher zu rücken. Mit Hilfe
des sogenannten therapeutischen Klonens hoffen Forscher in aller
Welt, Gewebe mit passenden Erbmerkmalen zu gewinnen, das nicht vom
Patienten abgestoßen wird. So wollen sie Krankheiten wie
Parkinson oder Diabetes heilen.
Gleichzeitig haben die Nachrichten aus Korea die Klon-Debatte neu
entfacht. Die meisten Politiker fordern ein totales Klon-Verbot.
Viele Wissenschaftler äußern sich interessiert an einem
universellen menschlichen Ersatzteillager. Der Rest der
Bevölkerung fragt sich: Was sind eigentlich embryonale
Stammzellen und warum sind sie so begehrt? Und worin unterschieden
sich therapeutisches und reproduktives Klonen?
Quarks & Co will Klarheit in den Begriffs-Wirrwarr
bringen und die Nutzen und Gefahren dieser "schönen
heilen Welt" aufzeigen. Was kann passieren, wenn Ärzte
der Natur "ins Handwerk pfuschen"? Wie sieht eigentlich
die Gesetzeslage aus? Mit welchen Methoden arbeiten die Forscher?
Quarks & Co hat die Wissenschaftler an der
Universität von Seoul besucht, wo der erste menschliche Embryo
geklont wurde. Was in Europa undenkbar wäre, wird hier im ganz
großen Stil durchgeführt: Klonen von Lebewesen am
Fließband.
Die Züchtung eines kompletten "Designer-Menschen",
also eines identischen Klons, ist bisher noch eine Vision –
auch wenn die Sekte der Raelianer oder der italienische
Gynäkologe Severino Antonori behaupten, es gäbe heute
bereits Klonbabys. Theoretisch ist Klonen einfach. Doch bei Tieren
hat man gesehen, dass das Reproduzieren identischer Nachkommen
nicht so glatt läuft, wie Forscher es wünschen So
brauchten die Forscher im Fall des Klon-Schafes Dolly 277 Versuche
und 13 Leihmütter: 1996 schließlich klappte es und Dolly
kam als erstes geklontes Säugetier zur Welt. Doch
bereits im Februar 2004 musste das Tier viel zu jung
eingeschläfert werden. Quarks & Co hat nachgefragt,
wie weit die Forscher wirklich sind und wo die Grenzen liegen,
erklärt, was die Technik kann und darf, und zeigt, warum
einige Wissenschaftler skeptisch sind.
Redaktion: Claudia Heiss
Katrin Buchwalsky, Ilka aus der Mark, Corinna Sachs, Michael Tekath, Georg Wieghaus, Tilman Wolff
Stand: 11.05.2004