Hauptnavigation

Freitag, 10.02.2012

Suche im Redaktionsangebot von Quarks & Co
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Navigation


Zurück: Januar 2012 Sendeplan für Februar 2012 Weiter: März 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Wissen > Quarks & Co > Sendung vom 11. Mai 2004 > Klonen in Korea


Klonen in Korea

  • SendeterminDienstag, 11. Mai 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

Eine wissenschaftliche Sensation

Foto:Petrischale mit humanen Stammzellen
Koreanische Forscher haben weltweit zum ersten Mal einen menschlichen Embryo geklont.

Die beiden koreanischen Forscher Woo Suk Hwang und Shin Yong Moon haben einen menschlichen Embryo bis zum 200-Zell-Stadium geklont! Das haben sie Anfang 2004 inder Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht. Nie zuvor war das Klonen menschlicher Zellen über das Achtzell-Stadium hinaus dokumentiert worden. Das Ziel der Koreaner: aus dem geklonten menschlichen Embryo eine so genannte Stammzelllinie zu entwickeln: Die Stammzellen sollen damit immer wieder verfügbar sein, ein unerschöpfliches Lager also. Hwang und Moon betonen, dass sie nicht reproduktiv klonen, die Embryos also nicht in die Gebärmutter einer Frau einsetzen. Vielmehr ist es ihr Ziel, aus geklonten Embryos menschliches Gewebe zu züchten, um damit in der Zukunft einmal Krankheiten heilen zu können, das so genannte therapeutische Klonen. Aus den Zellen des Embryos konnten sie bereits Vorstufen von menschlichem Nerven-, Muskel- und Knorpelgewebe züchten.

Das Know How

Foto: Geklonte Ferkel in keimfreien Behältern
Die koreanischen Forscher haben bereits mehr als 50 Schweine und Kühe geklont.

Die Technik des Klonens erproben die koreanischen Forscher bereits seit Jahren an Tieren. Der Veterinärmediziner Woo Suk Hwang hat seit 2001 mehr etwa 50 Kühe und Schweine geklont. Ein Ziel seiner Forschungen ist die so genannte Xenotransplantation: Zellen aus geklonten Embryos oder sogar ganze Organe des Schweins sollen in den menschlichen Körper transplantiert werden. Bei diesen Experimenten hatten die koreanischen Wissenschaftler ihre Erfahrungen gesammelt. Und so wagten sie sich auch an das Klonen von menschlichen Embryos. Die Forscher wenden dabei dieselben Techniken an, die sich beim Klonen von Tieren bereits bewährt haben: Sie verbesserten dabei die Methoden systematisch: Beim Entkernen der Eizelle saugen die Forscher den Zellkern nicht wie üblich heraus, sondern drücken ihn durch ein Loch in der Außenhülle – für die empfindliche Eizelle soll das Verfahren schonender sein. Außerdem lassen die Koreaner die Eizellen nach der Übertragung des Zellkerns über zwei Stunden in der Nährlösung ruhen – das ist länger als allgemein üblich.

Gesetzeslücken in Korea

Foto: Laborantinnen schauen in Mikroskope
In Korea ist die Forschung mit menschlichen Stammzellen zur Zeit noch erlaubt.

Dass ausgerechnet in Korea ein menschlicher Embryo geklont wurde, ist kein Zufall. Im Gegensatz zu Deutschland ist der Umgang mit menschlichen Eizellen und Stammzellen in Korea bis heute nicht gesetzlich geregelt. Nur reproduktives Klonen und die Erzeugung von Mischwesen sind definitiv verboten. Erst ab 2005 soll der Umgang mit Stammzellen neu und wahrscheinlich auch strenger geregelt werden. Neben industriellen Geldgebern hat die koreanische Regierung im vergangenen Jahr fast 500 000 Dollar in die Klonforschung investiert. Die Ausrüstungen der Labore sind auf dem neusten Stand. Korea ist, wie viele andere asiatische Staaten auch, sehr ehrgeizig in Sachen Biotechnologie und setzt alles daran, die Forschungen voranzutreiben. Vielleicht ist das der Grund dafür, warum ethischen Fragen bei dem Klon-Experiment fast vollständig in den Hintergrund traten. Von jener Ethikkommission, die das Klonexperiment von Hwang und Moon billigte, existieren weder Protokolle noch eine offizielle Mitgliederliste. Zwar gibt es auch in Korea Kritiker und Gegner der Klonforschung, aber sie konnten das Experiment letzten Endes nicht verhindern.

Die Eizellspende – eine Frage der Kultur?

Foto: Fußgängerzone in Seoul, im Vordergrund Frauen
16 koreanische Frauen spendeten insgesamt 242 Eizellen.

Für das koreanische Experiment gab es eine wichtige Voraussetzung: Den Forschern standen 242 menschliche Eizellen zur Verfügung, also viel "biologisches Material". 16 junge Koreanerinnen spendeten die Eizellen - nach Angaben der Forscher freiwillig und ohne Bezahlung. Das ist erstaunlich, zumal die Frauen eine monatelange Hormonbehandlung und einen schmerzhaften Eingriff über sich ergehen lassen mussten. Betreut wurden die Frauen vom Gynäkologen Professor Shin Yong Moon. Nach dem Erfolg, so Moon, hätte er neue Spenderangebote von vielen Koreanerinnen bekommen. Dieses Verhalten der Frauen führt zu Gerüchten - auch in Korea selbst. Vermutungen, die Spenderinnen stammten aus dem Laborteam von Hwang und Moon, weisen die Forscher strikt zurück.

:

Ilka aus der Mark

Stand: 10.04.2007


Alle Beiträge


Quarks Klonen-Quiz

Foto/Grafik: Ranga Yogeshwar mit jeweils zwei grafisch
dargestellten Köpfen rechts und links

Sagt Ihnen der Begriff Epigenetik etwas? Kennen Sie die verschiedenen Fähigkeiten von Zellen sich zu differenzieren? Oder wissen Sie, wer von sich behauptet bereits Menschen geklont zu haben? [mehr]


Mehr zum Thema


Vorschauvideo

Alkohol - die älteste Droge der Welt


Die Top10 Videos
im Januar

Schriftzug "Top10" vor blauem Hintergrund

Schauen Sie sich hier die beliebtesten Quarks & Co-Videos aus dem Januar an. [mehr]


Die Quarks-Symphonie


Die Top10 Videos der Zuschauerfragen

Schriftzug "Zuschauerfragen" vor blauem Hintergrund

Hier sehen Sie die beliebtesten Zuschauerfragen und ihre Auflösungen. [mehr]


Unsere Fan-Seite


Wissen macht Spaß


Service

Skript, Newsletter, Mitschnitt & Co. [mehr]


Sendetermine


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.