Hauptnavigation

Freitag, 10.02.2012

Suche im Redaktionsangebot von Quarks & Co
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Navigation


Zurück: Januar 2012 Sendeplan für Februar 2012 Weiter: März 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Wissen > Quarks & Co > Sendung vom 28. September 2004 > War früher alles besser? Zusatzstoffe vor 100 Jahren


War früher alles besser? Zusatzstoffe vor 100 Jahren

  • SendeterminDienstag, 28. September 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

Früher war alles besser? Von wegen!

Foto: Bild von einem Mittagsessen
Zusatzstoffe in Lebensmitteln waren früher teilweise hochgiftig

Wer hätte gedacht, dass das Essen vor 150 Jahren ungesünder war als heute! Tatsächlich waren Zusatzstoffe in Lebensmitteln früher teilweise hochgiftig, vor allem Farbstoffe. Lebensmittel wurden schon in der StichwortAntike  gefärbt. Aber ab Mitte des 19. Jahrhunderts bekam das Färben von Lebensmitteln eine neue Dimension. Waren die Farben vorher nur mit tierischen, pflanzlichen und mineralischen Rohstoffen hergestellt worden, gab es jetzt Stichwortsynthetische  Farben – und von denen waren eine Menge giftig. Vielen war das nicht bewusst, und deshalb wurden sie leichtfertig ins Essen gemischt. Mit der Farbe wollten die Händler alte und schlechte Lebensmittel attraktiver machen. Die Folge: Im 19. Jahrhundert litten viele Menschen unter Vergiftungserscheinungen. Glücklicherweise wurden den Lebensmitteln nur kleine Mengen beigemischt, so dass immerhin kaum jemand daran gestorben ist.

Die Anfänge der Farbenindustrie

Foto: Eine Arbeitsstätte um die Jahrhundertwende
Die Farbenindustrie war um die Jahrhundertwende ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland

Zu jener Zeit war die Farbenindustrie gerade erst entstanden. Jetzt konnten Chemiker synthetische Farben aus Teer herstellen. Diese (Stichwortorganischen) Verbindungen waren im Vergleich zu den (Stichwortanorganischen ) Naturfarben nuancenreicher, farbstabiler und billiger. Auf einmal wurde alles gefärbt: Papier, Textilien und Lebensmittel. Heute kennt die Medizin viele Methoden um festzustellen, wie giftig ein Stoff ist. Aber damals hinkten die Mediziner der rasanten chemischen Entwicklung hinterher. 1887, endlich, wurden zumindest einige der giftigen Farbstoffe verboten. Aber die Verbote gingen nicht weit genug. Politiker machten Zugeständnisse an die Industrie. Immerhin deckte die deutsche Farbenindustrie damals 80 Prozent des Weltbedarfs. Die Chemie kurbelte die Wirtschaft an. Deshalb konnten sich viele giftige Farbstoffe bis ins 20.  Jh.  halten.

Im 20. Jahrhundert ging es weiter

Foto: Eine Arbeitsstätte anfang 20. Jahrundert
Rotwein wurde mit Fuchsin gefärbt – dabei blieben oft Arsenspuren im Wein

Zu keiner Phase ihrer Nutzungsgeschichte als Lebensmittelfarbstoffe hat es eine angemessene Risikoforschung darüber gegeben, wie synthetische Farbstoffe im menschlichen Organismus wirken. Das galt für andere Zusatzstoffe genauso. Vor diesem Hintergrund trafen sich im Juni 1914 im Reichsgesundheitsamt Chemiker, Mediziner, Hygieniker und Pharmazeuten mit Vertretern der chemischen Industrie – an ihrer Spitze Carl Duisberg. Es galt zu entscheiden, ob bestimmte Konservierungsmittel verboten werden sollten, ohne dass ein wissenschaftlicher Beweis für deren Schädlichkeit vorlag. Die Mehrheit der Versammelten entschied sich am Ende gegen ein rigoroses Verbot, obwohl gegen die gesundheitliche Unbedenklichkeit dieser Stoffe begründete Zweifel bestanden. Wie das Gesetz von 1887 brachte auch diese Versammlung keine großen Veränderungen und so wurden einige giftige Zusatzstoffe bis in die 1950er Jahre ins Essen hinein gemischt.

Beispiele für frühere (giftige) Lebensmittelfarben

- Pikrinsäure, mit der man Teigwaren gelb färbte. Sie ist nicht nur giftig, sondern als Pulver auch hochexplosiv und wurde bei der Herstellung von Zündhölzern und Batterien benutzt.

- Kuchen und Gebäck färbte man mit dem gelborangen Bleichromat. Das ist eigentlich eine Malerfarbe. Es ist so giftig, dass es unfruchtbar machen kann.

- Rotwein zum Beispiel sollte noch röter werden - mit Fuchsin. Weil es mit Arsensäure hergestellt wurde, blieben oft giftige Arsenspuren im Wein.

- Mit Buttergelb färbte man die weiße Margarine – die "Butter der armen Leute". Buttergelb wurde sogar noch nach dem Zweiten Weltkrieg verwendet, obwohl seit Jahren bekannt war, dass Buttergelb Krebs erregend ist.

 

Stichwörter

1 Antike
Antike leitet sich vom lateinischen Wort "antiquus" ab, was soviel wie alt oder altertümlich bedeutet. Antike bezeichnet aber eigentlich die Epoche des Altertums im Mittelmeerraum in der Zeit von etwa 800  v. Chr.  bis 500  n. Chr.  und somit die Geschichte der alten Griechen und des römischen Reichs. Zurück zum Absatz
2 synthetische
In der Chemie bedeutet dieses aus dem Griechischen stammende Wort "künstlich (durch Synthese) hergestellt." Allgemein übersetzt heißt synthetisch "zu einer Einheit verknüpfend" oder "zusammensetzend". Zurück zum Absatz
3 anorganischen

Anorganische Verbindungen bestehen im Gegensatz zu organischen nicht aus Kohlenwasserstoffverbindungen und ihren Abkömmlingen (Anorganische Chemie).

Zurück zum Absatz
4 organischen

Organische Verbindungen bestehen aus Kohlenwasserstoffen und ihren Abkömmlingen (Organische Chemie).

Zurück zum Absatz
:

Ilka aus der Mark

Stand: 28.09.2004


Alle Beiträge


Quarks Zusatstoffe-Quiz

Foto/Grafik: Ranga Yogeshwar umringt von Zahlen

Wissen Sie, was die Bezeichnung "E" vor der Nummer eines Zusatzstoffes bedeutet? Sagt Ihnen die Abkürzung ADI etwas? Oder können Sie mit dem Begriff "umami" etwas anfangen? [mehr]


Mehr zum Thema


Vorschauvideo

Alkohol - die älteste Droge der Welt


Die Top10 Videos
im Januar

Schriftzug "Top10" vor blauem Hintergrund

Schauen Sie sich hier die beliebtesten Quarks & Co-Videos aus dem Januar an. [mehr]


Die Quarks-Symphonie


Die Top10 Videos der Zuschauerfragen

Schriftzug "Zuschauerfragen" vor blauem Hintergrund

Hier sehen Sie die beliebtesten Zuschauerfragen und ihre Auflösungen. [mehr]


Unsere Fan-Seite


Wissen macht Spaß


Service

Skript, Newsletter, Mitschnitt & Co. [mehr]


Sendetermine


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.