Hauptnavigation

Freitag, 10.02.2012

Suche im Redaktionsangebot von Quarks & Co
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Navigation


Zurück: Januar 2012 Sendeplan für Februar 2012 Weiter: März 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Wissen > Quarks & Co > Sendung vom 28. September 2004 > Wurst ohne Zusatzstoffe


Wurst ohne Zusatzstoffe

  • SendeterminDienstag, 28. September 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

Handwerk mit Tradition

Foto: Aufgehangene Brühwürstchen
Brühwürstchen

Frankfurter, Wiener, Nürnberger, Krakauer, Thüringer, und, und, und... In Deutschland gibt es etwa 1500 verschiedene Wurstsorten und viele davon sind weit über ihre Ursprungsregion hinaus begehrt. Die Wurstmengen, die heutzutage verzehrt werden sind stattlich. Die Folge: Brüh-, Koch- und Rohwürste werden längst als Industrieprodukte hergestellt. Leider führt das dazu, dass auch Haltbarkeit und Geschmack heute industriell erzeugt werden - ein guter Metzger wusste sie noch durch sorgfältiges Handwerk zu gewährleisten. Und ganz vermögen Zusatzstoffe wie Phosphate, Citrate und Ascorbate, Farbstoffe und Geschmacksverstärker, den Metzger eben nicht zu ersetzen.

Wenn's um die Wurst geht

Foto: Schweinehälften am Hacken
Das Schwein als Industrieprodukt

"Herta - Wenn's um die Wurst geht", war der Werbeslogan des westfälischen Unternehmens der Familie Schweisfurth. Karl Ludwig Schweisfurth, Spross einer Metzgerfamilie in dritter Generation, übernahm den väterlichen Betrieb Mitte der 60er Jahre. Sein Vorbild für die zukünftige Produktionsweise der Firma fand er in den  USA:

"Ich erinnere mich genau, wie ich das erste mal nach Amerika kam. 10 Jahre nach dem Krieg. Und da sah ich zum ersten mal Fließbänder, Arbeitsorganisation, Techniken, von denen wir hier nur träumen konnten. Das hat mich natürlich als jungen Menschen unglaublich fasziniert. Ich bin natürlich auch voll eingestiegen, dies alte Handwerk umzuwandeln, in moderne Industrie, bis in die StichwortAutomation  hinein."

Foto: Karl Ludwig Schweisfurth
Karl Ludwig Schweisfurth bei seinen Schweinen

So perfektionierte er die industrielle Herstellung von Wurst- und Fleischwaren. Anfang der 80er Jahre wurden in seinen Fabriken 25.000 Schweine pro Woche geschlachtet.

Zu dieser Zeit kam aber auch der persönliche Wandel. Karl Ludwig Schweisfurth stellte die Massentierhaltung in Frage, verkaufte Herta und gründete 1986 in Bayern die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Hier sollte durch ökologische Landwirtschaft Fleisch von hoher Qualität produziert werden. Und die Metzger in Herrmannsdorf besannen sich auf das traditionelle Verfahren der Herstellung: die zügige Verarbeitung des frischen Fleischs, die so genannte Warmfleischtechnologie.

Vom Schwein zur Wurst

Fotos: Schweine in Herrmannsdorf
Schweine in Herrmannsdorf

Warmfleischverarbeitung wird heute nur noch von wenigen Betrieben praktiziert. Dabei wird das noch schlachtwarme Fleisch unmittelbar nach dem Zerlegen verwurstet. Der Vorteil: das Fleisch behält viel mehr von seinem Eigengeschmack. Das liegt an Stoffwechselvorgängen, die noch einige wenige Stunden nach der Schlachtung andauern; bei Schweinefleisch etwa zwei bis drei Stunden, bei Rindfleisch gut doppelt so lange.

Auslöser ist das Adenosin-Tri-Phosphat, oder kurz ATP. Im lebenden Organismus ist es an jeder Muskelbewegung beteiligt. Wenn sich ein Muskel zusammengezogen hat, dann ist es  das ATP, das ihn wieder erschlaffen lässt: Es trennt die StichwortEiweiße, die den Muskel zusammen ziehen, voneinander. Solange im toten Muskel noch ATP vorhanden ist, bleiben auch die Eiweiße unverbunden, und das Muskelfleisch bleibt schlaff. Und das ist nützlich für die Wurstherstellung, denn zwischen diesen unverbundenen Eiweißen kann sich viel Wasser anlagern.

Wird das frische Fleisch zur Rohmasse für die Wurst zerkleinert, geschieht genau das: Viel körpereigenes Wasser wird zwischen den Eiweißen festgehalten. Es entsteht eine gelartige Masse, in die sich wiederum Fett besonders gut und gleichmäßig einlagern kann. Und das bindet die natürlichen Aromastoffe. Diese Wurstmasse wird auf natürlich Weise aromatisch - eben ohne dass Aromastoffe von außen zugeführt werden müssen.

In der industriellen Produktion wird nur Kaltfleisch verarbeitet. Die Stoffwechselprozesse sind längst zum Erliegen gekommen. Die Muskelfasern sind schon starr geworden, d.h. die Eiweiße liegen nur noch in ihrer verbundenen, steifen Form vor. Die bindet nur wenig Wasser, Fett und Aroma. Phosphate, Glutamat,  etc.  müssen nachträglich hinzugefügt werden.

Außer Rauch und Pökelsalz sind bei der Warmfleischverarbeitung keine Zusatzstoffe nötig. Die Qualität bleibt von Anfang an in der Wurst.

 

Stichwörter

1 Eiweiße
Eiweiße, auch Proteine genannt, bestehen aus langen Aminosäureketten, den Polypeptidketten. Sie bilden komplizierte Molekülstrukturen aus, die im Körper die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen. Zurück zum Absatz
2 Automation
Automation, oder auch Automatisierung genannt, bedeutet die Übertragung von handwerklicher Arbeit auf Maschinen oder Roboter. Zurück zum Absatz
:

Falko Daub

Stand: 28.09.2004


Alle Beiträge


Quarks Zusatstoffe-Quiz

Foto/Grafik: Ranga Yogeshwar umringt von Zahlen

Wissen Sie, was die Bezeichnung "E" vor der Nummer eines Zusatzstoffes bedeutet? Sagt Ihnen die Abkürzung ADI etwas? Oder können Sie mit dem Begriff "umami" etwas anfangen? [mehr]


Mehr zum Thema


Vorschauvideo

Alkohol - die älteste Droge der Welt


Die Top10 Videos
im Januar

Schriftzug "Top10" vor blauem Hintergrund

Schauen Sie sich hier die beliebtesten Quarks & Co-Videos aus dem Januar an. [mehr]


Die Quarks-Symphonie


Die Top10 Videos der Zuschauerfragen

Schriftzug "Zuschauerfragen" vor blauem Hintergrund

Hier sehen Sie die beliebtesten Zuschauerfragen und ihre Auflösungen. [mehr]


Unsere Fan-Seite


Wissen macht Spaß


Service

Skript, Newsletter, Mitschnitt & Co. [mehr]


Sendetermine


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.