Hauptnavigation

Freitag, 10.02.2012

Suche im Redaktionsangebot von Quarks & Co
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Navigation


Zurück: Januar 2012 Sendeplan für Februar 2012 Weiter: März 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Wissen > Quarks & Co > Sendung vom 28. September 2004 > Das Zulassungsverfahren:


Das Zulassungsverfahren:

Wie werde ich ein E?

  • SendeterminDienstag, 28. September 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

E wie Europa

Grafik: EU Logo
Die Bezeichnung "E" steht für Europa

Bis ein neu erfundener Zusatzstoff bei der Herstellung von Lebensmitteln tatsächlich zum Einsatz kommt, muss er viele Hürden nehmen. Im Durchschnitt dauert ein Zulassungsverfahren fünf Jahre und kostet den Hersteller etwa eine halbe Million Euro. Voraussetzungen für eine Zulassung sind, dass er technologisch notwendig ist, den Kunden nicht über schlechte Qualität der Ware hinwegtäuscht und gesundheitlich unbedenklich ist.

 

Wenn ein Hersteller einen Zusatzstoff zulassen möchte, beantragt er das bei der Europäischen Kommission. Außerdem braucht er eine Stellungnahme von der Europäischen Behörde für Lebensmittelrecht (EBLS). Daher kommt übrigens auch die Bezeichnung "E" – sie steht für Europa.

L wie Labor

Grafik: Reagenzgläser
Im Labor wird der Zusatzstoff genau unter die Lupe genommen: Die Forscher machen verschiedene Tests, die zeigen sollen, ob der Stoff gesundheitsschädlich ist oder nicht

Wenn die StichwortEuropäische Kommission und die EBLS grünes Licht gegeben haben, kann das eigentliche Zulassungsverfahren beginnen. Im Labor wird der Zusatzstoff genau unter die Lupe genommen: Die Forscher machen verschiedene Tests, die zeigen sollen, ob der Stoff gesundheitsschädlich ist oder nicht. Übliche Methoden sind der Einsatz des Stoffes in StichwortZellkulturen und vor allem Tierversuche. Damit möchten die Forscher herausbekommen, ob der Zusatzstoff Zellen verändert, das StichwortErbgut manipuliert oder andere chronische Schäden verursacht. Weil man Tierversuche nicht einfach auf den Menschen übertragen kann, wird die ermittelte Dosis für die Tiere zur Sicherheit durch 100 geteilt. Das ergibt den offiziellen "ADI -Wert"(acceptable daily intake): So viel kann ein Mensch  täglich bedenkenlos von einem Zusatzstoff zu sich nehmen, ohne gesundheitlichen Schaden davonzutragen

 

T wie Tierversuch

Grafik: Tiere
m ersten so genannten "90-Tage-Test" muss eine bestimmte Tierart so viel von einem Zusatzstoff fressen, bis irgendein Effekt auftritt

Im ersten so genannten "90-Tage-Test" muss eine bestimmte Tierart so viel von einem Zusatzstoff fressen, bis irgendein Effekt auftritt. Damit wollen die Forscher die ungefähre Grenze der Verträglichkeit ermitteln. Danach folgt der "2-Jahres-Test". Dieser schließt eine Mehrgenerationen-Studie mit ein, das heißt, auch die Jungtiere müssen den Zusatzstoff fressen. Bei dieser Studie versuchen die Forscher die genaue Verträglichkeitsdosis zu ermitteln. Mögliche Beobachtung bei einem Verdickungsmittel zum Beispiel: Es könnte sich so viel Gelee-Masse im Magen bilden, dass weniger Kalorien aufgenommen werden und es zu Wachstumsstörungen kommt. Die Forscher testen dann, bis zu welcher Menge es NICHT zu dieser Geleebildung im Magen kommt. Es ist übrigens vorgeschrieben, dass jeder Zusatzstoff an zwei Tierarten getestet wird. Neben Nagern werden dafür häufig Schweine getestet, weil ihr Organismus dem des Menschen sehr ähnlich ist. Die Forscher vergleichen die Tiere dann mit anderen, die den Zusatzstoff nicht gefressen haben, und prüfen, welche von beiden Gruppen gesünder ist. Sie untersuchen auch, ob der Zusatzstoff unverändert wieder ausgeschieden wird, um ausschließen zu können, dass er sich im Tierkörper angereichert hat.

A wie Ausnahmen

Grafik: Zutaten
Ist ein Zusatzstoff einmal zugelassen, muss er mit entsprechender E-Nummer auf der Verpackung notiert sein

Ist ein Zusatzstoff einmal zugelassen, muss er mit entsprechender E-Nummer auf der Verpackung notiert sein. Es gibt aber Ausnahmen, bei denen Zusatzstoffe nicht gekennzeichnet werden brauchen. Zum Beispiel bei Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Prozent Vol. oder bei Lebensmitteln, deren Verpackungsoberfläche kleiner ist als 10 Quadratzentimeter – etwa kleine Butterpäckchen, wie es sie im Hotel gibt. Zusatzstoffe, die im fertigen Produkt zwar noch vorhanden, aber nicht mehr aktiv sind, müssen ebenfalls nicht gekennzeichnet werden. Bis Ende 2003 galt außerdem folgende Ausnahme: Wurde ein Zusatzstoff mit einer Zutat zusammen eingesetzt und lag der Anteil dieser Zutat unter 25 Prozent, dann musste der Zusatzstoff nicht deklariert werden. Diese so genannte 25 Prozent-Regel ist seit kurzem abgeschafft. Und noch eine Regel soll bald geändert werden. Bisher mussten Zusatzstoffe, die einmal zugelassen waren, nicht wieder geprüft werden. Jetzt hat die EU eine 10-jährige Befristung aller Zulassungen geplant. Wann diese neue Frist gesetzlich in Kraft tritt, ist aber noch unklar.

 

Stichwörter

1 Europäische Kommission
Die Europäische Kommission verkörpert und vertritt das allgemeine Interesse der Europäischen Union. Hauptaufgaben sind u.a.: Vorschläge für Rechtsvorschriften, Verwaltung und Durchführung der Unionspolitik, der Vollzug des Unionsrecht(gemeinsam mit dem Gerichtshof), sowie Aushandlung internationaler Vereinbarungen. Zurück zum Absatz
2 Zellkulturen
In Zellkulturen werden isolierte Zellen eines menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Organismus gehalten und vermehrt. Als Wachstumsgrundlage dient ein steriles Nährmedium. Zurück zum Absatz
3 Erbgut
Das Erbgut oder auch Genom eines jeden Lebewesens besteht aus der Gesamtheit all seiner Gene. Viele verschiedene Gene liegen auf den Chromosomen des Zellkerns. Ihre Information ist in der Basenfolge der DNA gespeichert. Zurück zum Absatz
Autor:

Ilka aus der Mark

Stand: 28.09.2004


Alle Beiträge


Quarks Zusatstoffe-Quiz

Foto/Grafik: Ranga Yogeshwar umringt von Zahlen

Wissen Sie, was die Bezeichnung "E" vor der Nummer eines Zusatzstoffes bedeutet? Sagt Ihnen die Abkürzung ADI etwas? Oder können Sie mit dem Begriff "umami" etwas anfangen? [mehr]


Mehr zum Thema


Vorschauvideo

Alkohol - die älteste Droge der Welt


Die Top10 Videos
im Januar

Schriftzug "Top10" vor blauem Hintergrund

Schauen Sie sich hier die beliebtesten Quarks & Co-Videos aus dem Januar an. [mehr]


Die Quarks-Symphonie


Die Top10 Videos der Zuschauerfragen

Schriftzug "Zuschauerfragen" vor blauem Hintergrund

Hier sehen Sie die beliebtesten Zuschauerfragen und ihre Auflösungen. [mehr]


Unsere Fan-Seite


Wissen macht Spaß


Service

Skript, Newsletter, Mitschnitt & Co. [mehr]


Sendetermine


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.