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Der One-Million-Dollar Test

  • SendeterminDienstag, 12. Oktober 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

James Randi – der Herausforderer

Foto: James Randi
James Randi - der Herausforderer

Im Jahr 1986 bot Skeptiker James Randi demjenigen 1 Million Dollar, der ihm unter wissenschaftlichen Bedingungen beweisen würde, dass er übersinnliche Fähigkeiten besitzt. Die genauen Bedingungen haben wir für Sie hier zugänglich gemacht...

"Ich, JR, werde vermittels der JREF 1.000.000 US-Dollar an jeden zahlen,
der irgendeine parapsychologische, übernatürliche oder paranormale
Fähigkeit unter ausreichenden Beobachtungsbedingungen demonstriert.
Solche Demonstrationen unterliegen folgenden Regeln und
Beschränkungen...(siehe links)

In Deutschland bewarben sich seither knapp 60 Personen – 13 Kandidaten hat die  GWUP an der Universität Würzburg getestet. Die Abkürzung GWUP steht für Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. Die GWUP ist eine Vereinigung von Skeptikern, die Phänomene wie  z.B. Wünschelrutengehen, Energetisieren von Wasser und ähnliches mit wissenschaftlichen Methoden unvoreingenommen überprüfen wollen. Sie haben sieben Kandidaten aus dem Feld der Bewerber ausgewählt.

Der Test

Für jeden Kandidaten wird ein individueller Test entworfen. Forscher und Kandidat überlegen gemeinsam, wie er aussehen könnte. Ungewöhnliche Fähigkeiten erfordern ungewöhnliche Testmethoden. Der Kandidat darf bestimmen, wo und wie der Versuch aufgebaut wird. Der Testablauf soll aber natürlich streng wissenschaftlich sein. Er ist doppelblind, d.h. weder Forscher noch Kandidaten können den Test beeinflussen.

Der Kandidat

Foto: Johann Günter
Johann Grüner - einer der Kandidaten

Johann Grüner, 63 Jahre alt, ist selbstständiger Landmaschinen-Mechaniker. Herr Grüner möchte beweisen, dass er in der Lage ist, die Aura von Pflanzen zu spüren. Dazu benutzt er seinen Schlüsselbund wie ein Pendel. Sobald er in die Nähe der Pflanze kommt, beginnt sein Schlüsselbund zu schwingen. Außer der Aura von Menschen, Tieren und Pflanzen könne er auch fließendes Wasser und das Magnetfeld der Erde erspüren. Im wissenschaftlichen Test soll Johann Grüner herausfinden, unter welchem der 10 Eimer eine Pflanze versteckt ist. 13 Mal muss Herr Grüner die Pflanze suchen. Eigentlich, so sagt er, könne bei dem Test nichts schief gehen. Seine Lebensgefährtin, Erika Kirchner, ist auch dabei. Sie ist sich ebenfalls sicher, dass Johann Grüner immer den richtigen Eimer findet.

Für den Test darf sich Herr Grüner die Pflanze mit der seiner Meinung nach stärksten Aura aussuchen. Gemeinsam mit den Wissenschaftlern legt er dann den genauen Testablauf fest. Dabei darf Herr Grüner bestimmen, wo und in welchem Abstand die Eimer stehen sollen. Vor dem eigentlichen Test geht Herr Grüner den gesamten Raum ab um zu kontrollieren, wo er so genannte Störfelder feststellt. Er glaubt, das Erdmagnetfeld wandert und das könne seine Messungen verfälschen. Damit also der gesamte Versuchsaufbau jederzeit an einen ungestörten Platz verschoben werden kann, werden alle Eimer auf eine große Platte gestellt. Vor jedem Test-Durchgang kontrolliert Herr Grüner, ob der Ort des Geschehens noch frei von "Erdstrahlen" ist.

Der offene Blindtest

Der Kandidat Herr Grüner kann dabei zusehen, wie ein Eimer als Versteck für das zu suchende Objekt ausgelost wird. Er weiß also, wo die Pflanze versteckt ist. Dieser sogenannte "offene Blindtest" ist wichtig als Kontrolle für den Kandidaten – schließlich soll er ausprobieren können, ob er unter den gegebenen Testbedingungen das gesuchte Objekt überhaupt lokalisieren kann. Ein solcher "offener Blindtest" steht bei jedem Kandidaten am Anfang und am Ende der Testreihe.

Bei Herrn Grüner wird die Pflanze im "offenen Blindtest" unter Eimer Nummer 10 versteckt. Er findet diesen Eimer auch. Das ist übrigens bei allen Kandidaten so: im offenen Blindtest schlägt bei jedem das Pendel  bzw.  die Rute an der richtigen Stelle aus.

Der Doppelblindtest

"Doppelblind" kann eigentlich wörtlich genommen werden: Keiner im Raum darf wissen, wo das gesuchte Objekt zu finden ist. Er könnte es, auch ohne es zu wollen, beispielsweise durch seine Körpersprache verraten.

Um das zu gewährleisten, arbeiten drei Gruppen getrennt in drei Räumen:

-Gruppe A: Lost mit Lottokugeln den Eimer aus. Und versteckt die Pflanze.
-Gruppe B: In dieser Gruppe befindet sich der Kandidat – sucht mit Hilfe der paranormalen Fähigkeiten die Pflanze.
-Gruppe C: Kontrolliert unter welchem Eimer die Pflanze wirklich war.

Erika Kirchner ist in der Kontrollgruppe C, überprüft, wo die Gruppe A die Pflanze wirklich versteckt hat. Alle drei Gruppen halten ihre jeweiligen Daten fest. Zum Schluss werden die drei Protokolle nebeneinander gelegt – und aufgelöst. Erst zum Schluss erfahren Kandidat und Wissenschaftler die Ergebnisse.

Gute Laune ist wichtig

Während der Tests herrscht immer gute Stimmung. Dafür sorgt  Dr.  Rainer Wolf. Er betreut die Kandidaten und hört sich deren Theorien über Erdstrahlen, Vorahnungen, Pendel und vieles mehr an, ohne zu widersprechen. Zudem überbrückt er die Wartezeit mit unterhaltsamen Sinnestäuschungsphänomenen und Zaubertricks. Einige Teilnehmer können gar nicht glauben, dass er zu den "Skeptikern" gehört. Doch diese empathische Haltung ist für die Test sehr wichtig. Trotzdem geht es während der Tests natürlich streng wissenschaftlich zu.

Herrn Grüners Ergebnis

Die anderen Kandidaten und ihre Ergebnisse

Seine Aufgabe ist es, unter zehn Eimern denjenigen zu finden, unter dem die Pflanze versteckt ist. Das darf er insgesamt 13 mal probieren.

Die zufällige Trefferquote hätte bei ein bis zwei Erfolgen gelegen. Herr Grüner schafft es kein einziges mal.

Das GWUP-Team in Würzburg

Die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" möchte den Dingen auf den Grund gehen und Behauptungen über paranormale Phänomene skeptisch hinterfragen. Inzwischen hat die GWUP über 700 Mitglieder. Ihnen geht es nicht darum, dogmatisch gegen den Glauben an Paranormales zu kämpfen. Vielmehr wollen sie Phänomene, wie  z.B.  Wünschelrutengehen, Energetisieren von Wasser und ähnliches mit wissenschaftlichen Methoden überprüfen und die Öffentlichkeit sachlich über die Ergebnisse informieren. Ihr Motto ist "Aufklärung durch Sachinformation".

:

Corinna Sachs

Stand: 12.10.2004


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