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Auch die Sinne schwinden

Kein Appetit ohne Sinne

  • SendeterminDienstag, 26. Oktober 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

Wenn die Sinne Streiche spielen

Nase an Weinkorken
Das volle Aroma können nur Zunge und Nase zusammen wahrnehmen

Generell gilt: Je älter ein Mensch wird, desto schlechter hört er. Die Altersschwerhörigkeit kann das Verständnis von Sprache und damit die Kommunikation erschweren, die Betroffenen fühlen sich häufig isoliert und einige entwickeln sogar StichwortDepressionen. Auch die Augen lassen nach, Menschen mit Altersweitsicht können Gegenstände in kurzer Entfernung nicht mehr richtig scharf sehen. Aber meistens ist das mit einer Brille vergleichsweise einfach zu beheben und auch ältere weitsichtige Menschen können zum Beispiel wieder Bücher lesen. Viele Ältere riechen und schmecken mit zunehmendem Alter nicht mehr so gut und das kann sich stark auf den StichwortAppetit auswirken...

Früher Feinschmecker ...

Geruchs- und Geschmackssinn hängen eng zusammen. Die Zunge schmeckt die fünf Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter und umami und hilft uns zu entscheiden, wie wir uns ernähren oder was wir besser nicht essen sollten. Die Empfindung "bitter" warnt uns zum Beispiel vor verdorbenen Lebensmitteln. Doch für das Schmecken ist die Nase unverzichtbar: Um das volle Aroma der Nahrung wahrzunehmen arbeiten rund drei Millionen Riechzellen im Dach der Nasenhöhle. Mit ihnen können wir etwa 10.000 verschiedene Duftstoffe voneinander unterscheiden. Zunge und Nase vermitteln uns also nur gemeinsam den Geschmackseindruck.

...heute schokoladensüchtig

Ein Löffel mit Salz
Ältere Menschen schmecken Salz erst in höheren Konzentrationen

Sowohl die Riechzellen in der Nase als auch die Geschmackszellen auf der Zunge sterben mit den ableitenden Nervenfasern zum Gehirn alle paar Monate ab und werden durch neue ersetzt. Aber mit zunehmendem Alter lässt diese Regeneration nach. Die Zellen und Nervenfasern sterben zwar immer noch mit der gleichen Geschwindigkeit, werden aber immer langsamer ersetzt, so dass beispielsweise die Anzahl der Geschmackszellen im Laufe des Lebens um rund 75 % auf 2000-3000 abnimmt. Das wirkt sich auf das Geschmacksempfinden aus. Ältere Menschen haben häufiger eine höhere Wahrnehmungsschwelle für Zucker und Salz als junge Menschen. Deswegen schmeckt für sie vieles fad, sie haben oft Lust auf Süßes und Versalzen ihr Essen.

Kein Appetit ohne Sinne

Ältere Menschen haben oft weniger Appetit – besonders spürbar wird diese Veränderung ab 70 Jahren. Auch Medikamente können dazu beitragen, dass Geruchs- und Geschmackssinn nachlassen und damit auch der Appetit. Darunter fallen beispielsweise einige StichwortAntibiotika, Beruhigungsmittel, Bluthochdruckmittel und andere Arzneimittel. Menschen, die beim Essen nicht mehr alles wahrnehmen, ernähren sich häufig falsch – oft kommen Vitamine zu kurz. Bei einigen Menschen führt es auch zu mehr Infekten, viele nehmen im Alter stark ab.

Die Sinne anregen

Mit ein paar Tricks lässt sich der Appetit überlisten. Zum Beispiel kann der Geschmack besonders würziger Kräuter die Wahrnehmungsschwelle älterer Menschen überschreiten und das Essen auch für sie wieder schmackhaft machen. Hilft das nicht, können natürliche ätherische Öle zu Hilfe genommen werden. Außerdem isst das Auge bekanntlich mit: Bunt zusammengestellte Lebensmittel regen den Appetit genauso an wie ein schön gedeckter Tisch. Und natürlich: In netter Gesellschaft essen!

Stichwörter

1 Depression
Depression (lat. "Niederdrückung") ist eine psychische Störung, die extreme Hoffungslosigkeit, Reizbarkeit oder Passivität hervorruft und die Empfindung aller Gefühle reduziert. Negative Erfahrungen werden vom Betroffenen überbewertet und positive Aspekte als untypischer Zufall abgetan. Ursachen sind meist schwere Verluste (Trennungen, Todesfälle) oder Misserfolge, die den Kranken in eine tiefe Krise stürzen und ihn in schweren Fällen sogar zu Selbstmordgedanken treiben. Zurück zum Absatz
2 Appetit
Im Gegensatz zum körperlichen Gefühl des Hungers, versteht man unter dem Begriff "Appetit" ein psychisches "Verlangen nach (einer bestimmten) Speise" (abgeleitet vom lat. "appetitus cibi"). Der Appetit ist dabei stark von Sinneswahrnehmungen beeinflusst, die bei besonders wohlschmeckendem Essen verursachen können, dass man viel mehr zu sich nimmt als zur Sättigung notwendig wäre. Zurück zum Absatz
4 Antibiotika
Wörtlich aus dem griechischen übersetzt bedeutet Antibiotikum "gegen das Leben". Ursprünglich sind sie natürliche oder halbsynthetische Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die Bakterien entweder töten (bakterizide Wirkung) oder ihr Wachstum hemmen (bakteriostatische Wirkung). Der Begriff Antibiotika wird heute aber auch für vollsynthetisch hergestellte Substanzen zur Infektionsbekämpfung verwendet. Zurück zum Absatz
:

Tanja Winkler

Stand: 31.10.2006


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