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Freie Radikale und Vitamin C

Ein Experiment rund um den Zellschutz

  • SendeterminDienstag, 26. Oktober 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

Wissenschaftler haben verschiedene Theorien, warum wir altern: Eine davon besagt, dass so genannte freie Radikale im Laufe der Zeit im Körper Schaden anrichten. Freie Radikale sind hochreaktive Verbindungen, die die Zellen permanent schädigen. Auf Dauer führen diese Schäden zur Entartung oder zum Tod der Zellen und beschleunigen damit auch den Alterungsprozess.

Blaue Farbe vor Versuchsbeginn
In einem der Bechergläser ist neben dem Farbstoff zusätzlich etwas Vitamin C gelöst

Über 10000 freie Radikale entstehen Tag für Tag in jeder Zelle. Sie bilden sich bei Stoffwechselprozessen. Freie Radikale entstehen aber auch durch äußere Einflüsse wie StichwortUV-LichtStichwortRadioaktivitätStichwortOzon  oder beim Rauchen. Ebenfalls spielt die Nahrung eine gewisse Rolle: Tierische Fette (besonders bei gegrilltem Fleisch) enthalten so genannte Peroxide, die im Körper zu Hydroxylradikalen umgebaut werden: Das ist eines der am häufigsten im Körper vorkommenden freien Radikale.

Die Zellen im Körper sind den freien Radikalen allerdings nicht schutzlos ausgeliefert: Mit den zelleigenen Reparatur-Programmen reparierenStichwortEnzyme  die von den Radikalen ausgelösten Schädigungen. Irgendwann ist die Zelle aber so angegriffen, dass sie entartet oder abstirbt.

Daneben kann sich der Körper aber noch auf andere Weise gegen die freien Radikale wehren: Bestimmte Stoffe (so genannte Antioxidantien oder Radikalfänger, wie zum Beispiel Katalase, Vitamin A und C) fangen die freien Radikale schon ab, bevor sie die Zelle schädigen können.

 

Entfärbung bei Zugabe von freien Radikalen
In einem Becherglas wird der Farbstoff durch die freien Radikale zerstört

Diesen Effekt kann man in einem Experiment eindrucksvoll zeigen: Zwei Bechergläser sind mit einer Lösung des blauen Farbstoffs Gallocyanin gefüllt. Die blaue Farbe steht hier gewissermaßen für die Zelle. In eines der Gläser ist zusätzlich ein wenig Vitamin C gelöst. Wenn man dann in beide Gläser eine geringe Menge eines freien Radikals gibt, lässt sich ein deutlicher Unterschied erkennen: Im Becherglas mit schützendem Vitamin C bleibt die blaue Farbe unverändert: Das Vitamin C konnte die freien Radikale abfangen. Im Becherglas ohne schützendes Vitamin C greift das freie Radikal den blauen Farbstoff direkt an und zerstört ihn.

Vitamin C hat also neben vielen anderen Funktionen auch die Aufgabe unsere Zellen vor dem Angriff freier Radikale zu schützen. Bereits eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse deckt den normalen Tagesbedarf von 100 mg Vitamin C ausreichend.

Für das Testen des Experiments danken wir Prof. Dr. Dr. Herbert de Groot und Dr. Michael Kirsch vom Institut für Physiologische Chemie am Universitätsklinikum Essen.

Stichwörter

1 UV
UV bedeutet Ultraviolett und beschreibt den Teil des Farbspektrums, der sich von etwa 400 bis 10nm erstreckt. UV-Strahlung kann auf den Menschen sowohl positive (Heilung von Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Akne oder günstige Beeinflussung des Allgemeinbefindens) als auch negative Auswirkungen (Genmutationen oder Hautkrebs) haben. Anwendung findet UV-Strahlung u.a. bei der Lackhärtung, der Trinkwasserentkeimung oder in Solarien. Zurück zum Absatz
2 Radioaktivitaet
Als Radioaktivität bezeichnet man die Eigenschaft einiger Atomkerne oder Nuklide, sich spontan (ohne äußere Einwirkung) in andere Atomkerne umzuwandeln, wobei Energie in Form von Teilchen und/oder elektromagnetischer Strahlung frei wird. Die Ursache von Radioaktivität ist eine Instabilität der Atomkerne durch einen Überschuss an Protonen oder Neutronen. Zurück zum Absatz
3 Ozon
Das Wort Ozon stammt aus dem Griechischen und bedeutet "das Duftende". Ozon ist eine, aus dreiatomigen Molekülen (O3) bestehende, Form des Sauerstoffs mit durchdringendem Geruch, das sich in der Ozonschicht der Atmosphäre (in 20-35 km Höhe) aus molekularem Sauerstoff unter dem Einfluss der kurzwelligen UV-Strahlung der Sonne bildet. Zurück zum Absatz
4 Enzyme
Enzyme sind in den Zellen gebildete Proteine. Sie gewährleisten die Zellversorgung, entfernen giftige Stoffe, mobilisieren Fett aus den Depots und lösen die Prozesse aus, die zur Gewinnung der für den menschlichen Organismus nötigen Energie erforderlich sind. Zurück zum Absatz
:

Axel Bach

Stand: 02.11.2006


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