Hauptnavigation

Dienstag, 09.02.2010

Suche im Redaktionsangebot von Quarks & Co
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia-Portal.

Navigation


Zurück: Januar 2010 Sendeplan für Februar 2010 Weiter: März 2010
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06 07
08 09 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Wissen > Quarks & Co > Sendung vom 21. Dezember 2004 > Chronobiologie


Chronobiologie

  • SendeterminDienstag, 21. Dezember 2004, 21.00 - 21.45 Uhr .

Die innere Uhr

Warum vergessen wir so leicht Vernunft, Diäten oder das Soll auf dem Konto, wenn die schönste "und für viele" stressigste Zeit des Jahres beginnt? Haben wir im Winter besondere Bedürfnisse, die von all dem Süßen, den Lichtern und der Gemütlichkeit befriedigt werden? Wie macht sich die Werbewirtschaft unsere Gefühlsduselei zu nutze? Welche Rolle spielt die Musik, und warum sind wir jetzt so empfänglich für bestimmte Klänge? Und wer hat das Weihnachtsfest eigentlich erfunden? All diese Frage versuchen wir zu beantworten. Außerdem macht Quarks & Co einen Schokoladentest und zeigt, wie Wissenschaftler den Genuss von Schokolade mit physikalischen Methoden beurteilen.

Der Tag der Sonnenwende, war in vielen Kulturen ein besonders wichtiger Tag. Ob Römer oder Germanen, auch in diesen Kulturen spielte der kürzeste Tag des Jahres eine Rolle: Quarks & Co erklärt, warum auch Weihnachten zur Wintersonnenwende gefeiert wird und deshalb keine christliche Erfindung ist.

Schenken und Beschenkt werden die einen weigern sich, diesen "Konsumterror" mitzumachen, für die anderen gehören viele bunte Päckchen unterm Tannenbaum einfach dazu. Aber ganz freimachen kann sich niemand von der Schenkerei. Zu sehr werden wir von Ritualen, Kindheitserinnerungen, geschickten Marketingstrategien, sozialen Bindungen und Erwartungen beeinflusst. Quarks & Co sieht sich die Psychologie des Schenkens einmal genauer an.

Das Stellen der Uhr

Grafik: Die Grafik zeigt ein Gehirn, markiert ist der
Suprachiasmatischen Nucleus und die Zirbeldrüse; Rechte:
WDR-TV
Die Schaltzentrale der inneren Uhr

Die innere Uhr ist zwar fest in uns verankert, wird aber ständig durch äußere Einflüsse neu gestellt. Dafür ist vor allem das Licht der Sonne als "Zeitgeber" verantwortlich. Die Schaltzentrale für diese Vorgänge befindet sich in einem kleinen Bereich in unserem Gehirn, dem Suprachiasmatischen Nucleus (SCN). Dieser reiskorngroße Kern (Nucleus) liegt über (supra) der Kreuzung der Sehnerven (Chiasma opticum). Im SCN werden die vom Auge wahrgenommen Lichtreize verarbeitet und zur Zirbeldrüse (Epiphyse) weitergeleitet. Dieses kleine System aus SCN und Zirbeldrüse beeinflusst durch das Ausschütten von Hormonen unter anderem die Körpertemperatur, den Blutdruck und die Stoffwechselvorgänge. Es stellt abends den Körper sozusagen von Tag- auf Nachtbetrieb um und lässt uns morgens wieder in Gang kommen.

Tages- und Jahresrhythmus

Foto: Das Foto zeigt eine Winterlandschaft; Rechte: WDR-TV
Tickt unsere innere Uhr im Winter anders?

Im Zentrum chronobiologischer Forschungen steht vor allem die so genannte circadiane Rhythmik. Dabei untersuchen die Wissenschaftler besonders den Einfluss des steten Wechsels von Tag und Nacht auf den menschlichen Körper. Doch wie steht es um die rhythmischen Veränderungen, die sich mit dem Wechsel der Jahreszeiten ergeben? Nimmt im Verlauf des Herbstes unser Körper den allmählichen Rückgang des Lichtes bis hin zur Wintersonnenwende wahr? In der Natur beobachten wir wie selbstverständlich einen Jahresrhythmus: Mit den kürzer werdenden Tagen verlieren die Bäume ihre Blätter. Viele Pflanzen speichern ihre Energie in ihren Wurzeln oder Knollen, um im nächsten Frühling wieder neu auszutreiben. Einige Tiere bereiten sich auf den Winterschlaf vor, während andere es vorziehen, die dunkle Jahreszeit in wärmeren Gefilden zu verbringen. Folgt nur der Mensch scheinbar unbeeindruckt seinem gewohnten Tagesablauf?. Eine Antwort darauf könnten die Chronobiologen geben.

Circaanualer Rhythmus

Grafik: Die Grafik zeigt einen Männerkopf, sein Gehirn scheint
durch die Schädeldecke ; Rechte: WDR-TV
Der Wintermensch

Bei einigen Tierarten wurde sogar eine Jahresrhythmik beobachtet, obwohl sie vollkommen von der natürlichen Außenwelt abgeschirmt waren. So bereitet sich ein Feldhamster, der im Labor geboren wurde, auf seinen Winterschlaf vor, obwohl er noch nie das Tageslicht gesehen hat. Auch beim Menschen, so vermuten die Chronobiologen, scheint eine solche circaanuale Rhythmik im Wandel der Jahreszeiten fest verankert zu sein. Doch das lässt sich im Experiment jedoch nicht darstellen, da man menschliche Probanden nicht über mehrere Jahre hinweg von jeglichen Umwelteinflüssen abschotten kann. Auch hat sich der Mensch im Industriezeitalter immer weiter von den natürlichen Rhythmen entfernt. Beheizte Wohnungen schützen ihn vor Kälte, und künstliches Licht verlängert den Tag, auch wenn die Sonne im Winter schon längst untergegangen ist. Und doch finden die Chronobiologen immer wieder Indizien dafür, dass es einen Einfluss der Jahreszeiten auf den menschlichen Organismus gibt.

Auch das menschliche Gehirn nimmt den jahreszeitlichen Wechsel des Lichts wahr. Im Winter sind wir dadurch antriebsärmer und brauchen nach Ansicht von Schlafforschern mindestens eine halbe Stunde mehr Schlaf. Unser Stoffwechsel verlangt anstelle von Eiweißen nach mehr Kohlenhydraten - wir essen mehr Süßes. Mediziner beobachten, dass jetzt beim Menschen eine höhere Anfälligkeit für negative Emotionen besteht. Sie erkennen einen Hang zu Feindseligkeit und Ärger, sowie zu Irritierbarkeit, bis hin zur Angst. Bei einigen Menschen kann der Lichtmangel sogar zu einer Winterdepression führen, die jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit wieder auftritt. Zur Therapie derartiger Depressionen werden starke Tageslichtlampen verwendet, deren Intensität bis zu 25 mal höher ist, als normale Wohnraumbeleuchtung. Die übliche künstliche Wohnraumbeleuchtung erreicht lediglich eine Beleuchtungsstärke von 100 bis 500 Lux, wohingegen Tageslicht selbst bei bedecktem Himmel bis zu 10.000 Lux aufweist. An einem sonnenreichen Sommermittag können sogar Werte von über 100.000 Lux erreicht werden.

Selbst der menschliche Hormonhaushalt und das Immunsystem unterliegen einem jährlichen Rhythmus. So können Fachleute bei zwei Blutproben derselben Person unterscheiden, welche im Sommer und welche im Winter abgenommen wurde.

Der moderne Mensch

Foto: Das Foto zeigt einen Mann und eine Frau in weißem
Licht; Rechte: WDR-TV
Die Zukunft der inneren Uhr

In unserer fortschreitend technisierten Welt fällt es jedoch immer schwerer, unsere innere Uhr mit der natürlichen Länge des Tages zu synchronisieren. Der berufliche Alltag findet häufig in künstlich erleuchteten Räumen statt und am Abend wird diese Art der Beleuchtung fortgeführt.

Die Grenzen zwischen Tag und Nacht, Sommer und Winter sind für die Bewohner von Industrienationen unschärfer geworden. Chronobiologen wollen nun zum Beispiel herausfinden, ob sich die innere Uhr von Winterdepressiven eventuell noch im Sommer wähnt und die Patienten dadurch einfach ein grßößeres Bedürfnis nach Licht verspüren. Es gilt zu erforschen, was es auf lange Sicht für Folgen haben kann, wenn unsere innere Uhr immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät. Übrigens: Dass die Menschen auf der Nordhalbkugel in ferner Zukunft das Weihnachtfest im Sommer feiern werden, ist ein chronobiologisches Märchen.

:

Falko Daub

Stand: 21.12.2004


Alle Beiträge


Quarks Weihnachtsspiel

Foto/Grafik: Ranga Yogeshwar an einem Tisch mit ganz vielen
Weihnachtsartikeln; Rechte: WDR-TV

Für alle die es noch nicht lassen können, bleibt das Spiel noch einige Zeit auf unseren Seiten. Gewinnen können Sie natürlich nicht mehr. [mehr]


Mehr zum Thema


Der Blick hinter die Kulissen!

Foto: Phillip Fragopoulos; Rechte: WDR

"Rätselhafte Krankheiten"

Der 14jährige Studiogast Phillip Fragopoulos hat mit seiner Kamera festgehalten, wie es bei der Aufzeichnung einer Quarks & Co-Sendung im Studio zugeht.


Wissen macht Spaß


Service

Quarks-Skript; Rechte: WDR

Skript, Newsletter, Mitschnitt & Co. [mehr]


Sendetermine


Quarks Bildschirmschoner

Der Quarks-Bildschirmschoner zeigt die aktuelle Zeit auf einem
Ziffernblatt analog an.; Rechte: WDR

Mit dem Quarks & Co Bildschirmschoner behalten Sie die Zeit im Blick. [mehr]


Rubriken


Wissenswert


RSS-Newsfeed

Logo: Quarks RSS-Newsfeed; Rechte: Quarks/WDR

  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.