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Erste Hilfe bei Vergiftungen (von Kindern)

  • SendeterminDienstag, 22. März 2005, 21.00 - 21.45 Uhr .

1. Ruhe bewahren!

2. Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben. Keine Milch! Keine Kohlensäure!

3. Kein Erbrechen auslösen! Kein Salzwasser!

4. Stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit

5. Giftnotruf anrufen

6. Reste oder Verpackungen des eingenommenen Giftes aufbewahren

Im Detail

Oberstes Gebot bei jeder Art von Vergiftung: Ruhe bewahren!

Eine voreilige Behandlung kann schlimmere Folgen haben als die eigentliche Vergiftung. Auf keinen Fall mit den Kindern schimpfen, statt dessen sollten sie beruhigt werden.

Verschlucken

Egal welches Gift verschluckt wurde, es sollte kein Erbrechen ausgelöst werden. Besonders einleuchtend ist dies bei ätzenden Substanzen, denn diese würden ja ein zweites Mal die Speiseröhre passieren. Bei anderen Substanzen, z. B.  Lampenöl, ist die Gefahr groß, dass erst beim Erbrechen Bestandteile in die Atemwege gelangen und dort zu Ersticken oder einer chemisch bedingten Lungenentzündung führen.

Insbesondere darf kein Salzwasser verabreicht werden um Erbrechen auszulösen. Das Salzwasser stört in extremen Maße den Wasserhaushalt im Körper, mit teilweise fatalen Folgen. Für Kleinkinder kann bereits ein Teelöffel Salz tödlich sein.

Je nach Substanz können folgende Maßnahmen sinnvoll sein:

Um das Gift zu verdünnen 1-2 Gläser Tee, stilles Wasser oder Saft in kleinen Schlucken trinken. Bei ätzenden Säuren und Laugen, z. B. Abflussreiniger, sollte dies so schnell wie möglich erfolgen.

Keine Milch geben. Das Fett in der Milch sorgt bei vielen Giften für eine beschleunigt Aufnahme in den Körper.

Bei schäumenden Substanzen (Tensiden) wie sie in Shampoos oder Reiniger enthalten sind, kann ein Entschäumer helfen. Der Schaum, der nach dem Verschlucken von Shampoo etc. im Magen entsteht, dehnt die Magenwände und kann neben Übelkeit und Durchfall auch Erbrechen zur Folge haben. Dabei können Tenside in die Atemwege gelangen und zu Erstickungserscheinungen führen. Der Entschäumer löst den Schaum auf und verhindern so ein Erbrechen. Derzeit gibt es in der Apotheke drei Produkte die alle rezeptfrei zu kaufen sind: Espumisan, Sab Simplex und Lefax.

Einatmen von giftigen Gasen

Das Kind an die frische Luft bringen, oder falls das nicht möglich ist, Fenster und Türen weit öffnen.

Kind in warme Decken hüllen und ruhig halten.

Vorsicht! Gefahr der Selbstvergiftung.

Wenn das Kind nicht mehr atmet, sofort Mund-zu-Mund/Nase-Beatmung beginnen. Wegen einer möglichen Selbstgefährdung des Helfers nie über sondern stets neben dem Vergifteten einatmen.

Vergiftungen durch die Haut

Betroffene Kleidung entfernen.

Die Haut mit viel lauwarmen Wasser und Seife abwaschen.

Falls vorhanden sollte der Helfer Handschuhe tragen, um sich nicht selbst beim Reinigen zu vergiften.

Augenverätzungen

Sofort das Auge unter lauwarmen Wasser 10-15 Minuten spülen. Der Strahl sollte nicht zu fest sein. Falls dies nicht möglich ist einen mit Wasser getränkten (sauberen!) Waschlappen oder ein Taschentuch ausdrücken. Das Auge jeweils aufhalten.

Danach sofort einen Augenarzt anrufen.

Identifizierung

Damit das Gift möglichst schnell bestimmt werden kann unbedingt Verpackungen aufheben und zum Telefon, Arzt oder ins Krankenhaus mitnehmen.

Pflanzen- oder Pilzreste aufbewahren.

Falls es zu spontanem Erbrechen kommt, Erbrochenes nicht wegschütten. Aus dem Mageninhalt kann evtl.  das Gift im Labor analysiert werden.


Diese Erste Hilfe Maßnahmen können nur einen ersten Anhaltspunkt geben, sie ersetzen nicht das Gespräch mit einem Arzt oder einem Experten einer Giftnotrufzentrale.

Stand: 22.03.2005


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