Stromverbrauch und Stromversorgung
- Dienstag, 31. Mai 2005, 21.00 - 21.45 Uhr
Grundlast
Die Grundlast ist die Menge Strom, die ständig verbraucht wird, unabhängig von allen Schwankungen, zum Beispiel durch die Straßenbeleuchtung, Industrieanlagen oder im Haushalt der Kühlschrank, der auch in der Nacht kühlt. Diese Grundlast wird vor allem von Braunkohle-, Kernkraft- und Laufwasserkraftwerken gedeckt. Auch Windenergieanlagen zieht man zur Deckung der Grundlast heran. Wichtig ist eine möglichst kostengünstige Stromproduktion. Kraftwerke, die die Grundlast abdecken brauchen sich nicht unbedingt spontan regeln zu lassen – bei Laufwasserkraftwerken und Kernkraftwerken ist das auch nur unter großem Aufwand möglich. Sie sollen einfach nur vor sich hin produzieren, möglichst gleichmäßig, möglichst zuverlässig und möglichst günstig. Für alles andere gibt es andere Lösungen.
Mittellast
Die üblichen Schwankungen im Tagesverlauf bezeichnet man als Mittellast: Regelmäßige Abweichungen im Stromverbrauch, die sich im Tages-, Wochen- und Jahresrhythmus wiederholen. Sie werden vor allem von Steinkohle-Kraftwerken aufgefangen. Diese Kraftwerke lassen sich leichter regeln als die Grundlastkraftwerke, produzieren aber zu höheren Kosten. Ihr Vorteil: man kann von vornherein einen Plan aufstellen, wann das Werk welche Last zu liefern hat. Erfahrungsgemäß wird zum Beispiel um die Mittagszeit am meisten Strom verbraucht. Darauf können sich die Betreiber von Steinkohlekraftwerken aber einstellen, sie fahren dann die Produktion hoch.
Spitzenlast
Zusätzlich zu den Mittellasten treten immer wieder auch außergewöhnliche Verbrauchsspitzen auf. Das kann zum Beispiel die Fußballübertragung im Fernsehen sein oder auch der Ausfall eines Kraftwerkes. Dann kommt es darauf an, dass in Sekundenschnelle gewaltige zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt werden. In solchen Fällen müssen so genannte Spitzenlastkraftwerke in Aktion treten, das sind vor allem Gasturbinenkraftwerke und Pumpspeicherwerke. Jetzt kommt es auf schnelles Handeln an, und das hat seinen Preis: An Strombörsen können auch schon mal 100 Euro für eine einzige Kilowattstunde gehandelt werden.
Zentrale und dezentrale Stromversorgung
In Deutschland liegt eine überwiegend zentrale Stromversorgung vor. Wenige Großkraftwerke, z.B. Kohle- oder Atomkraftwerke, die außerhalb der Wohngebiete liegen, produzieren große Strommengen. Über Hochspannungsleitungen muss der Strom dann in die Städte und Industrieanlagen transportiert werden. Dagegen wird die dezentrale Stromversorgung über mehrere kleine Kraftwerke, z.B. Blockheizkraftwerke, geregelt. Diese stehen dann direkt an den Verbrauchsorten.
Regelenergie
Normalerweise kann der Stromverbrauch einer Region für einen bestimmten Zeitpunkt ziemlich präzise vorhergesagt werden. Unvorhergesehene Schwankungen zwischen der Produktion und dem Verbrauch des Stroms müssen dann sehr kurzfristig ausgeglichen werden. Dies geschieht mit der so genannten Regelenergie. Das virtuelle Kraftwerk der STEAG-Saar Energie AG schaltet kleinere und größere Kraftwerke, die über Reservekapazitäten verfügen, bei Bedarf zu einem einzigen, virtuellen Kraftwerksblock zusammen. Damit kann kurzfristiger Mehrbedarf an Strom gedeckt werden.
Stand: 31.05.2005
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