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Quarks & Co
Sendung vom 12. Juli 2005
Wieviel Wasser braucht der Mensch?
Eine kleine Sensation: Dreizehn Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Bam im Iran wird ein 57-jähriger Mann lebend geborgen. Ein kleiner Hohlraum und ein minimaler Wasservorrat haben ihn vor dem Tod bewahrt. Ein kleines Happy-End in mitten einer traurigen Szenerie.
Schon geringe Mengen Wasser können ein Überleben in Extremsituationen sichern. Ganz ohne geht es allerdings nicht. Normalerweise stirbt ein Mensch schon nach maximal 4 Tagen ohne Flüssigkeit. Der Stoffwechsel funktioniert nur, wenn dem Körper ausreichend Wasser zur Verfügung gestellt wird. Täglich benötigen wir deshalb etwa 2 bis 2,5 Liter Wasser und etwa die gleiche Menge scheidet unser Körper an einem Tag wieder aus. In unserem ganzen Leben sind es etwa 65.000 Liter H2O, die wir aufnehmen. Da heißt es: viel trinken!
Täglich benötigen wir etwa 2 Liter Wasser, denn etwa die gleiche Menge scheidet unser Körper aus
Wasser ist eines der wichtigsten Lösungsmittel für uns Menschen überhaupt. Es verdünnt zum Beispiel die Magensäure.
Wasser spaltet die Salze unseres Körpers und löst beispielsweise Hormone, Proteine, Vitamine oder auch Zuckermoleküle.
Etwa 80 % des Bluts bestehen aus Wasser. Rund 5 Liter Blut werden pro Minute durch unsere Adern gepumt und mit ihm das Wasser.
Wasser unterstützt die Lunge beim atmen. Ein geringer Anteil unserer ausgeatmeten Luft ist Wasserdampf.
Der größte Teil der überschüssigen Flüssigkeit unseres Körpers gelangt in die Niere. 180 Liter Wasser filtert das Organ täglich. Das reinigt das Blut von gelösten Abbaustoffen, wie etwa Salzen.
Ist unser Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt nehmen die Wasserteilchen ihren letzten Weg auf. Sie wandern durch die Harnleiter in die Blase.
Insgesamt besteht unser Körper, je nach Alter und Geschlecht, zu etwa 2/3 aus Wasser. Wasser ist eines der wichtigsten Transport- und Lösungsmittel für uns Menschen überhaupt. Es verdünnt die Magensäure, spaltet und transportiert die Salze im Körper oder löst beispielsweise Hormone, Proteine, Vitamine oder auch Zuckermoleküle.
Wohl die wichtigste Station für das Wasser ist der Übergang vom Dünndarm in den Blutkreislauf. Hier kann das Wasser erst seine eigentliche Aufgabe übernehmen. Ein Konzentrationsgefälle zwischen Darmflüssigkeit und Blut sorgt für die Aufnahme des Wassers über die Darmzotten in das Adersystem. Rund 5 Liter Blut werden pro Minute durch unsere Adern gepumpt und mit ihm das Wasser. Einige Wassermoleküle verlassen aber auch das Blutgefäßsystem. Sie wandern immer wieder in Gewebe und Zellen. Dort versorgen sie diese mit den nötigen Nährstoffen und mit Sauerstoff.
Je nach Anforderung verliert unser Körper unterschiedliche Flüssigkeitsmengen: Selbst beim Schlafen verflüchtigen sich etwa 0,2 Liter. Bei einem 1000-Meter-Lauf "verdunstet" ein Sportler etwa einen halben Liter Wasser. Beim Ironman- Triathlon, einem der wohl anstrengendsten sportlichen Herausforderungen überhaupt, scheidet der Körper sogar bis zu 20 Liter Wasser aus. Leider können wir nicht auf ein "internes Wasserreservoir" zurückgreifen. Deswegen ist diese Menge nur schwer wieder aufzunehmen, denn sie muss dem Körper schnell und noch während des Triathlons zur Verfügung gestellt werden. Feste Nahrung enthält meist nur wenig Wasser. Getränke, besonders wenn sie gelöste Salze enthalten, sind für den Körper eine wesentlich effektivere Flüssigkeitsquelle. Durch die Salze kann unser Körper schneller die notwendige Flüssigkeit aufnehmen. Die Folge: Der Körper trocknet nicht aus. Wenn ein Mensch 3-5 % seines Körpergewichts ausscheidet, ohne "nachzufüllen", gerät er in einen kritischen Zustand. Dann wird hauptsächlich dem Blut Wasser entzogen. Das Blut in den Gefäßen "dickt" ein und es können die ersten Symptome einer Dehydrierung entstehen: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verstopfung, Krämpfe. Ein Wasserverlust von etwa 15 % kann sogar zum Verdursten führen.
Besonders Sportler sollten schon vor der eigentlichen Belastung genügend trinken. Denn während der Aktivität erhöht sich die Temperatur des Körpers. Einige Wassermoleküle wandern dann in Richtung Schweißdrüsen, um die Körpertemperatur zu regulieren. Das Wasser gelangt so durch eine der 3 Millionen Schweißdrüsen auf die Hautfläche. Dort verdunstet es und entzieht dem Körper die überschüssige Wärme.
Wasser verlässt unseren Körper auch auf anderen Wegen. Ein geringer Anteil unserer ausgeatmeten Luft ist Wasserdampf: Über das Kreislaufsystem gelangen einige Wassermoleküle in die Lunge und werden zusammen mit CO2 ausgeatmet. Der größte Teil der überschüssigen Flüssigkeit unseres Körpers gelangt in die Niere und hilft da bei der Entgiftung des Körpers. Immer wieder durchläuft das Wasser unseren Körper. 180 Liter filtert das Organ täglich. Das reinigt das Blut von gelösten Abbaustoffen, wie etwa Salzen. Ist unser Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt, nehmen die Wasserteilchen ihren letzten Weg auf. Sie wandern durch die Harnleiter in die Blase und von dort wieder aus dem Körper heraus.
Chirstoph Goldbeck
Stand: 12.07.2005