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Quarks & Co
Sendung vom 12. Juli 2005
Mineralwasser & Co.
Unzählige Marken stehen in den Wasserregalen der Geschäfte. Aber nicht jede Flasche Wasser enthält auch Mineralwasser. Ein Gesetz regelt, was ein "echtes" Mineralwasser ist und was nicht: Die "Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser" – kurz: Mineral- und Tafelwasserverordnung.
Das so genannte natürliche Mineralwasser ist in Deutschland ein echter Verkaufsrenner: Mit einem Marktanteil von 92% liegt es ganz weit vorne. Mineralwasser kommt aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen. Es enthält Mineralstoffe, die das Wasser beim Fließen durch die Erd- und Gesteinsschichten aufgenommen hat – meist über 1 Gramm pro Liter. Die Abfüllung muss am Quellort erfolgen. Die Zusammensetzung des Wassers darf nicht geändert werden – mit wenigen Ausnahmen: Die Wässer dürfen von Schwefel, Eisen und Mangan befreit werden. Außerdem darf Kohlensäure entzogen und zugegeben werden.
Tafelwasser muss nicht schlechter schmecken als Mineralwasser. Dennoch liegt sein Marktanteil bei nur 5%. Tafelwasser ist Trink- oder Mineralwasser, das zum Beispiel mit Meerwasser und Mineralstoffen versetzt ist. Solche Wässer sind nach bestimmten Rezepten komponiert. Deshalb nannte man sie früher auch "künstliche Mineralwässer". Dabei muss Tafelwasser nicht nur der Mineral- und Tafelwasserverordnung, sondern auch den teilweise strengeren Grenzwerten der Trinkwasserverordnung entsprechen.
Heilwässer sind ein Sonderfall unter den Mineralwässern. Die enthaltenen Mineralstoffe liegen meist in recht hohen Konzentrationen vor und müssen eine heilende oder vorbeugende Wirkung haben. Heilwässer unterliegen dem Arzneimittelgesetz und benötigen eine amtliche Zulassung. Immerhin 3% der verkauften Wasserflaschen waren im Jahr 2000 Heilwässer.
Quellwasser spielt in Deutschland kaum eine Rolle. Es stammt aus unterirdischen Wasservorkommen und enthält meist deutlich weniger Mineralstoffe als Mineralwasser. Eine Flasche mit der Bezeichnung "Quellwasser" kann Wasser aus verschiedenen Quellen enthalten.
Immer mehr Menschen machen sich ihren Sprudel selber: Mit einem CO2-Sprudler (Streamer) kann man gekühltes Leitungswasser aufsprudeln. Die Zugabe von Kohlensäure macht aus Leitungswasser natürlich kein Mineralwasser; aber geschmacklich können die selbst gemachten Wässer meist mithalten. Sollten auch Sie einen CO2 -Sprudler benutzen, achten Sie darauf, dass Sie das Gerät und die Flaschen regelmäßig gründlich reinigen, damit sich keine Keime vermehren können. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass die Wasserleitungen in ihrem Haus nicht aus Blei oder Kupfer sind.
Was nun letztendlich ein gutes Wasser eigentlich ausmacht, ist kaum zu beantworten. Selbstverständlich sollten keine Schadstoffe enthalten sein. Dann ist eigentlich alles eine Sache des Geschmacks!
Manchmal ist Mineralwasser mehr als nur Wasser. Nur zu leicht wird daraus ein Statussymbol – und damit ein großes Geschäft. S.Pellegrino und Perrier sind wohl die weltweit bekanntesten Marken für "Luxuswasser" – beide gehören dem schweizerischen Lebensmittelkonzern Nestlé, wie etwa 70 weitere Marken. Dazu gehören auch die Marken Vittel, Contrex, Aqua Panna. Der Mineralwassermarkt wird von vier bis fünf weltweit tätigen Großanbietern, wie Suntory, Danone, Coca Cola Enterprises und eben Nestlé, sowie einer Vielzahl an kleineren und meist nur regional oder national tätigen Anbietern bestimmt.
Die Investition in das Produkt Mineralwasser scheint sich zu lohnen. Allein Sanpellegrino konnte nach eigenen Angaben im vergangenen heißen Sommer 2003 um 14 Prozent mehr Wasser in Deutschland absetzen als im Jahr zuvor. Aber auch 2002 betrug die Steigerungsrate gut neun Prozent.
Nicht nur Mineralwasserquellen sind ins Blickfeld großer Lebensmittel-Konzerne geraten. Zunehmend versuchen international tätige Firmen in den Besitz von Trinkwasservorkommen auf der ganzen Welt zu gelangen. Da sauberes Wasser ein immer knapperes Gut zu werden droht, sehen insbesondere Kritiker der Globalisierung in dieser Entwicklung eine Gefahr für Entwicklungs- und Schwellenländer.
Axel Bach und Tilman Wolff
Stand: 12.07.2005
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