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Der Mineralwasser-Test

  • SendeterminDienstag, 12. Juli 2005, 21.00 - 21.45 Uhr .
6 Wasserflaschen
Diese sechs Wässer mussten gegeneinander antreten

20 Cent für eine Flasche Mineralwasser oder 1,20 Euro: Die Preisunterschiede sind gewaltig. In guten Restaurants kostet eine einfache Flasche Mineralwasser auch schon mal bis zu zehn Euro.

Wir haben uns gefragt: Können professionelle Verkoster überhaupt Unterschiede herausschmecken?

Die Wässer

Für den Quarks-Mineralwassertest haben wir sechs Wässer unterschiedlicher Herkunft und Preiskategorie ausgewählt. In jeder Flasche sprudeln 3 bis 4,5 Gramm Kohlensäure. Es sind alles Wässer mit mittlerem Kohlendioxidgehalt.

Die Wasserauswahl:

  • gehobene Preisklasse: ausländische Mineralwässer (S.Pellegrino, Perrier )
  • mittlere Preisklasse: deutsche Mineralwässer (Apollinaris, Gerolsteiner)
  • günstige Preisklasse: deutsches Mineralwasser (Harzquell) sowie ein Tafelwasser (Bonaqa)

Das Flaschenmaterial ist Glas – außer bei Bonaqa. Das ist in Kunststoffflaschen abgefüllt.

Die Tester

Wasser wird eingegossen
Die Wässer werden im Nachbarraum eingeschenkt

Den Geschmack der verschiedenen Wässer sollen unsere Fachleute beurteilen: Zwei Mineralwasserspezialisten, drei Weinkenner und fünf Profi-Verkoster des größten europäischen Aromenherstellers Symrise haben sich der Herausforderung gestellt.

Der Test

Verkoster bei der Arbeit
In den Verkostungskabinen arbeitet jeder für sich. Beim Nachbarn abschreiben geht nicht

Jeder Verkoster bekommt die sechs leicht gekühlten Wässer in einer unterschiedlichen Reihenfolge. Auf den Verkostungsgläsern stehen nur Nummern. Die Testkandidaten wissen nicht, welche Wassermarken sie verkosten.

Die Quarks-Tester vergeben für das Wasser, das ihnen am besten schmeckt sechs Punkte. Das Zweitbeste erhält fünf Punkte und das Letztplatzierte bekommt einen Punkt. Der Test wird nach dem ersten Durchgang noch zweimal wiederholt. Dabei ändern wir die Reihenfolge der Wässer jedes Mal. Einerseits kann man auf diese Weise die Zuverlässigkeit (Reliabilität) der Verkoster überprüfen: Werden sie immer wieder dieselbe Reihenfolge aufstellen? Andererseits sind die Wiederholungsdurchgänge nötig, weil mit einer höheren Probenanzahl aussagekräftigere Mittelwerte zu Stande kommen, die – statistisch gesehen –gesichertere Aussagen über das Testergebnis zulassen.

Das Ergebnis

Das Ergebnis
Das Ergebnis

Die Auswertung der ersten Runde zeigt: Alle Wässer liegen etwa gleich auf. Auch nach der zweiten Runde gibt es noch keinen eindeutigen Gewinner.

Wird der dritte Durchgang Klarheit bringen? Jetzt liegen immerhin 180 Einzelbewertungen vor und das Ergebnis zeigt tatsächlich einen ganz knappen Sieger. Mit 132 Punkten hat sich das Gerolsteiner Wasser durchgesetzt. Aber eins muss dabei klar gesagt werden: Von den getesteten Wässern war keines wirklich schlecht. Einen statistisch messbaren Unterschied gab es nur zwischen dem erst- und letztplatzierten Wasser. Statistisch betrachtet lassen sich also schon zwischen dem zweit- und dem letztplatzierten Wasser keine Unterschiede herausschmecken.

Außerdem: Obwohl Apollinaris unseren Profi-Verkostern nicht ganz so gut mundete, mögen andere vielleicht lieber ein etwas salzigeres Wasser und wären dann mit Apollinars zufrieden.

Wie urteilt der "Otto-Normalverbraucher"?

Das Urteil "Otto-Normalverbraucher"
Das Urteil "Otto-Normalverbraucher"

Wie sieht es aus, wenn man nicht die "Goldenen Zungen", sondern ganz normale Menschen nach der Beliebtheit von Mineralwässern fragt? Im Anschluss an unseren Test mit den Profi-Verkostern haben wir die sechs Wässer über 60 "Otto-Normal"-Verbrauchern vorgesetzt. Das Gerolsteiner Wasser liegt auch hier auf Platz 1 und unterscheidet sich – wie schon bei unseren Profi-Verkostern – deutlich von Apollinaris. Bei unseren befragten Konsumenten hat aber ein Wasser deutlich schlechter abgeschnitten. das Tafelwasser Bonaqa. Zwischen dem Tafelwasser und den drei erstplatzierten gibt es einen statistisch messbaren (signifikanten) Unterschied. Einschränkend muss allerdings gesagt werden, dass Bonaqa das einzige Wasser aus einer Kunststoffflasche war. Nach einem Mineralwassertest der Stiftung Warentest im Jahr 2002 sind Kunststoffflaschen häufig nicht geschmacksneutral. Es ist daher theoretisch denkbar, dass zum Beispiel Gerolsteiner Wasser aus PET -Flaschen nicht so gut abgeschnitten hätte. Insbesondere in den warmen Sommermonaten können Abbauprodukte - wie Acetaldehyd - in das Getränk übergehen. Diese sind zwar gesundheitlich nicht weiter bedenklich, können sich aber geschmacklich negativ auswirken.

Übrigens: Das günstigste Wasser im Test hat sich gut geschlagen. Es unterscheidet sich zu keinem der anderen Wässer, also weder zum erstplatzierten Gerolsteiner noch zu Bonaqa!

Selber testen!

Aus dem Ergebnis kann man vor allen Dingen zwei Schlüsse ziehen:

  • Die ausgewählten Mineral- und Tafelwässer schmecken relativ ähnlich.
  • Teures Wasser muss nicht besser schmecken.

Unser Tipp: Machen Sie selber den Geschmackstest. Kaufen Sie sich verschiedene Wässer und entscheiden Sie dann an Hand ihres eigenen Geschmacks, welches Sie am liebsten mögen.

:

Axel Bach

Stand: 12.07.2005


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