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Sendung vom 02. Januar 2007
Mundprobleme: Tipps und Trick
Mundgeruch ist einfach nur unangenehm – ob man ihn selbst hat oder ob man ihn bei anderen wahrnimmt. Vergleichsweise harmlos ist dabei der morgendliche Geruch aus dem Mund. Er entsteht, weil die Speichelmenge während des Schlafens viel geringer ist und sich die Mundbakterien dadurch ungestört vermehren können. Tagsüber sorgt ein ständiger Speichelfluss dafür, dass die Bakterien weggespült werden, so dass sich normalerweise der Geruch in Grenzen hält. Doch wenn der Mund austrocknet, kann sich der Geruch wieder verstärken, zum Beispiel bei einer starken Erkältung, wenn man nicht durch die Nase atmet, sondern durch den Mund Luft holen muss. Aber auch Fasten, langes Reden, Stress, bestimmte Medikamente, Rauchen oder Alkoholkonsum trocknen den Mund aus und können so den Mundgeruch hervorrufen. Karieslöcher oder defekte Plomben und Brücken sowie Wurzelentzündungen können ebenfalls unangenehm riechen. Daher sollten die Ursachen für Mundgeruch von einem Zahnarzt genau analysiert werden.
Einige Zahnarztpraxen und Kliniken sind auf den unangenehmen Geruch aus dem Mund vorbereitet und bieten Hilfe an. Das einfachste diagnostische Mittel, um einen Mundgeruch nachzuweisen, ist die Nase des Zahnarztes: eine allein mit seinem Geruchssinn durchgeführte Untersuchung, von Medizinern die „organoleptische Untersuchung“ genannt. Die hängt aber sehr von der Leistung des Riechenden ab. Apparate bieten objektive Messmethoden. In Zahnarztpraxen und Kliniken finden daher spezielle Analysegeräte zunehmende Verbreitung. Hiermit lässt sich die Konzentration flüchtiger Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Methylmercaptan messen. Dann kann der Zahnarzt konkrete Tipps geben, oder an einen anderen Arzt verweisen. Denn auch Magen- und Darmerkrankungen können die Ursache für hartnäckigen Mundgeruch sein, das sollte man überprüfen lassen.
Häufige Ursache für unangenehmen Mundgeruch sind auch Entzündungen und Vertiefungen im Zahnfleisch – die so genannten Taschen. Denn hier sammeln sich Bakterien und Essensreste. Wenn beim Zähneputzen regelmäßig das Zahnfleisch blutet, ist dies ein Hinweis auf eine Zahnfleischentzündung, die so genannte Gingivitis. Aus der anfänglich harmlosen Angelegenheit kann schnell eine Entzündung des Zahnbetts – eine Parodontose – werden. Gehen Sie also bei Zahnfleischbluten lieber sofort zum Zahnarzt! Süß-saure Limonade: Säureangriff auf Zahnfleisch und Zähne.
Damit das Ökosystem im Mund im Gleichgewicht bleibt, ist eine sorgfältige Mundhygiene unerlässlich. Dabei sollte neben der Reinigung der Zähne mit Zahnbürste, Zahnseide und Zahnzwischenraumbürste vor allem auch die Zunge mit einbezogen werden. Die Zungenoberfläche kann mit einem speziellen Zungenschaber behandelt werden, der Belag, Bakterien und Essensreste wegputzt. Solche Geräte gibt es in Drogeriemärkten und Apotheken. Diese tägliche Reinigung der Zunge gehört zum Beispiel in Indien seit jeher zur Mundhygiene. Auch eine antibakterielle Mundspüllösung mit dem Wirkstoff Chlorhexidin kann verwendet werden, um die Keimzahl im Mund zu verringern. Solche Lösungen sollten aber mit Vorsicht verwendet werden, da damit große Teile der gesamten Mikroorganismen vernichtet werden – darunter auch die sinnvollen Mitbewohner. Das bietet wiederum Chancen für Krankheitserreger. Daher sollten Sie sich bei Mundspüllösungen von Ihrem Zahnarzt beraten lassen und sich an seine Anweisungen halten
Carsten Binsack
Stand: 06.10.2006
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