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Sendung vom 30. Januar 2007
Münster: Eine Stadt kämpft gegen den Klimawandel
Die eine, große und alles entscheidende Lösung gibt es nicht – um den Ausstoß von CO2 zu senken, sind viele Maßnamen nötig. Das haben hat die Stadtregierung in Münster im Jahr 1995 erkannt, und so laufen im Jahr 2007 mittlerweile 80 Aktionen in den Bereichen Energie, Verkehr, Siedlungsplanung, Abfall, Landwirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit. Schon seit den 90er Jahren ist der Verkehr ein Schwerpunkt – schließlich fällt hier besonders viel CO2 an. Ergebnis: Die Münsteraner erledigen 40 Prozent ihrer täglichen Wege mit dem Rad, 2003, 2004 und 2005 wurde Münster als "Fahrradfreundlichste Stadt" Deutschlands ausgezeichnet. Ein anderer der kleinen Schritte: Die Mitarbeiter der Stadt werden regelmäßig darin geschult, sich im Büroalltag energiesparend zu verhalten. "Wenn ich allein jede Mittagspause den Bildschirm ausschalte, spare ich im Jahr Strom für 4, 50 Euro – nicht sehr viel. Aber wenn alle zweieinhalbtausend Stadtmitarbeiter das machen, sparen wir Strom für 12.000 Euro – und das ist eine stolze Summe", erklärt Birgit Wildt, Mitarbeiterin im Umweltamt.
Regenerative Energien spielen in Münster eine große Rolle: rund fünf Prozent des in der Stadt benötigten Strom produzieren Sonne und Wind. Die Stadt fördert regenerative Energien. Heute produzieren Sonne und Wind fünf Prozent des in der Stadt benötigten Stroms. Damit es noch mehr wird, stellt die Stadt Bürgern öffentliche Flächen für Solaranlagen zur Verfügung; beispielsweise auf dem Dach der Halle Münsterland. Nicht jede Solaranlage gehört dabei der Stadt selbst. Auf dem Dach der Halle Münsterland steht beispielsweise eine "Bürgersolaranlage", bezahlt von Bürgern der Stadt, die mit dem dort produzierten Strom mittlerweile Geld verdienen. Die Stadt stellt in diesem Fall lediglich die Fläche, also das Dach, zur Verfügung. Neben der Förderung der regenerativen Energien führt auch die bessere Ausnutzung von konventionellen Kraftstoffen zu einer deutlichen CO2-Reduzierung. Deshalb hat Münster sein altes Kraftwerk saniert: Statt Kohle wird dort jetzt Gas verbrannt. Die dabei entstehende Wärme wird ins Fernwärmenetz eingespeist. Durch diese sogenannte Kraft-Wärme–Kopplung werden knapp 90 Prozent der im Erdgas gebundenen Energie genutzt – normalerweise sind es nur etwa 60 Prozent. Durch diese Umstellung konnte Münster seinen CO2 Ausstoß um 10 Prozent senken.
Die Deutschen verbrauchen für das Heizen die meiste Energie – mehr noch als für Verkehr und Industrie. Entsprechend wichtig sind Programme zur Senkung von Heizkosten: Münster unterstützt Besitzer von Altbauten bei der Sanierung durch gezielte Beratung, damit sind 50 – 60 Prozent weniger Heizkosten möglich. Häusle-Bauer zwingt man sogar zu ihrem Glück: Die Stadt verkauft Grundstücke nur noch an solche Bauherrn, die sich dazu verpflichten, ein Niedrigenergiehaus zu bauen. "Zuerst haben manche Bürger gemurrt, aber heute empfinden sie es als Sicherheit", sagt Birgit Wildt vom Umweltamt. "Um ein Niedrigenergiehaus zu heizen, brauchen Sie 65 Kilowattstunden Strom pro Jahr und Quadratmeter. Bei einem Altbau sind es dagegen 200." So entstanden in den letzten Jahren in Münster 6.500 Niedrigenergiehäuser - und Münster hat neben vielen anderen Auszeichnungen im November 2006 einen besonderen Ehrentitel erhalten: Die Stadt erhielt den von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verliehenen Titel "Bundeshauptstadt Klimaschutz 2006".
Christina Krätzig
Stand: 23.01.2007
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