Hauptnavigation

Donnerstag, 09.02.2012

Suche im Redaktionsangebot von Quarks & Co
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Navigation


Zurück: Januar 2012 Sendeplan für Februar 2012 Weiter: März 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Wissen > Quarks & Co > Sendung vom 13. März 2007 > Bio-Essen und Gesundheit


Bio-Essen und Gesundheit

Studien ergeben gemischte Bilanz

  • SendeterminDienstag, 13. März 2007, 21.00 - 21.45 Uhr .
  • WiederholungsterminSamstag, 17. März 2007, 10.20 - 11.05 Uhr (Wdh.).

Weniger Allergien durch Bio-Essen?

Foto: Baby mit Stethoskop auf der Brust
Ein schwedisches Baby wird für eine Allergiestudie untersucht

Das schwedische Dorf Järna ist dafür berühmt, dass dort so viele StichwortAnthroposophen leben und arbeiten. Anthroposophen haben einen besonderen Lebensstil, zu dem auch eine eigene Form von Bio-Nahrung, das Stichwortbiologisch-dynamische Essen gehört. Schwedische Ärzte stellten in einer Studie fest, dass die Kinder der Anthroposophen sich in einem Punkt von anderen Kindern unterscheiden: Sie haben seltener Allergien! Liegt das an der Bio-Nahrung? Den Einfluss der Bio-Nahrung konnten die schwedischen Forscher mit ihrer Studie nicht definieren, denn das biologisch-dynamische Essen ist nur eine der vielen Besonderheiten des anthroposophischen Lebensstils: Anthroposophen benutzen zum Beispiel seltener Antibiotika und fiebersenkende Mittel, und sie impfen weniger. Die schwedischen Anthroposophen essen außerdem spezielle Gerichte, die viele Milchsäure-Bakterien enthalten. Welcher von diesen vielen Faktoren die anthroposophischen Kinder vor Allergien schützt, das konnten die Forscher nicht herausrechnen – und damit blieb auch offen, welche Rolle die biologische Ernährung spielt. Trotzdem sorgten die Ergebnisse aus Schweden weltweit für Aufsehen, und im Jahr 2000 wurde eine Nachfolge-Studie an 6630 Kindern in fünf europäischen Ländern aufgenommen. Auch in dieser Studie ließ sich für Bio-Nahrung keine Wirkung belegen. Die schwedischen Kinderärzte haben 2006 eine neue Allergiestudie begonnen: Sie beobachten Kinder von der Schwangerschaft bis zum zweiten Geburtstag, und sie untersuchen nicht nur Gesundheit, Lebensstil und Ernährung, sondern zum Beispiel auch Stress in der Familie. Denn der Ursprung von Allergien ist zu kompliziert, als dass ein einzelner Faktor alleine davor schützen könnte.

Besser fühlen durch Bio-Essen?

Foto: Nonne presst Tupfer auf Armbeuge
Blutwerte sollten verraten, ob die Bio-Kost das Immunsystem der Nonnen stärkte

Deutsche Wissenschaftler haben Bio-Essen an Nonnen getestet: Vier Wochen lang ernährten sich die Nonnen in einem Franziskanerkloster biologisch-dynamisch. Und tatsächlich – mit der Bio-Kost fühlten sie sich viel gesünder als sonst, und ihr Blutdruck sank. Die Blutwerte schienen außerdem darauf hinzuweisen, dass das Immunsystem gestärkt wurde. Doch in der Fachwelt stößt die Studie auf große Skepsis: Die Nonnen wussten, wann sie biologisch aßen und wann nicht – das könnte ihr Gesundheitsempfinden auf psychologischem Wege durchaus beeinflusst haben. Außerdem waren die Forscher während des Versuchs im Kloster anwesend, so dass ihre Erwartungen sich möglicherweise auf die Nonnen übertragen haben. Später stellte sich auch noch heraus, dass die Nonnen für die Studie von der gewohnten Tiefkühlkost auf frisches Gemüse umgestiegen waren. Das war vermutlich der wahre Grund für die verbesserten Immunwerte.

Fruchtbarer durch Bio-Essen?

Foto: zwei Spermien unter dem Mikroskop
Spermien unter dem Mikroskop

In einem Punkt unterscheiden sich biologisches und konventionelles Essen eindeutig: Bei der Pestizidbelastung. Doch wie schädlich Pestizidrückstände für den Verbraucher sind, darüber streiten sich die Wissenschaftler noch. Einige haben sich für ihre Studien eine Gruppe ausgesucht, die sich schon aufgrund ihres Berufes biologisch bzw. streng konventionell ernährt: Bauern. Bei Bio-Bauern fanden Wissenschaftler in einer Studie eine besonders hohe Spermienkonzentration. Als andere Forscher jedoch dänische Bio-Bauern direkt mit konventionellen Bauern verglichen, stellten sie keine relevanten Unterschiede fest. Anzeichen dafür, dass Pestizide die Spermienproduktion beeinträchtigen könnten, zeigten sich aber in einer Studie an Gewächshausarbeitern: Bei diesen Männern war die Spermienkonzentration umso geringer, je länger sie in dem Gewächshaus tätig waren. Insgesamt also eine gemischte Bilanz – und auf den männlichen Normalverbraucher lässt sie sich ohnehin nicht ohne Weiteres übertragen: Denn der ist über die Nahrung viel geringeren Pestizidmengen ausgesetzt als ein Gewächshausarbeiter oder ein konventioneller Bauer.

Fittere Kinder durch Bio-Essen?

Foto: Menschen-Zeichnungen von fünfjährigen Kindern
Links: Zeichnung eines fünfjährigen Feldbauern-Kindes Rechts: Zeichnung eines fünfjährigen Viehzüchter-Kindes

Ob Pestizide der Entwicklung von Kindern schaden, haben Wissenschaftler an den mexikanischen Yaqui-Indianern untersucht. Ein Teil der Yaqui lebt vom Ackerbau, eine andere Gruppe von der Viehzucht. Die Feldbauern benutzen Pestizide, die Viehzüchter nicht. Die Wissenschaftler stellten den Kindern der Yaqui einige Aufgaben: Die Kinder mussten zum Beispiel einen Menschen zeichnen, einen Ball fangen und Rosinen in einen Flaschenhals fallen lassen. Damit sollte die Koordination der Kinder überprüft werden. Es stellte sich heraus, dass die Kinder der Feldbauern viel schlechter zeichnen konnten als die Kinder der Viehzüchter, und auch mit den anderen Aufgaben hatten sie Probleme. Aber die Studie wurde kritisiert, weil möglicherweise ein noch paar andere Umstände das Ergebnis beeinflusst haben könnten: Zum Beispiel wussten die Prüfer, ob sie ein Bio-Kind vor sich hatten oder nicht – es ist also möglich, dass die Prüfer die Leistung der Kinder unbewusst mit beeinflusst haben. Außerdem waren die Kinder Pestizidbelastungen ausgesetzt, die sich nicht mit dem vergleichen lassen, was der deutsche Konsument im Normalfall mit der Nahrung aufnimmt: Die Yaqui-Bauern bringen große Mengen von Pestiziden zum Teil noch von Hand aus, und täglich behandeln sie ihre Häuser mit Insektengift gegen Bettwanzen.

Stichwörter

1 Anthroposophen
Anthroposophen leben nach der Philosophie des Österreichers Rudolf Steiner (1861-1925). Steiner war überzeugt, dass der Mensch ursprünglich Zugang zu einer höheren geistigen Welt hatte. Diese Fähigkeit sei durch die Konzentration auf materielle Dinge verloren gegangen, könne jedoch durch Training wiedererlangt werden. Auf Basis der Lehren Steiners entstand das Konzept der Waldorf-Schulen, außerdem Zentren für wissenschaftliche Forschung und eine eigene Form der Medizin. Die Anthroposophen leisteten auch Pionierarbeit in der Förderung geistig behinderter Kinder. Zurück zum Absatz
2 biologisch-dynamische
Die biologisch-dynamische Landwirtschaft geht auf Rudolf Steiner zurück, den Begründer der Anthroposophie. Es ist eine besonders strenge Form von biologischer Landwirtschaft: Bio-dynamische Betriebe verzichten nicht nur auf synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger, sondern sie sehen den Hof als eine Art Organismus, der in Kreisläufen zwischen Tierhaltung und Feldbau funktioniert. Mindestens die Hälfte des Tierfutters stammt von den eigenen Feldern. Der Tiermist wiederum dient als Dünger für die Felder. Eine große Bedeutung haben im biologisch-dynamischen Landbau besondere Kompost-Präparate, zum Teil mit Beimischung von Heilkräutern. Während bei anderen biologischen Landbau-Methoden eine kleine Gruppe von Pflanzenschutzmitteln auf natürlicher Basis erlaubt ist, sind die Richtlinien des biodynamischen Anbaus hier noch strenger. Die Landwirte versuchen außerdem, kosmische Kräfte in diesen Kreislauf mit einzubeziehen. Sie vergraben zum Beispiel mit Mist gefüllte Kuhhörner im Acker und stellen später eine Lösung daraus her, mit der sie den Acker besprühen. Zurück zum Absatz
:

Wobbeke Klare

Stand: 29.03.2007


Alle Beiträge


Ökobilanz-Rechner

Grafik: Ökobilanz-Rechner

Bioprodukte im Vergleich mit konventionellen Lebensmitteln: Welche schneiden besser ab? [mehr]


Quarks-Bio-Quiz

Grafik: Quarks-Bio-Quiz

Mit acht Fragen trennen wir die Spreu vom (Bio)Weizen. Stellen Sie Ihr Wissen unter Beweis. [mehr]


Mehr zum Thema


Verwandte Themen


Die Top10 Videos
im Januar

Schriftzug "Top10" vor blauem Hintergrund

Schauen Sie sich hier die beliebtesten Quarks & Co-Videos aus dem Januar an. [mehr]


Die Quarks-Symphonie


Die Top10 Videos der Zuschauerfragen

Schriftzug "Zuschauerfragen" vor blauem Hintergrund

Hier sehen Sie die beliebtesten Zuschauerfragen und ihre Auflösungen. [mehr]


Unsere Fan-Seite


Wissen macht Spaß


Service

Skript, Newsletter, Mitschnitt & Co. [mehr]


Sendetermine


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.