Wenn Denken einsam macht
Autismus ist eine tief greifende Persönlichkeitsstörung,
von der in Deutschland etwa 35.000 Menschen betroffen sind, Jungen
drei- bis viermal häufiger als Mädchen. Autisten sind
kontaktscheu und oft nicht fähig, Beziehungen zu ihren
Mitmenschen einzugehen. Dabei können sie sogar
überdurchschnittlich intelligent sein und über
erstaunliche Rechenkünste oder ein besonderes musikalisches
Gedächtnis verfügen. Quarks & Co stellt die vielen
Fassetten des Autismus vor und gibt Einblicke in die Geheimnisse
dieser Krankheit. [mehr]
Dienstag, 22. Mai 2007, 21.00 - 21.45 Uhr WDR Fernsehen.
Alle Beiträge
Das Zwischenmenschliche ist das Problem
Die Autistin Temple Grandin versteht Tiere besser als Menschen.
Unter Menschen fühlt sie sich manchmal wie "eine
Anthropologin auf dem Mars". Die Regeln des sozialen
Miteinanders lernt sie auswendig wie Vokabeln. Nur dann hat sie
eine Chance, in der nicht-autistischen Welt klarzukommen. [mehr]
Haben Sie autistische Tendenzen?
Kontaktscheuer Einzelgänger, besonders intelligenter Erfinder
oder der "kleine Professor" mit ungewöhnlichem
Detailwissen – der Übergang von der Normalität zum
Autismus ist fließend. Manche Menschen haben in bestimmten
Situationen immer wieder Probleme und wissen nicht, dass diese mit
einer autistischen Störung zusammenhängen. Unser Test
kann einen Anhaltspunkt geben. [mehr]
Einfühlungsvermögen ist gefragt
Sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihr Verhalten zu
verstehen, fällt Autisten besonders schwer. Doch ohne das
Fühlen, Denken oder Planen anderer Menschen nachempfinden oder
vorausahnen zu können, ist kein Zusammenleben möglich.
Wissenschaftler haben deshalb spezielle Trainingsmethoden für
Autisten entwickelt. [mehr]
Isoliert bis zum 32. Lebensjahr
Es gibt nur wenige Autisten, die ihr Innenleben differenziert offen
legen können – einer von ihnen ist der in Hamburg
lebende Schriftsteller Axel Brauns. [mehr]
Theorien und Ursachen des Autismus
Die Fallbeschreibungen von Leo Kanner und Hans Asperger aus den
1940er Jahren gelten als Grundsteine der Autismus-Forschung. Doch
so genau die beiden Wissenschaftler ihre autistischen Patienten
auch untersuchten, über die Ursache der Krankheit konnten sie
nur Vermutungen anstellen. Ist es Vererbung liegt es an der
Erziehung oder wird die Krankheit nur vom Vater auf den Sohn
übertragen? [mehr]
Wichtige Verbindungen fehlen
Selten haben Wissenschaftler von einer Krankheit soviel über
den Menschen gelernt wie bei der Erforschung des Autismus. Gerade
für die Hirnforschung ist der Autismus eine Chance, das Denken
und Fühlen des Menschen besser zu begreifen. Denn was den
autistischen Menschen an Kontaktfähigkeit und Empathie fehlt,
müsste sich auch durch Veränderungen in ihrem Gehirn
zeigen. [mehr]
Therapie kann viel bewirken
Autismus gilt zwar im klassischen medizinischen Sinne nicht als
heilbar, jedoch kann eine Therapie die Lebensqualität eines
Autisten und seiner Familie entscheidend verbessern. Gute
Therapeuten gehen nach einer gründlichen Diagnose individuell
auf die besonderen Bedürfnisse des Autisten ein und beraten
auch Eltern beim Umgang mit ihrem Kind. [mehr]
Das Savant-Syndrom
Sie multiplizieren vierstellige Zahlen schneller als ein Computer,
lernen Sprachen in nur einer Woche oder können Tausende von
Musikstücken auswendig spielen. Bus fahren, Einkaufen oder
Kochen jedoch überfordert sie. Weltweit gibt es etwa 100
Menschen mit einer solchen Sonderbegabung – jeder zweite von
ihnen ist Autist. [mehr]