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Fruchtbare Volkswirtschaft

Vom Staat der Bienen profitiert der Mensch

  • SendeterminDienstag, 29. Mai 2007, 21.00 - 21.45 Uhr.
Der Quarks-Bienenstock

Helfen Sie den Bienen! Tausende von fleißigen Arbeitsbienen müssen im Stock dafür sorgen, dass genügend Honig da ist, der Nachwuchs gedeiht, keine Feinde eindringen und die Temperatur stimmt. Setzen Sie die Bienen an die richtige Stelle und bringen Sie den Bienenstock zum Florieren!

Eine für alle – alle für den Staat

Foto: Bienen vor Bienenkästen
Jede Biene ist winziger Bestandteil einer sozial lebenden Gemeinschaft

Tausende von fleißigen Arbeiterinnen sind ständig auf Nahrungssuche und fliegen Blüte auf Blüte an. Währenddessen kümmert sich ein Heer von anderen Arbeiterinnen im Bienenstock um die Aufzucht der Brut, die Verpflegung der Königin und das Heranzüchten von zeugungsfähigen Männchen. In ihrem Staat ist jede Honigbiene winziger Bestandteil einer sozial lebenden Gemeinschaft, die in den Sommermonaten von 20.000 auf über 50.000 Tiere anwachsen kann.

Der Bienenstock: Bauwerk mit technischen Raffinessen

Ein Bienenstaat besteht im Grunde genommen aus einer einzigen Familie mit vier Mitgliedern: Der Königin, ihren Töchtern, den Arbeitsbienen, ihren Söhnen, den Drohnen sowie einer jungen Königinnen-Generation. Alle leben im Bienenstock, aber in wechselnder Besetzung. Der Bienenstock wiederum erweist sich in seinem Inneren als Bauwerk mit einer hoch komplizierten Gebäudetechnik: Lüftung und Klimaanlage, Kinderstube, Vorratskammern, bewachter Eingang, Drohnen-Wohnung, Bereich der Königin – und im Stock wird ständig renoviert.

Wer macht was im Bienenstaat?

Den Vorrat wie auch die Bewirtschaftung des ganzen Stocks übernehmen die weiblichen Tiere. Diese Arbeiterinnen legen in der Regel keine Eier. Eine bestimmte Anzahl von ihnen ist immer im Stock bei der Arbeit, andere fliegen umher und sammeln Nahrung. Das ganze System muss gut funktionieren, damit der Staat überlebensfähig bleibt und genügend Vorräte für den Winter da sind. Die Königin verlässt das Nest den ganzen Sommer über nicht, sondern legt ständig Eier und sorgt so für Nachwuchs. Aus diesen noch in der Saison gelegten Eiern schlüpfen nach drei Wochen junge Arbeitsbienen, die die Toten des Sommers ersetzen. Denn die Arbeiterinnen leben im Frühjahr und Sommer nur etwa fünf Wochen lang, dann sterben sie und neue treten an ihre Stelle. Einzig Königinnen können mehrere Jahre alt werden. Die Drohnen leben nur wenig länger als die Arbeiterinnen, nämlich bis zu drei Monaten. Im Winter hat das ganze Volk nur etwa 10.000 bis 15.000 Mitglieder, dafür werden die Arbeiterinnen in der kalten Jahreszeit bis zu fünf bis sieben Monate alt.

Sechs Berufe in sechs Wochen

Eine frisch geschlüpfte Arbeiterin kommt voll entwickelt auf die Welt – so etwas wie eine Kindheit hat sie nicht, sie muss sich gleich nützlich machen. In verschiedenen Altersphasen und je nach Bedarf des Volkes übernimmt die Arbeiterin Aufgaben, die im Stock zu verrichten sind. Diese Funktionen sind genetisch festgelegt und werden von Hormonen und Signalduftstoffen, sogenannten Pheromonen, gesteuert. So kann die Arbeiterin zur Putzbiene, Ammenbiene, Vorratsbiene, Baubiene oder Wehrbiene werden, je nachdem, wo gerade Arbeitskraft benötigt wird. Ihre einzelnen Aufgaben muss sie aber nicht lernen: Sie hat ihr handwerkliches Multitalent geerbt, ein genetisches Programm sorgt dafür. Der letzte Job ist immer der der Sammelbiene, die Nektar, Pollen oder Wasser herbeischafft. Während eines dieser Flüge lässt die fleißige Arbeiterin ihr Leben im Dienst des Volkes. Floriert der Stock, sind inzwischen jedoch schon ihre Nachfolgerinnen geschlüpft.

Wissenschaftliche Beratung: Dr. Martin Sorg
Mitarbeit: Falko Daub

Quellen:
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen, Dr. Friedgard Schaper

Die Honigmacher: Apis e. V., Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Länderinstitut für Bienenkunde Hohenneudorf

 

:

Johanna Bayer

Stand: 13.07.2007


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