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Quarks & Co
Sendung vom 12. Februar 2008
Mit Radar gegen den Terror?
Wo versteckt sich Osama Bin Laden? Trotz Milliardenaufwand für den Einsatz von Hightech-Aufklärung bleibt der Top-Terrorist verschwunden. Sind die Fahnder zu sehr auf die Technik fixiert? Oder gibt es gar politische Gründe für die bislang erfolglose Suche?
"SAR" heißt die neue Zauberformel im Kampf gegen den Terrorismus. Die drei Buchstaben stehen für Synthetic-Aperture-Radar. Diese neuartige Radartechnik liefert Bilder mit einer bislang unerreichten Auflösung. Sie ist zudem wetterunabhängig und auch bei Dunkelheit einsetzbar. Bislang wurde die sogenannte SAR-Lupe satellitengestützt eingesetzt. Damit waren Ort und Zeit des Einsatzes abhängig von der Umlaufbahn des Satelliten. Jetzt haben Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik ein flexibles, weil flugzeuggesteuertes System entwickelt. Die Radarantenne wird unter die Tragfläche eines Transportflugzeugs, wie zum Beispiel der Transall, montiert. Beim Überflug wird die Antenne auf Ziele am Boden ausgerichtet. Sie fängt die ausgesandten und an der Erdoberfläche reflektierten Strahlen wieder auf. Die Radardaten werden später am Boden verarbeitet: Die Auflösung ist so gut, dass man sogar Gegenstände, die nur zehn Zentimeter groß sind, auf dem Bild erkennen kann. Damit lassen sich sowohl genaue Oberflächenstrukturen als auch Gegenstände detailgenau erfassen.
Trotz neuartiger Radartechnik, trotz Einsatz hochsensibler Satelliten – Top-Terroristen wie Bin Laden bleiben verschwunden. Kritiker werfen den internationalen Fahndern eine zu große Fixierung auf ihr technisches Instrumentarium vor. Doch: "Technik schöpft keinen Verdacht", so ein oft zitierter Einwand. Der Faktor Mensch werde häufig unterschätzt. Der Mensch, als Informationsquelle, als Bindeglied zwischen den immer differenzierteren technischen Aufklärungsmethoden. Auch vor dem 11. September habe die Technik entscheidende Erkenntnisse geliefert, die Auswertung der Fakten und die schnelle Koordinierung von Abwehrmaßnahmen jedoch sei mangelhaft gewesen.
Doch was würde man zum Beispiel mit Bin Laden anfangen, wenn er gefasst würde? Terrorforscher wie Rolf Tophoven formulieren die These, dass ein Fahndungserfolg möglicherweise politisch gar nicht gewünscht sei. Denn ein abgeurteilter oder getöteter Bin Laden würde damit endgültig zum Märtyrer und eine Eskalation des islamisch-fundamentalistischen Terrors sei zu befürchten.
Ingolf Gritschneder
Stand: 29.01.2008
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