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Quarks & Co
Sendung vom 22. April 2008
Der Verstand isst mit
„Essen hält Leib und Seele zusammen“, sagt der Volksmund. Hält es aber auch unser Gehirn in Schuss? Hilft so genanntes „Brainfood“ unserem Gedächtnis auf die Sprünge oder steigert es die Konzentrationsfähigkeit wie zahlreiche Publikationen behaupten? Wie es aussieht, halten wir unser Gehirn weniger durch die „Superpille“ als über eine ausgewogene und mäßige Ernährung fitt. Ernährungswissenschaftler und Neurobiologen empfehlen dazu ausreichend Obst und Gemüse, regelmäßig Fisch, genügsam Fleisch, wenig „schlechte“ Fette und ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser oder Kräuter- und Früchtetees.
Wer konzentriert Arbeiten oder lernen will, muss regelmäßig essen. Unser Gehirn ist gefräßig. Obwohl es nur 2% unserer Körpermasse ausmacht, verbraucht es fast 20% der aufgenommen Nahrungsenergie und fast 40% des Sauerstoffs. Fehlt Sauerstoff sterben bereits nach 2-3 Minuten die empfindlichen Gehirnzellen ab.
Wir tanken Kraftstoff über kohlenhydratreiche Nahrung.
Davon benötigt das Gehirn täglich etwa 120g. Auch hier
gilt: Möglichst ausgewogen zuführen. Denn unserer
Schaltzentrale reagiert empfindlich auf rasche Schwankungen wie sie
entstehen, wenn wir zuviel Kuchen oder andere
Süßigkeiten futtern, anstatt Wasser süße
Limos trinken oder zu viel süßes Obst essen. Diese
Nahrungsmittel sind schnelle Durchlauferhitzer, die den Körper
nur kurzfristig aufputschen, dabei aber all zu schnell den
Blutzuckerspiegel hoch treiben, was wiederum die
Bauchspeicheldrüse veranlasst reichlich Insulin ins Blut zu
leiten. Aus der Diabetikerforschung ist bekannt, dass hohe
Blutzuckerwerte oder starke Blutzuckerschwankungen die geistige
Leistungsfähigkeit mindern. Optimal für ein waches Gehirn
sind deshalb komplexe
Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel nur
langsam steigen lassen und somit länger sättigen.
Unser Oberstübchen benötigt, um fit zu bleiben, auch
die „richtigen“ Fette, die so genannten mehrfach
ungesättigten Fettsäuren (
Omgea-3-Fettsäuren) u. a. bestehend aus
Eicosapentaensäure (EPA) und
Docosahexaensäure (DHA). Die ungesättigten
Fettsäuren spielen bereits bei der embryonalen und
frühkindlichen Entwicklung des Gehirns eine zentrale Rolle. So
zeigte eine Studie der Universitäten Detroit und Michigan,
dass Kinder, deren Mütter bereits 2 Monate vor ihrer Geburt
zusätzlich Omega-3 zu sich nahmen und später stillten,
sich in den ersten 11 Lebensmonaten geistig und motorisch besser
entwickelten als Kinder, deren Mütter kein zusätzliches
Omega 3 nahmen.
Bei Versuchen mit „Alzheimer-Mäusen bremste die Gabe von DHA/EPA die Eiweißablagerungen im Gehirn aus. Nachweislich ließen sich so auch die kognitive Leistungsfähigkeit bei einigen Mäusestämme steigern. In Versuchen mit gesunden Tieren wurde festgestellt, dass sie deutliche Lernschwierigkeiten bekamen, sobald man sie nur mit „schlechten“ Fetten ernährte. Sie scheinen entzündungsähnliche Erscheinungen im Gehirn zu begünstigen. Auch wenn wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit beim Menschen fehlen – über die richtige Ernährung nachzudenken lohnt in jedem Fall.
Im Allgemeinen wird unter Kohlenhydraten Zucker verstanden. Zusammen mit Fetten und Eiweißen liefern die Kohlenhydrate den größten verwertbaren (Stärke) und nicht-verwertbaren (Ballaststoffe) Anteil der Nahrung.
Gute Lieferanten: Vollkornbrot, Hafer, Gerste, Dinkel, Weizen, Roggen, ungesüßtes Müsli, Naturreis, Gemüse, Obst.
Schlechte Lieferanten: Zucker, Süßigkeiten, stark gesüßte Lebensmittel und Getränke.
Omega-3 ist der Sammelbegriff für vier ungesättigte Fettsäuren: ALA, EPA, DHA und DPA. Omega-3 (auch n-3) sind lebensnotwendig. Von ungesättigten Fettsäuren spricht man, wenn mindestens zwei benachbarte Kohlenstoffatome durch Doppelbindungen verknüpft sind. Bei mehreren dieser Doppelbindungen spricht man von mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Besonders enthalten in: Lachs, Makrele, Hering, Tunfisch, Rapsöl, Walnüsse, Spinat, Linsen, Portulak, Maiskeimöl, Erdnussöl, Distelöl, Traubenkernöl, Sojaöl.
Angelika Burkhard
Stand: 24.08.2009
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