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Der Verstand isst mit

Nährstoffe fürs Gehirn

  • SendeterminDienstag, 22. April 2008, 21.00 - 21.45 Uhr.
  • WiederholungsterminSamstag, 26. April 2008, 10.20 - 11.05 Uhr (Wdh.).

„Essen hält Leib und Seele zusammen“, sagt der Volksmund. Hält es aber auch unser Gehirn in Schuss? Hilft so genanntes „Brainfood“ unserem Gedächtnis auf die Sprünge oder steigert es die Konzentrationsfähigkeit wie zahlreiche Publikationen behaupten? Wie es aussieht, halten wir unser Gehirn weniger durch die „Superpille“ als über eine ausgewogene und mäßige Ernährung fitt. Ernährungswissenschaftler und Neurobiologen empfehlen dazu ausreichend Obst und Gemüse, regelmäßig Fisch, genügsam Fleisch, wenig „schlechte“ Fette und ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser oder Kräuter- und Früchtetees.

Das Gehirn belüften

Wer konzentriert Arbeiten oder lernen will, muss regelmäßig essen. Unser Gehirn ist gefräßig. Obwohl es nur 2% unserer Körpermasse ausmacht, verbraucht es fast 20% der aufgenommen Nahrungsenergie und fast 40% des Sauerstoffs. Fehlt Sauerstoff sterben bereits nach 2-3 Minuten die empfindlichen Gehirnzellen ab.

Kraft tanken

Teller mit Fischgericht
Lachs, Hering und Makrele sind reich an Omega-3-Fettsäuren

Wir tanken Kraftstoff über kohlenhydratreiche Nahrung. Davon benötigt das Gehirn täglich etwa 120g. Auch hier gilt: Möglichst ausgewogen zuführen. Denn unserer Schaltzentrale reagiert empfindlich auf rasche Schwankungen wie sie entstehen, wenn wir zuviel Kuchen oder andere Süßigkeiten futtern, anstatt Wasser süße Limos trinken oder zu viel süßes Obst essen. Diese Nahrungsmittel sind schnelle Durchlauferhitzer, die den Körper nur kurzfristig aufputschen, dabei aber all zu schnell den Blutzuckerspiegel hoch treiben, was wiederum die Bauchspeicheldrüse veranlasst reichlich Insulin ins Blut zu leiten. Aus der Diabetikerforschung ist bekannt, dass hohe Blutzuckerwerte oder starke Blutzuckerschwankungen die geistige Leistungsfähigkeit mindern. Optimal für ein waches Gehirn sind deshalb komplexe StichwortKohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel nur langsam steigen lassen und somit länger sättigen.

Den Informationsfluss schmieren

Ein Junge beißt in einen Hamburger
Schlechte Nahrung für das Gehirn

Unser Oberstübchen benötigt, um fit zu bleiben, auch die „richtigen“ Fette, die so genannten mehrfach ungesättigten Fettsäuren (StichwortOmgea-3-Fettsäuren) u. a. bestehend aus StichwortEicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Die ungesättigten Fettsäuren spielen bereits bei der embryonalen und frühkindlichen Entwicklung des Gehirns eine zentrale Rolle. So zeigte eine Studie der Universitäten Detroit und Michigan, dass Kinder, deren Mütter bereits 2 Monate vor ihrer Geburt zusätzlich Omega-3 zu sich nahmen und später stillten, sich in den ersten 11 Lebensmonaten geistig und motorisch besser entwickelten als Kinder, deren Mütter kein zusätzliches Omega 3 nahmen.

Bei Versuchen mit „Alzheimer-Mäusen bremste die Gabe von DHA/EPA die Eiweißablagerungen im Gehirn aus. Nachweislich ließen sich so auch die kognitive Leistungsfähigkeit bei einigen Mäusestämme steigern. In Versuchen mit gesunden Tieren wurde festgestellt, dass sie deutliche Lernschwierigkeiten bekamen, sobald man sie nur mit „schlechten“ Fetten ernährte. Sie scheinen entzündungsähnliche Erscheinungen im Gehirn zu begünstigen. Auch wenn wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit beim Menschen fehlen – über die richtige Ernährung nachzudenken lohnt in jedem Fall.

Stichwörter

1 Kohlenhydrate

Im Allgemeinen wird unter Kohlenhydraten Zucker verstanden. Zusammen mit Fetten und Eiweißen liefern die Kohlenhydrate den größten verwertbaren (Stärke) und nicht-verwertbaren (Ballaststoffe) Anteil der Nahrung.

Gute Lieferanten: Vollkornbrot, Hafer, Gerste, Dinkel, Weizen, Roggen, ungesüßtes Müsli, Naturreis, Gemüse, Obst.

Schlechte Lieferanten: Zucker, Süßigkeiten, stark gesüßte Lebensmittel und Getränke.

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2 Omega-3

Omega-3 ist der Sammelbegriff für vier ungesättigte Fettsäuren: ALA, EPA, DHA und DPA. Omega-3 (auch n-3) sind lebensnotwendig. Von ungesättigten Fettsäuren spricht man, wenn mindestens zwei benachbarte Kohlenstoffatome durch Doppelbindungen verknüpft sind. Bei mehreren dieser Doppelbindungen spricht man von mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Besonders enthalten in: Lachs, Makrele, Hering, Tunfisch, Rapsöl, Walnüsse, Spinat, Linsen, Portulak, Maiskeimöl, Erdnussöl, Distelöl, Traubenkernöl, Sojaöl.

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3 EPA / DHA
EPA = Eicosapentaensäure und DHA = Docosahexaensäure sind Omega-3-Fettsäuren, also ungesättigte Fette. DHA ist quasi die Bausubstanz und EPA der Stoff für das reibungslose Funktionieren. Aus EPA werden Gewebehormone aufgebaut, die den Stoffwechsel des Gehirns steuern und es gesund erhalten. EPA und DHA helfen die Blutfettwert zu senken. Sie sind Bestandteile der Zellmembranen und wirken modulierend auf die Funktion verschiedenster Zellen. Zurück zum Absatz
4 Gesättigte Fettsäuren
Sind bei einer Fettsäure alle Kohlenstoffatome mit Wasserstoffatomen abgesättigt, so spricht man von gesättigten Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren kommen vor allem vor in Kokosfett, Schmalz, fettreiche Wurstwaren, fettreicher Milch-/Milchprodukten, panierten u. frittierten Speisen, Innereien, Meeresfrüchten, Burgern, Pommes und in vielen industriell hergestellten Backwaren.
5 LDL-Cholesterin
Cholesterin gehört zu der Gruppe der Nahrungsfette. Es wird sowohl mit der Nahrung aufgenommen (tierische Fette), als auch im Körper gebildet (Leber). Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen und dient beispielsweise dem Aufbau von Östrogenen. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung kann der Körper aus Cholesterin die Vorstufe für Vitamin D bilden. Im Blut wird Cholesterin wegen seiner schlechten Wasserlöslichkeit an Eiweiß gebunden und erst dann transportiert. Dieses Transport-Cholesterin heißt HDL ("gutes" Cholesterin) beziehungsweise LDL ("schlechtes" Cholesterin). Steigt die Cholesterinmenge im Blut, kann sich Fett in der Gefäßwand ablagern. Cholesterin ist im Blut von einer Hülle aus Lipoproteinen umgeben. Diese Lipoproteinhülle sorgt u.a. dafür, dass die schlecht wasserlöslichen Cholesterine besser im Blut transportiert werden können. Lipoproteine werden nach ihrer Dichte eingeteilt: Niedriger Dichte (Low Density Lipoproteins, kurz LDL) und die Lipoproteine hoher Dichte (High Density Lipoproteins, kurz HDL).
Autor:

Angelika Burkhard

Stand: 24.08.2009


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