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Quarks & Co
Sendung vom 06. Mai 2008
Wie guckst Du?
Sehschwächen entwickeln sich oft schleichend, vor allem im Alter. Weil das Gehirn sich an die schrittweise Verschlechterung gewöhnt, bemerkt man sie lange nicht. Oft bringt erst ein Augentest Licht ins Dunkel. Wagen Sie also den Versuch und machen Sie den Quarks-Sehtest!
Der Sehsinn gilt als der wichtigste Sinn des Menschen: Das Auge liefert etwa 80 Prozent der Informationen, mit denen Menschen die Welt wahrnehmen. Das Sehen beschäftigt etwa ein Drittel des Gehirns, alle anderen Sinne sind ihm untergeordnet. Weder für Hören, Riechen oder Tasten stellt das Gehirn so viele Reserven bereit. Und selbst intensive Gefühlszustände wie die Liebe nehmen weniger Raum ein.
Doch nicht alle Menschen sehen gleich gut. Angeboren und vererbbar ist etwa die Rot-Grünblindheit, umgangssprachlich Farbenblindheit genannt. Die Farben Rot und Grün können dabei schlechter unterschieden werden. Etwa neun Prozent aller Männer sind betroffen, Frauen mit weniger als einem Prozent dagegen extrem selten. Die Kurzsichtigkeit, unter der viele Millionen Menschen leiden, entwickelt sich meistens erst in der Schulzeit. Ungefähr ein Drittel der Bewohner in Industrieländern kann ohne optische Hilfsmittel nur in der Nähe scharf sehen. In der Regel ist ein Wachstumsfehler schuld an der Kurzsichtigkeit: Der Augapfel ist zu lang und das scharfe Bild entsteht nicht mehr auf der Netzhaut, sondern bereits ein Stück davor. Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich um eine Erscheinung der Zivilisationsgesellschaft handelt: je mehr gelesen und studiert wird, desto häufiger tritt der Sehfehler auf. Gerade in Ländern, in denen der Ausbildungsstand schnell steigt, nimmt die Kurzsichtigkeit stark zu.
Im Alter nimmt die Sehfähigkeit weiter ab –schon ab 40 können sich die ersten Anzeichen der Altersweitsichtigkeit zeigen- die Lesebrille wird unentbehrlich.
Ab dem 50. Lebensjahr können auch Schädigungen auf einer bestimmen Stelle der Netzhaut auftreten, der Makula. Sie ist der Ort des schärfsten Sehens und liegt etwa in der Mitte der Netzhaut. Die Makuladegeneration ist eine typische Erscheinung des Alters. Es entsteht ein Bild, das an den Rändern noch einigermaßen gut zu sehen ist, das Zentrum jedoch ist verschwommen oder sogar nicht mehr erkennbar. So kann man beispielsweise sehen, dass es sich um eine Uhr handelt, nicht jedoch die Uhrzeiger in der Mitte.
Carsten Binsack
Stand: 10.04.2007
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