Hauptnavigation

Dienstag, 07.02.2012

Suche im Redaktionsangebot von Quarks & Co
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Navigation


Zurück: Januar 2012 Sendeplan für Februar 2012 Weiter: März 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Wissen > Quarks & Co > Sendung vom 14. Oktober 2008 > Warum uns Energiesparen so schwerfällt


Warum uns Energiesparen so schwerfällt

Auf der Suche nach der schnellen Belohnung

  • SendeterminDienstag, 14. Oktober 2008, 21.00 - 21.45 Uhr .
  • WiederholungsterminSamstag, 18. Oktober 2008, 10.20 - 11.05 Uhr (Wdh.).
Christian, Sebastian und Oliver haben für Quarks den Test gemacht

Die Erkenntnis ist nicht neu. Wer einmal etwas mehr Geld in die Hand nimmt, um ein etwas teureres energiesparendes Gerät zu kaufen, stellt sich langfristig oft besser. Ein energiesparender Kühlschrank macht sich in der Regel nach drei Jahren bezahlt. Trotzdem ist der Absatz solcher Geräte derzeit noch geringer als erwartet. Die Bundesregierung denkt inzwischen sogar darüber nach, den Kauf von Kühlschränken der Kategorie A++ zu subventionieren. Das rationale Wissen, langfristig zu sparen ist für unser Hirn emotional nicht zu verarbeiten. Zu sehr schreckt offenbar der hohe Anschaffungspreis. Mit Hilfe neuer bildgebender Verfahren, begreifen die Hirnforscher allmählich, was hinter unserer ökonomischen Unvernunft steckt.

Der Verstand hat wenig Einfluss

Unser Handeln wird von drei völlig verschiedenen Zentren im Gehirn angetrieben. Den unbewussten Emotionen, den bewussten Emotionen und dem Verstand. Letzterer ist leider das schwächste Glied in der Kette, sagen Hirnforscher. Das rationale Erfassen eines Problems führt noch lange nicht zu einer Verhaltensänderung. Dafür bedarf es starker Gefühle und einer unmittelbar bevorstehenden Gefahr. Sich selbst zu ändern, weil es vernünftig ist, ist nach Ansicht der Forscher praktisch unmöglich. Denn unsere emotionalen Zentren in der Tiefe des Gehirns besitzen keine Zeitachse. Sie sind immer auf der Suche nach der schnellen Belohnung.

Das Experiment

Längsschnitt eines Gehirns auf einem Computermonitor
Mit dem Kernspintomografen können die Forscher den Versuchspersonen ins Gehirn sehen

Quarks & Co wollte es wissen und hat ein Experiment gewagt. Drei intelligente junge Männer, die Physikstudenten Sebastian und Oliver, und der Medizintechniker Christian haben sich dafür zur Verfügung gestellt. Alle drei sagen, dass es ihnen leicht fällt, Entscheidungen zu treffen. Und dass sie sich dabei eher nach ihrem Verstand richten als nach dem Bauchgefühl.

Unser Experiment haben wir im Forschungszentrum „Life and Brain“ an der Universität Bonn gemacht. Dort müssen die drei Probanden über den Erhalt einer Geldsumme entscheiden. Versuchsleiter Bernd Weber bietet ihnen jeweils zwei unterschiedlich hohe Summen an: eine niedrige, die sie schnell erhalten, und eine hohe, auf die sie länger warten müssen. Während die Teilnehmer sich entscheiden, liegen sie in einem StichwortKernspintomografen. Er macht Aufnahmen von der Aktivität ihres Gehirns und kann zeigen, welche Regionen bei der Entscheidung besonders aktiv sind.

Das schnelle Geld ist interessanter

Grafik mit statistischer Auswertung des Entscheidungsverhaltens
Christian, Sebastian und Oliver haben sich sehr ähnlich verhalten

Sind die Unterschiede zwischen den Geldbeträgen gering, entscheiden sich alle drei Versuchspersonen dafür, das Geld möglichst früh zu bekommen. Erst bei einem Unterschied von 50 Prozent scheint das Warten auf die höhere Summe lohnenswert. Interessant sind aber vor allem die Bilder aus dem Kernspintomografen, die Versuchsleiter Weber nach der Auswertung des Experimentes vorlegt. Bei der Entscheidung für das schnelle Geld war bei den Teilnehmern eine Region im Gehirn besonders aktiv, die auch als Belohnungszentrum bezeichnet wird. Das bedeutet, dass Sebastian, Oliver und Christian mit guten Gefühlen auf ihre Entscheidung für das schnelle Geld reagiert haben. Bei der Entscheidung, länger auf die höhere Summe zu warten, waren im Gehirn überwiegend die Zentren für Vernunft aktiv. Die „vernünftige“ Entscheidung führte also nicht zu einer subjektiv empfundenen Belohnung.

Auf der Suche nach dem schnellen Kick

Junger Arzt im Büro vor einem Bild eines Gehirns
Bernd Weber untersucht die neurologischen Ursachen menschlichen Verhaltens

Die Studie bestätigt, dass kurzfristige Belohnungen wesentlich attraktiver für uns sind als langfristige. Deshalb verhalten wir uns oft unvernünftig. Deutlich wird das zum Beispiel bei der Anschaffung eines neuen Kühlschranks. Moderne Geräte mit der Kennzeichnung A++ verbrauchen deutlich weniger Strom als die üblicherweise angebotenen A-Geräte. Doch gleichzeitig ist der Kaufpreis der A++-Geräte etwas höher. Im Elektronikladen vor die Wahl gestellt welches Gerät gekauft wird, schlägt also wahrscheinlich die kurzfristige emotionale Belohnung durch den günstigeren Kaufpreis die langfristige nüchterne Belohung durch die geringeren Verbrauchskosten.

Stichwörter

1 Kernspintomograf

Die Kernspin-Untersuchung wird wissenschaftlich korrekt als Magnetresonanztomografie (MRT) bezeichnet. Die MRT ist ein modernes medizinisches Verfahren, mit dem Querschnittsbilder vom Inneren des Körpers hergestellt werden können. Dabei kommt der Patient in ein starkes, gleichmäßiges Magnetfeld – die berühmte Röhre, in die man geschoben wird. Das Verfahren basiert auf der Schwingung von Wasserstoffatomen im Körper. Es bildet die Weichteile ab, nicht aber Knochen wie etwa ein Röntgenbild. Kernspin-Untersuchungen kommen daher vor allem in der Hirnforschung zum Einsatz. Im Gegensatz zum Röntgen belasten sie den Patienten nicht mit Strahlung.

Um lokale Änderungen der Hirnaktivität bestimmen zu können, wird in der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) das so genannte BOLD-Verfahren (Blood Oxygen Level Dependency) eingesetzt, mit dem sich Änderungen der magnetischen Eigenschaften des Blutfarbstoffs Hämoglobin mit dessen Sauerstoffbeladung erfassen lassen.

Steigt die elektrochemische Aktivität der Gehirnzellen eines Hirnareals an, so steigt auch ihr Bedarf an Sauerstoff und Glukose, der durch einen komplizierten und im Einzelnen immer noch unverstandenen Regulationsmechanismus (Neurovaskuläre Kopplung) der Gehirngefäße ausgeglichen wird. Die Änderungen des Blutflusses, der vorhandenen Blutmenge sowie der Sauerstoffsättigung des Bluts haben Veränderungen des lokalen Magnetfelds zur Folge, die sich im BOLD-Signal widerspiegeln. So ist es mittels des BOLD-Signals und der funktionellen Magnetresonanztomografie möglich, nicht nur die mit Röntgen-Aufnahmen vergleichbare anatomische Bilder des Gehirns zu gewinnen, sondern auch lokale Änderungen der Gehirnaktivität zu bestimmen.

Zurück zum Absatz
Autor:

Lars Westermann


Alle Beiträge


Der Kühlschrank-Check

Grafik: Der Kühlschrank-Check

Neu und alt im Vergleich. Wie viel Sie sparen können, erfahren Sie hier. [mehr]


Quarks-
Energie-Quiz

Grafik:Quarks-Energie-Quiz

Keine Angst vor kalten Füßen. Unser Quiz können Sie lösen! [mehr]


Mehr zum Thema


Verwandte Themen


Vorschauvideo

Portrait einer Frau

Amnesie – Die Lücke im Leben?


Die Top10 Videos
im Januar

Schriftzug "Top10" vor blauem Hintergrund

Schauen Sie sich hier die beliebtesten Quarks & Co-Videos aus dem Januar an. [mehr]


Die Quarks-Symphonie


Die Top10 Videos der Zuschauerfragen

Schriftzug "Zuschauerfragen" vor blauem Hintergrund

Hier sehen Sie die beliebtesten Zuschauerfragen und ihre Auflösungen. [mehr]


Unsere Fan-Seite


Wissen macht Spaß


Service

Skript, Newsletter, Mitschnitt & Co. [mehr]


Sendetermine


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.