Hauptnavigation

Freitag, 10.02.2012

Suche im Redaktionsangebot von Quarks & Co
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Navigation


Zurück: Januar 2012 Sendeplan für Februar 2012 Weiter: März 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Wissen > Quarks & Co > Sendung vom 21. Oktober 2008 > Dem Brustkrebs auf der Spur


Dem Brustkrebs auf der Spur

Was ist die richtige Früherkennungsmethode?

  • SendeterminDienstag, 21. Oktober 2008, 21.00 - 21.45 Uhr .
  • WiederholungsterminSamstag, 25. Oktober 2008, 10.20 - 11.05 Uhr (Wdh.).
Kernspintomograph der Universitätsklinik Bonn
Mit dem Kernspintomographen entdecken Ärzte Brustkrebs sehr zuverlässig

Im Kampf gegen Brustkrebs hat man in Deutschland ein großangelegtes Mammografie-Screening gestartet. Möglichst alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren sollen alle zwei Jahre ihre Brüste röntgen lassen. Ziel ist es, Tumore möglichst frühzeitig zu erkennen und so die Sterblichkeit der Brustkrebspatientinnen zu senken. Doch während das Mammografie-Screening gerade etabliert ist, belegen inzwischen mehrere Studien, dass es eine zuverlässigere Methode gibt, um Frühformen von Brustkrebs zu entdecken: die StichwortKernspintomographie. Weil sie als Früherkennungsmaßnahme aber nicht anerkannt ist, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen diese Untersuchung nicht.

Bessere Brustkrebsdiagnostik mit Kernspin

Kernspintomographie-Aufnahme mit gut sichtbarer Krebsvorstufe
Auf der Kernspin-Aufnahme ist die Krebsvorstufe deutlich zu erkennen

Eine Studie an der Bonner Uniklinik aus dem Jahr 2007 hat in Sachen Brustkrebsfrüherkennung für Aufruhr gesorgt. Die Radiologin Christiane Kuhl hat gezeigt, dass die Kernspintomographie Brustkrebs-Vorstufen weitaus zuverlässiger aufspürt als die herkömmliche Mammografie mit Röntgenstrahlen. Für die Studie haben die Bonner Radiologen über fünf Jahre hinweg 7.319 Frauen untersucht. Bei allen führten sie sowohl eine Kernspintomographie durch als auch eine klassische Mammografie. Bei 167 Frauen entdeckten sie Frühformen des Brustkrebses. Sie befinden sich in den Milchgängen. Manche dieser Vorstufen bleiben gutartig und auf die Milchgänge beschränkt. Andere sind aber sehr aggressiv, verlassen die Milchgänge und entwickeln sich zu größeren Tumoren, die umliegendes Gewebe, Lymphknoten oder andere Körperregionen befallen können. Diese aggressive Variante wurde von der Kernspintomographie zu 98 Prozent entdeckt, von der Mammografie hingegen nur zu 52 Prozent.

Viele Experten sind von der Eindeutigkeit der Studienergebnisse überrascht. Denn die Suche nach den Brustkrebs-Vorstufen galt bislang als Domäne der Röntgen-Mammografie. Dass die Kernspintomographie doppelt so viele aggressive Brustkrebsvorstufen gefunden hat, ist für Christiane Kuhl ein wichtiges Argument dafür, dass sie in Zukunft häufiger zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt werden müsste.

Risiko Fehlalarm

Kernspintomographie-Aufnahme mit mehreren kleinen durchleuchteten
Brustbildern
Die Kernspin-Methode kommt öfter zu falschen Positiv-Befunden als die Mammographie

Kritiker der Brustkrebs-Früherkennung durch die Kernspintomographie argumentieren allerdings, dass die Methode die Zahl der StichwortFalsch-positiv-Befunde in die Höhe treibe. Das hätte zur Folge, dass viele Frauen mit der Diagnose Krebs konfrontiert würden, obwohl sie gar keinen bösartigen Krebs haben. Christiane Kuhl hält das Argument für wenig stichhaltig. Für sie ist ausschlaggebend, dass die Kernspin-Methode die Krebsvorstufe besser erkennt. Betrachte man das Verhältnis von solchen Fehlalarmen zur Zahl der tatsächlich gefundenen Krebsfälle, schneide die Kernspin-Methode eindeutig besser ab als die Mammografie. Außerdem, so argumentiert Kuhl, seien viele Falsch-positiv-Befunde mit der Kernspintomographie auf die mangelnde Erfahrung von Radiologen zurückzuführen. Weil diese Methode bei der Brustkrebs-Früherkennung so selten eingesetzt wird, gebe es einfach nicht genügend Radiologen, die in dieser speziellen Diagnostik gut ausgebildet sind.

Wer soll das bezahlen?

Christiane Kuhl ist sich sicher, dass mit Kernspin vielen Frauen das Leben gerettet werden könnte. Trotzdem hält sie das StichwortMammografie-Screening als Früherkennungsmaßnahme für unverzichtbar. Die Kernspintomographie sei für einen flächendeckenden Einsatz schlichtweg zu teuer. Denn eine Untersuchung mit dem Kernspintomographen kostet mindestens 450 Euro, eine Mammografie hingegen nur etwa 70 Euro. Die Wissenschaftlerin versteht allerdings nicht, dass die Kernspintomographie bei weniger lebensbedrohlichen Krankheiten wie zum Beispiel bei Knieproblemen oder bei Rückenschmerzen regelmäßig eingesetzt und von den Krankenkassen bezahlt wird, bei der Brustkrebsdiagnostik aber nur in seltenen Ausnahmefällen.

Die meisten Kernspin-Studien der Bonner Forscher hat das amerikanische Nationale Krebsinstitut (NCI) finanziert. Und die USA haben bereits auf die neue Studienlage reagiert. Die amerikanische Krebsgesellschaft empfiehlt die Kernspintomographie mittlerweile jeder Frau, die aufgrund ihrer familiären Belastung oder ihres Alters ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko hat.

Stichwörter

1 Kernspintomographie
Die Kernspin-Untersuchung wird wissenschaftlich korrekt als Magnetresonanztomographie (MRT) bezeichnet. Die MRT ist ein modernes medizinisches Verfahren, mit dem Querschnittsbilder vom Inneren des Körpers hergestellt werden können. Dabei kommt der Patient in ein starkes, gleichmäßiges Magnetfeld – die berühmte Röhre, in die man geschoben wird. Das Verfahren basiert auf der Schwingung von Wasserstoffatomen im Körper. Es bildet die Weichteile ab, nicht aber Knochen wie etwa ein Röntgenbild. Kernspin-Untersuchungen kommen daher vor allem in der Hirnforschung zum Einsatz. Im Gegensatz zum Röntgen belasten sie den Patienten nicht mit Strahlung. Zurück zum Absatz
2 Mammografie-Screening
Ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs für Frauen zwischen 50 und 69 mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung der Brust. „Screening“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Reihenuntersuchung. Die Frauen werden alle zwei Jahre persönlich zur Mammografie eingeladen. Zurück zum Absatz
3 Falsch-positiv-Befund
Ein Befund, der eine Auffälligkeit beim Patienten feststellt, obwohl der Patient eigentlich gesund ist – sozusagen ein „Fehlalarm“. Zurück zum Absatz
Autor:

Markus Schall


Alle Beiträge


IGeL-Leistungen

Grafik: Der Kühlschrank-Check

Was steckt dahinter?

Hier erfahren Sie mehr über die kostenpflichtigen Leistungen, die Ihnen in der Arztpraxis begegnen können. [mehr]


Quarks-IGeL-Quiz

Grafik:Quarks-IGeL-Quiz

Unser Quiz stellt Ihr Wissen und Ihr Verhältnis zu Ärzten auf eine harte Probe. [mehr]


Mehr zum Thema


Vorschauvideo

Alkohol - die älteste Droge der Welt


Die Top10 Videos
im Januar

Schriftzug "Top10" vor blauem Hintergrund

Schauen Sie sich hier die beliebtesten Quarks & Co-Videos aus dem Januar an. [mehr]


Die Quarks-Symphonie


Die Top10 Videos der Zuschauerfragen

Schriftzug "Zuschauerfragen" vor blauem Hintergrund

Hier sehen Sie die beliebtesten Zuschauerfragen und ihre Auflösungen. [mehr]


Unsere Fan-Seite


Wissen macht Spaß


Service

Skript, Newsletter, Mitschnitt & Co. [mehr]


Sendetermine


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.