Zehn Mythen über Autismus
Dienstag, 04. November 2008, 21.00 - 21.45 Uhr
.
Samstag, 08. November 2008, 10.35 - 11.20 Uhr (Wdh.).
- Alle Autisten sind geistig behindert
Verallgemeinerungen, die die Intelligenz von autistischen Menschen
betreffen sind falsch! Autisten sind weder alle geistig behindert,
noch sind sie alle hochbegabt. Die Ausprägung der autistischen
Symptome ist je nach Schwere der Störung sehr unterschiedlich.
Genauso groß sind die Unterschiede der intellektuellen
Fähigkeiten von Autisten.
- Autisten haben keine Gefühle
Dass Autisten einen Mangel an Gefühlen zeigen entspricht weder
dem aktuellen Stand der Forschung noch dem Selbstempfinden
autistischer Menschen.
- Rabenmütter sind schuld am Autismus
Die These, dass kaltherzige und distanzierte Mütter bei ihrem
Kind Autismus verursachen könnten, war tatsächlich eine
ungeheure Behauptung und ist längst widerlegt. Heute ist klar
belegt, dass Autismus eine genetisch bedingte
Entwicklungsstörung ist.
- Autismus ist heilbar
Zurzeit kennt die Medizin weder ein Medikament noch eine
therapeutische Maßnahme, mit der sich Autismus heilen
lässt. Auch in absehbarer Zeit wird es vermutlich keine solche
Therapie geben.
- Autisten können nicht sprechen
Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung sind ein deutliches
Anzeichen, vor allem beim frühkindlichen Autismus. Die meisten
Autisten lernen aber trotzdem, zu kommunizieren. Viele entwickeln
eine wenn auch oft etwas schwerfällige Sprache. Einige wenige
können sich aber tatsächlich ihr Leben lang nur
schriftlich oder über Bildkarten verständigen.
- Alle Autisten sind Savants
Savants sind Menschen mit erstaunlichen Begabungen. Je nach
Definition des Savant-Begriffs gibt es weltweit aber nur etwa 100
solcher Menschen mit Extrembegabungen. Davon sind circa die
Hälfte Autisten. Die meisten Autisten haben keine
herausragenden Begabungen.
- Autisten sind alle wie
„Rainman“
Der Hollywoodfilm Rainman mit Dustin Hoffmann hat den Autismus
weltweit bekannt gemacht, und das reale Vorbild: Den Savant Kim
Peek, ein wahres Gedächtnis. In Rainman wurden sehr viele
extreme autistische Symptome vereinigt, die in dieser Fülle
wohl kaum ein realer Autist aufweist.
- Autisten sind am liebsten immer allein
Wahr ist, dass Autisten sich alleine wohlfühlen. Sie
müssen sich dabei nicht verstellen und viele autistische
Symptome, wie etwa die Schwierigkeiten bei der Kommunikation,
kommen gar nicht zum Vorschein. Falsch ist aber, dass Autisten nie
das Bedürfnis nach Geselligkeit hätten. Die meisten
Autisten wünschen sich durchaus Freundschaften, einige leben
sogar in einer festen partnerschaftlichen Beziehung.
- Autisten fallen auf den ersten Blick auf
Den meisten Autisten sieht man ihre Entwicklungsstörung nicht
auf den ersten Blick an. Doch sobald sie mit anderen in Kontakt
treten, merken Nicht–Autisten in der Regel, dass bei ihnen
etwas anders ist.
- Autisten sind gut im Kopfrechnen
Es gibt durchaus einige Autisten, die sehr gut kopfrechnen
können. Aber es gibt auch Autisten, die an Rechenschwäche
leiden.
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