Nicole Schuster ist 23 Jahre jung, hochintelligent – und
Autistin. Sie hat Probleme, sich in der Welt der
“Normalen” zurecht zu finden, ihre Mimiken und Gesten
richtig zu deuten. Ranga Yogeshwar trifft Nicole. [mehr]
Dienstag, 04. November 2008, 21.00 - 21.45 Uhr WDR Fernsehen.
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Nicole Schuster über Ihren Weg als Autistin
Dass ich mich heute sogar im Fernsehen mitteilen kann, hätte
dem stammelnden, autistischen Kind von einst niemand zugetraut. Von
einem in sich versunkenen Kleinkind über eine auf absolut
gleiche Abläufe fixierte Studentin bin ich zu einer jungen
Frau geworden, die unter nicht autistischen Menschen kaum noch
auffällt. Trotzdem bleibt für mich der Autismus eine
Behinderung. [mehr]
Im Gespräch Kontakte knüpfen ist lernbar
Gespräche übers Wetter erscheinen Autisten oft als
sinnlose Zeitverschwendung. Genauso überflüssig empfinden
sie Plaudereien auf Partys. Sie haben Schwierigkeiten, im
Gespräch Kontakte zu knüpfen, aber auch Ängste,
nicht gut anzukommen. Ein Therapeut zeigt der Autistin Nicole, dass
auch für sie Small Talk lernbar ist. [mehr]
Autisten haben Probleme, Gefühle zu erkennen
Häufig heißt es, Autisten fehle es nicht nur an
Empathie, also an Einfühlungsvermögen, sondern auch an
Mitgefühl. Eine Berliner Forschergruppe zeigt: Autisten haben
zwar Schwierigkeiten, in Gesichtern anderer Menschen Gefühle
zu erkennen, und alleine schon deshalb größere Probleme,
sich in andere einzufühlen. Aber Mitgefühl ist ihnen
deshalb nicht fremd. [mehr]
Das „autistische Spektrum“
Kanner-Autismus, Asperger-Syndrom, High-Functioning-Autismus,
atypischer Autismus: Zum „autistischen Spektrum“
gehört eine ganze Reihe von Diagnosen, die manchmal nicht
scharf voneinander zu trennen sind. Quarks & Co gibt einen
Überblick. [mehr]
Können Spiegelneurone den Mangel an Mitgefühl
erklären?
Die Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen und zu verstehen,
ist für Autisten oft eine unüberwindbare Hürde.
Womöglich liegt der Mangel an Einfühlungsvermögen
bei Autisten an einer ungewöhnlichen Funktionsweise ihres
Gehirns. Und womöglich spielen sogenannte Spiegelneurone dabei
eine zentrale Rolle. [mehr]
Theorien und Ursachen des Autismus
Die Fallbeschreibungen von Leo Kanner und Hans Asperger aus den
1940er Jahren gelten als Grundsteine der Autismus-Forschung. Doch
so genau die beiden Wissenschaftler ihre autistischen Patienten
auch untersuchten, über die Ursache der Krankheit konnten sie
nur Vermutungen anstellen. Ist es Vererbung liegt es an der
Erziehung oder wird die Krankheit nur vom Vater auf den Sohn
übertragen? [mehr]
Therapie kann viel bewirken
Autismus gilt zwar im klassischen medizinischen Sinne nicht als
heilbar, jedoch kann eine Therapie die Lebensqualität eines
Autisten und seiner Familie entscheidend verbessern. Gute
Therapeuten gehen nach einer gründlichen Diagnose individuell
auf die besonderen Bedürfnisse des Autisten ein und beraten
auch Eltern beim Umgang mit ihrem Kind. [mehr]
Über das Image von Autisten
Über Autisten gibt es viele Vorurteile und Halbwahrheiten. Auf
dem Arbeitsmarkt kann das ein Nachteil für sie sein. Eine
Berliner Forschergruppe fragte Mitarbeiter in Jobcentern, was sie
über Autisten wissen. Die Ergebnisse geben zu denken. Denn wie
soll ein Mitarbeiter einen Autisten erfolgreich vermitteln, wenn er
dessen Störung nicht wirklich versteht? [mehr]
Haben Sie autistische Tendenzen?
Kontaktscheuer Einzelgänger, besonders intelligenter Erfinder
oder der "kleine Professor" mit ungewöhnlichem
Detailwissen – der Übergang von der Normalität zum
Autismus ist fließend. Manche Menschen haben in bestimmten
Situationen immer wieder Probleme und wissen nicht, dass diese mit
einer autistischen Störung zusammenhängen. Unser Test
kann einen Anhaltspunkt geben. [mehr]