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Quarks & Co
Sendung vom 25. November 2008
Woher kommt unser Fisch?
75 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände weltweit sind bereits überfischt. Wie steht es um Seelachs, Hering, Lachs und Thunfisch? Sie machen zusammen immerhin rund zwei Drittel unseres Fischkonsums aus.
Der Alaska-Seelachs (auch Pollack genannt) ist eigentlich kein Lachs, sondern ein Dorsch. Sein Lebensraum sind die Küstengebiete des nördlichen Pazifik. Er wurde als Speisefisch erstmals 1984 gefangen. Seitdem hat er in der Fischindustrie eine sehr große Bedeutung erlangt. Der Anteil des Alaska-Seelachs am gesamten Fischverbrauch liegt in Deutschland bei knapp unter 20 Prozent. Die Produkte aus ihm sind vorwiegend tiefgefroren (Import).
Sein vor einigen Jahren gewaltiger Bestand von rund 10 Mio. Tonnen ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Mit einer Jahresfangmenge von ca. 3,5 Mio. Tonnen gehört er jedoch immer noch zu den meist gefangenen Fischarten.
Der Hering kommt nicht nur in Ost- und Nordsee vor, sondern er verfügt über ein weiträumiges Verbreitungsgebiet im Nordatlantik. Der Atlantische Hering lebt in Tiefen bis etwa 360 Meter. Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein war der Atlantische Hering so häufig, dass er als Arme-Leute-Essen galt.
Heute sind die Bestände durch starke Befischung deutlich zurückgegangen: Mit Hilfe modernster Technik können Heringsschwärme sehr genau aufgespürt werden. Rund 20 Prozent des bei uns angebotenen Fischs entfällt auf Hering und Heringsprodukte.
Das Herkunftsgebiet des atlantischen Lachses (weltweites Fangaufkommen nur noch 5.ooo Tonnen pro Jahr) ist der Nordatlantik und in die dahin mündenden Flüsse. Die fünf pazifischen Lachsarten bevölkern ausschließlich den nördlichen Pazifik und die darin mündenden Flüsse. Das Fangaufkommen liegt bei rund 800.000 Tonnen pro Jahr. Insgesamt ist ein dramatischer Rückgang der Fänge zu verzeichnen. Dies hat dazu geführt, daß selbst vor der amerikanischen wie der kanadischen Ostküste, ja sogar entlang der norwegischen Küste ein zeitlich begrenztes, totales Fangverbot erlassen wurde.
Der Thunfisch ist weltweit verbreitet. Hauptfanggebiete sind der Indische Ozean und der Pazifik. Die meisten Thunfischarten gelten heute als noch ausreichend vorhanden, da immer noch neue Gebiete zum Thunfischfang erschlossen werden (z. B. Indonesischer Inselbereich, Polynesien). Die Fänge einiger Groß-Thunfischarten sind in den letzten Jahren jedoch stark zurückgegangen.
Zu den Fischen, die bedenkenlos verzehrt werden können, zählen (laut Greenpeace) z.B. Pangasius, Zander und Karpfen. Auch der Hering gehört dazu, sofern er nicht in der Nordsee gefangen wurde. Kritisch, weil überfischt, sind danach Scholle, atlantischer Lachs, Heilbutt, Makrele, Schwertfisch, Dorade oder auch Flussaal und Miesmuschel.
Thomas Kamp
Stand: 20.11.2008
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