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Quarks & Co
Sendung vom 10. März 2009
Von Sockenschläfern und Schlafwandlern
Stimmt. Optimal sind 16 bis 17 Grad Raumtemperatur. Das unterstützt den Körper, der beim Einschlafen seine Temperatur abends um etwa ein Grad Celsius absenkt. Aber kälter als 16 Grad Celsius sollte es im Schlafzimmer nicht sein. Wenn es an Händen und Füßen fröstelt, kann man schlecht einschlafen. Selbst Wissenschaftler greifen dann schon mal zu Socken. Der Hintergrund: In einem Versuch konnten italienische Forscher zeigen, dass sich die Haut an den Extremitäten, also Füßen und Händen, bei zu tiefen Temperaturen zusammenzieht und keine Wärme mehr abgeben kann. Trotz übergroßer Kälte erreicht der Körper seine Schlaftemperatur nicht. Einschlafen wird da schwer – da sind Sockenschläfer klar im Vorteil.
Das stimmt nicht. Ebenso wenig stimmt der Eindruck vieler
Senioren, sie würden nicht mehr soviel schlafen. Neuere
Forschungen gehen von einem Schlafvolumen von sieben bis acht
Stunden bei jungen Erwachsenen aus. Dieser Wert wird bei Senioren
nicht wesentlich unterschritten. Allerdings schlafen ältere
Menschen nicht alles davon an einem Stück in der Nacht,
besonders dann nicht, wenn sie sehr früh zu Bett gehen und
auch früh wieder aufwachen. Zudem machen Senioren häufig
auch tagsüber ein Nickerchen. Beim Schlaf werden von Senioren
erheblich weniger
Hormone ausgeschüttet und der Schlaf
selber ist nicht so tief.
Stimmt nicht. Man sollte sie sogar wecken; nämlich, bevor
sie in Gefahr geraten: Schlafwandler befinden sich im
Tiefschlaf und verfügen keineswegs
über die sprichwörtliche schlafwandlerische Sicherheit.
Schlafwandler haben diese Sicherheit nicht eingebaut, sie folgen
den erreichbaren Lichtquellen. Früher war das der Mond, heute
sind es Straßenlaternen und anderes künstliches Licht.
Deshalb besser wecken, bevor gefährliche Situationen
eintreten. Bei den Schlafwandlern, bei denen das Problem bekannt
ist – das sind meist Kinder und Jugendliche –, kann man
Vorsorge treffen und Fenster und Türen so verschließen,
dass die Schlafwandler sie nicht öffnen können.
Das ist falsch. Alle Schlafphasen sind wichtig, unabhängig
davon, ob mit dem Schlaf vor oder nach Mitternacht begonnen wird.
Die erste Hälfte des Schlafes ist im Normalfall dem Tiefschlaf
vorbehalten. Dabei werden Wachstumshormone ausgeschüttet. In
der zweiten Hälfte träumen wir besonders stark im
sogenannten
REM-Schlaf. Auch wer als ausgemachter
Abendtyp erst nach Mitternacht ins Bett geht,
schläft ausreichend, solange er alle Schlafphasen
durchmacht.
Stimmt nicht: Der Mond hat – anders als auf die Gezeiten (Ebbe und Flut) – keinen messbaren Einfluss auf die Zellen und Moleküle des menschlichen Körpers. Bei vielen wissenschaftlichen Untersuchungen zeigten sich keine Unterschiede zwischen dem Schlaf in einer Vollmondnacht und in anderen Nächten. Auch die Daten einer großen Schlaf-Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die sich die Forscher extra für die Quarks-Arena auf mögliche Unterschiede hin noch einmal angesehen haben, zeigen keinen signifikanten Unterschied zwischen dem Schlaf bei Vollmond und in Nächten ohne Vollmond. Allerdings, so geben die DLR-Forscher zu bedenken, könnte es jenseits aller Wahrscheinlichkeit Menschen geben, die – aus welchen Gründen auch immer – besonders sensibel auf Vollmond reagieren. Und sei es nur, dass sie bestehende Schlafstörungen dem Vollmond anlasten.
Übrigens: Am Licht des Vollmonds kann es kaum liegen. Dieser hat eine Helligkeit von gerade einmal 0,25 Lux. Jede Straßenlaterne ist mit 10 Lux 40 Mal so hell.
Tilman Wolff
Stand: 10.03.2009
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