Sie befinden sich hier:
WDR.de
WDR Fernsehen
Wissen
Quarks & Co
Sendung vom 14. April 2009
Wenn die Bagger kommen
Ist ein Braunkohlentagebau erst einmal genehmigt, dann haben die Menschen in den Dörfern über der Kohle keine Wahl – sie müssen früher oder später den Baggern weichen. Seit dem Zweiten Weltkrieg mussten schon rund 35.000 Menschen wegen der Braunkohle ihre Heimat verlassen. Bis zum Jahr 2045 werden es noch einmal 10.000 mehr sein. Das Bergrecht setzt das Interesse der Allgemeinheit an einer Versorgung mit Strom über das Eigentumsrecht der Hausbesitzer. Die meisten von ihnen handeln schnell mit dem Stromkonzern – im Rheinland ist das die RWE Power AG – eine Entschädigung aus. Einige wehren sich länger. Einzelne werden schließlich enteignet. Den Menschen wird in der Regel eine gemeinsame Umsiedlung an einen neuen Ort in der Nähe angeboten. So liegen die Neubaugebiete Neu-Otzenrath, Neu-Spenrath und Neu-Holz nur wenige Kilometer von den alten Dörfern entfernt, die als nächste dem Tagebau Garzweiler II weichen müssen. In der Regel werden für die Umsiedlung eines Ortes 10 bis 15 Jahre eingeplant.
Daniel Münter
Stand: 14.04.2009
Seite teilen