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Quarks & Co
Sendung vom 26. Mai 2009
Was wirkt, wenn nichts wirkt?
Der Glaube an die Heilkraft einer Medizin, oder eines Mediziners, kann Krankheitssymptome bessern. Das beweisen inzwischen sogar Studien mit Scheinoperationen: So wurde eine Standard-OP bei Kniebeschwerden durch Schnitt und Naht nur simuliert – vielen Patienten ging es nach dem Eingriff besser.
In einem anderen Versuch wurde eine angeblich schmerzlindernde Salbe auf die Hände mehrerer Versuchspersonen aufgetragen. Bei der Bestrahlung mit einem schmerzhaften Laser fühlten die Probanden in der Hand mit der Placebo-Salbe weniger Schmerz: Das Gehirn setzt die suggerierte Vorstellung, dass die Salbe wirkt, in wirkliches Erleben um.
Der Tübinger Forscher Paul Enck meint, dass das Gehirn des Patienten die Hauptrolle bei der Placebo-Wirkung spielt. Paul Enck sagt: „Irgendwo im Gehirn verändert sich etwas, wenn ich glaube. Irgendwo im Gehirn verändert sich auch etwas, wenn ich Angst habe. Das heißt, diese psychischen Prozesse haben ihre eigene Biologie und die wird mit Placebo verändert.“ Eine zentrale Rolle spielt dabei der „Präfrontale Cortex“, ein Teil der Großhirnrinde. Hier werden Umweltsignale mit Erfahrungen und Emotionen abgeglichen. Hoffnungen oder Erwartungen entstehen, was die Produktion körpereigener Botenstoffe anregt: Schmerzlindernde Hormone entfalten an den Zielorganen ihre Wirkung.
Der Placebo-Effekt ist ein alltägliches Phänomen – bei den meisten von uns funktioniert er, wenn wir beispielsweise eine Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Kopfschmerzen nehmen. Die meisten Menschen spüren bereits nach etwa 20 Minuten eine Wirkung – das Medikament kann aber tatsächlich erst nach etwa 45 Minuten physiologisch wirken. Da schenkt uns der Placebo-Effekt 20 Minuten Schmerzfreiheit.
Stand: 22.01.2008
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