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Mythos Mondlandung

War der erste Mensch auf dem Mond ein Schauspieler?

  • SendeterminDienstag, 02. Juni 2009, 21.00 - 21.45 Uhr .
  • WiederholungsterminSamstag, 06. Juni 2009, 12.00 - 12.45 Uhr (Wdh.).
Der Astronaut steht vor der amerikanischen Flagge auf dem Mond.
Hinter ihm ein schwarzer, sternenloser Nachthimmel?; Rechte: WDR
Eines von vielen sternenlosen Bildern der Mondlandung

Es wäre nur ein kleiner Schritt für einen Schauspieler, aber ein großer im Propagandakrieg gegen die Sowjets. Am 21. Juli 1969 verfolgen 500 Millionen Menschen die Mondlandung der Amerikaner live im Fernsehen. Bei genauer Betrachtung nährt das Original-Bildmaterial der Mondlandung aber die Theorie, die Apollo-Mission sei auf der Erde inszeniert worden: wehende Fahnen, wo sich keine Luft regen dürfte; Licht, wo sonst Schatten ist und fehlende Sternen am Himmel über den Astronauten – was steckt hinter den zahlreichen Auffälligkeiten auf dem Bildmaterial der StichwortNASA?

Reporter Burkhardt Weiss stellt zusammen mit dem Quarks-Team nachts in einem Steinbruch die fragwürdigen Motive der Mondlandung nach und beleuchtet mit dem Astrophysiker und Wissenschaftsautor Dirk Lorenzen die Argumente der Skeptiker.

Argument Nr. 1: Keine Sterne auf dem Mond

Links: Dirk Lorenzen und Burkhardt Weiss vor unsichtbarem
Sternenhimmel; Rechte: WDR
Der sternenlose Himmel auf den Fotos der Mondlandung...

Ein Anhaltspunkt der Verschwörungstheoretiker bezieht sich auf den Himmel über den Raumfahrern. Auf den Fotos von der Mondlandung, so nah an den Sternen, sind nicht mal kleine helle Punkte am Himmel zu erkennen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Bilder tatsächlich nicht auf dem Mond entstanden sind.

Das Quarks-Team hat für den Test einen künstlichen Sternenhimmel gebaut. Mit einem Dimmer wird das Helligkeitsverhältnis zwischen Astronaut und Sternenhimmel nachgestellt. Der Raumfahrtexperte und Astrophysiker Dirk Lorenzen wacht dabei über die wissenschaftliche Korrektheit.

Blende auf: Der Sternenhimmel ist sichtbar, Dirk Lorenzen und
Burkhardt Weiss wirken dabei völlig überstrahlt; Rechte:
WDR
...macht die Verschwörungstheoretiker stutzig

Das Quarks & Co-Testfoto zeigt schließlich, dass auch bei unserem künstlichen Sternenhimmel keine hellen Punkte auf dem Abbild landen. Das liegt am Kontrastumfang der Kamera: Auf die Abbildung der hellen Astronauten eingestellt, konnte die auf dem Mond verwendete Hasselblad 500 mit derselben Blendstufe nicht gleichzeitig die Sterne im Hintergrund abbilden. Anders als das Auge kann sich die Blende nicht auf die unterschiedliche Helligkeit einstellen. Dieses Phänomen wirkt auf der Erde genau so und ist damit kein Beweis für die Verschwörungstheoretiker.

Argument Nr. 2: Merkwürdige Schatten

Auf der Mondoberfläche werfen Gegenstände keine parallele
Schatten; Rechte: NASA
Auf dem Mond und auf der Erde:...

Die Schatten auf den NASA-Fotos laufen nicht parallel. Für die Verschwörungstheoretiker ist das ein eindeutiger Beweis für ein ausgeleuchtetes Filmset mit mehreren Scheinwerfern. Auf dem Mond gab es schließlich nur eine einzige Lichtquelle - die Sonne. Und die dürfte daher auch nur parallele Schatten produzieren.

Die schatten kreuzen sich auch in der nachgestellten Sene; Rechte:
WDR
...die selben Schatten

Der Quarks & Co-Test im Steinbruch bringt Licht ins Dunkel: Fallen Schatten auch nur auf leichte Bodenwellen, werden sie in unterschiedliche Richtungen abgelenkt. Trotz einer einzelnen Lichtquelle! Auf einigen Fotos entsteht dann sogar der Eindruck, als kreuzten sich die Schatten. Der optische Effekt wird durch das Weitwinkelobjektiv und die tief stehende Sonne verstärkt. Die seltsamen Schatten sind also auch kein Grund, an der Authentizität der Mondlandung zu zweifeln.

Argument Nr. 3: Der beleuchtete Astronaut

Ein Astronaut steigt aus der Landefähre; Rechte: NASA
Licht ins Dunkel...

Etwas zu gut ausgeleuchtet für einen Schnappschuss auf dem Mond - das kann man denken, wenn man sieht, wie Edwin „Buzz“ Aldrin auf dem Foto so strahlend in den Schatten steigt. Waren dabei Scheinwerfer auf ihn gerichtet, so wie es die Verschwörungstheoretiker behaupten, oder wurde das Foto im Nachhinein bearbeitet?

Laut NASA liegt der Fall anders: Die Reflexion des Sonnenlichtes durch den Mond sorgt für diesen Effekt. Das Rückstrahlvermögen des Mondes, seine StichwortAlbedo, ist nicht besonders hoch. Der Mond reflektiert sogar nur etwa so viel Licht wie normaler Asphalt. Allerdings reflektiert er besonders stark ungefähr in die Richtung, aus der die Lichtquelle strahlt und hat eine enorme Fläche. Der Schattenbereich dagegen ist relativ klein und der Astronaut trägt einen weißen Anzug. Das erleichtert die Reflexion.

Reporter Burkhardt Weiss im Steinbruch; Rechte: WDR
...durch Reflektion

Der Quarks & Co-Test im Steinbruch zeigt, wie das prinzipiell funktioniert: Schon eine kleine, schwach reflektierende Fläche erhellt den Astronauten im Schatten. Die Reflexionsfläche des Mondes ist natürlich noch viel größer, der Effekt deshalb viel stärker.

Der helle Astronaut scheidet damit aus im Rennen um den stichhaltigen Beweis gegen die Echtheit der Mondlandung.

Argument Nr. 4: Die wehende Fahne

Eine verschwommene Aufnahme der auf dem Mond stehenden
amerikanischen Fahne; Rechte: WDR
Eine Fahne weht ohne Wind

Einige Aufnahmen zeigen, dass die Fahne, nachdem der Astronaut sie in den Boden gerammt hat, in Bewegung ist. Es sieht so aus, als würde sie wehen. Auf dem Mond gibt es aber keine StichwortAtmosphäre – rätselhaft, woher hier der Wind weht. Für die Verschwörungstheoretiker ein besonders aussagekräftiger Punkt auf ihrer Liste der Zweifel.

Der Astrophysiker Dirk Lorenzen hat dafür eine andere Erklärung: Die Fahne bewegt sich durch die Kraftaufwendung des Astronauten, der sie in die Erde rammt. Diese Kraft überträgt sich auf den Aluminiumkörper. Die Fahne schwingt sogar noch nach, als der Astronaut sie wieder losgelassen hat. Und gerade weil auf dem Mond keine Atmosphäre existiert: Es besteht kein Widerstand, der die Fahne daran hindert, nach der Erschütterung weiterzuschwingen.

Der Quarks-Test zeigt: Hier schlägt die Wissenschaft die Verschwörungstheoretiker mit ihren eigenen Waffen. Die „wehende“ Fahne ist sogar ein Argument für die Echtheit der Mondlandung.

Argument Nr. 5: Die strahlenden Astronauten – Radioaktivität im Weltall

Animation der Erde mit dem um sie herum liegenden
Van-Allen-Gürtel. Ein kleinerer und ein größerer
halbtransparenter Gürtel mit radioaktiven Teilchen; Rechte:
WDR
Der radioaktiv strahlende Van-Allen-Gürtel reicht rund um die Erdkugel

Auf dem Weg zum Mond mussten die Astronauten die mehrere Tausend Kilometer breiten StichwortVan-Allen-Gürtel durchqueren. Dort gibt es äußerst energiereiche Teilchen aus dem Sonnenwind und der kosmischen Strahlung. Mit ihrer Ausrüstung, so die Verschwörungstheoretiker, hätten die Astronauten der gefährlichen Strahlung niemals trotzen können. Dirk Lorenzen weist auf die Geschwindigkeit hin, mit der die Astronauten den Gürtel durchquert haben: Mit 11,2 Kilometern pro Sekunde waren sie nach etwa 90 Minuten durch den Strahlungsgürtel hindurch und haben dabei nur einige StichwortMillisievert, also nur eine sehr kleine Strahlendosis, aufgenommen. Auch der Van-Allen-Gürtel widerlegt also die bemannte Mondlandung nicht.

Der Quarks & Co-Test hat gezeigt, dass die Top-Argumente für eine inszenierte Mondlandung nicht stichhaltig sind. Aber die Verschwörungstheoretiker werden nicht müde und die Suche nach Argumenten gegen die Männer auf dem Mond wird weitergehen.

Stichwörter

1 Albedo
Die Albedo ist eine Maßeinheit für das Rückstrahlvermögen nicht leuchtender Oberflächen. Sie wird berechnet aus dem Verhältnis der einfallenden zur reflektierten Lichtmenge. Zurück zum Absatz
2 Atmosphäre
Als Atmosphäre bezeichnet man ein Gemisch von Gasen, das einen Himmelskörper umgibt. Die Anziehungskraft des Himmelskörpers muss stark genug sein, um die Gase vom Entweichen abzuhalten. Die Erde ist von einer Atmosphäre umgeben. Sie besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff und zu 21 Prozent aus Sauerstoff, außerdem aus kleinen Mengen von Argon, Kohlendioxid, verschiedenen Mengen von Wasserdampf und Spuren von Wasserstoff, Ozon, Methan, Kohlenmonoxid, Helium, Neon, Krypton und Xenon. Zurück zum Absatz
3 Millisievert (mSv)
Ein Tausendstel Sievert, Maßeinheit für Strahlenbelastung. Benannt nach dem schwedischen Mediziner und Physiker Rolf Sievert. Der durchschnittliche Deutsche nimmt im Jahr 4 Millisievert auf: 2 mSv durch medizinische Behandlungen wie Röntgenstrahlung und 2 mSv durch natürliche Radioaktivität aus der Erde und dem All. Ausnahmsweise können Menschen erhöhter Strahlung von bis zu 20 mSv im Jahr ausgesetzt werden, sofern sie danach sofort auf die Minimalbelastung sinkt. Zurück zum Absatz
4 NASA
NASA ist die Abkürzung für National Aeronautics and Space Administration - auf Deutsch: Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde. Sie wurde 1958 zunächst als zivile Behörde der USA eingerichtet. Mit dem Spaceshuttle-Programm begann die NASA allerdings auch auf militärischem Gebiet zu arbeiten (z. B. Aussetzung und Reparatur militärischer Satelliten). Zurück zum Absatz
5 Van-Allen-Gürtel
Der Van-Allen-Gürtel ist ein aus mehreren Teilen bestehender Strahlungsgürtel, der um die Erde herum liegt. Er besteht aus Elektronen und Protonen, die sich mit hoher Energie bewegen. Entdeckt wurde er 1958 vom ersten amerikanischen Satelliten Explorer 1 mittels einer Art Teilchendetektor. Der Name geht auf James van Allen zurück, Leiter des Forschungsteams, das die Daten von Explorer 1 auswertete. Zurück zum Absatz
Autorin:

Katharina Adick

Stand: 02.06.2009


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