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Quarks & Co
Sendung vom 02. Juni 2009
Mythos Mondlandung
Es wäre nur ein kleiner Schritt für einen
Schauspieler, aber ein großer im Propagandakrieg gegen die
Sowjets. Am 21. Juli 1969 verfolgen 500 Millionen Menschen die
Mondlandung der Amerikaner live im Fernsehen. Bei genauer
Betrachtung nährt das Original-Bildmaterial der Mondlandung
aber die Theorie, die Apollo-Mission sei auf der Erde inszeniert
worden: wehende Fahnen, wo sich keine Luft regen dürfte;
Licht, wo sonst Schatten ist und fehlende Sternen am Himmel
über den Astronauten – was steckt hinter den zahlreichen
Auffälligkeiten auf dem Bildmaterial der
NASA?
Reporter Burkhardt Weiss stellt zusammen mit dem Quarks-Team nachts in einem Steinbruch die fragwürdigen Motive der Mondlandung nach und beleuchtet mit dem Astrophysiker und Wissenschaftsautor Dirk Lorenzen die Argumente der Skeptiker.
Ein Anhaltspunkt der Verschwörungstheoretiker bezieht sich auf den Himmel über den Raumfahrern. Auf den Fotos von der Mondlandung, so nah an den Sternen, sind nicht mal kleine helle Punkte am Himmel zu erkennen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Bilder tatsächlich nicht auf dem Mond entstanden sind.
Das Quarks-Team hat für den Test einen künstlichen Sternenhimmel gebaut. Mit einem Dimmer wird das Helligkeitsverhältnis zwischen Astronaut und Sternenhimmel nachgestellt. Der Raumfahrtexperte und Astrophysiker Dirk Lorenzen wacht dabei über die wissenschaftliche Korrektheit.
Das Quarks & Co-Testfoto zeigt schließlich, dass auch bei unserem künstlichen Sternenhimmel keine hellen Punkte auf dem Abbild landen. Das liegt am Kontrastumfang der Kamera: Auf die Abbildung der hellen Astronauten eingestellt, konnte die auf dem Mond verwendete Hasselblad 500 mit derselben Blendstufe nicht gleichzeitig die Sterne im Hintergrund abbilden. Anders als das Auge kann sich die Blende nicht auf die unterschiedliche Helligkeit einstellen. Dieses Phänomen wirkt auf der Erde genau so und ist damit kein Beweis für die Verschwörungstheoretiker.
Die Schatten auf den NASA-Fotos laufen nicht parallel. Für die Verschwörungstheoretiker ist das ein eindeutiger Beweis für ein ausgeleuchtetes Filmset mit mehreren Scheinwerfern. Auf dem Mond gab es schließlich nur eine einzige Lichtquelle - die Sonne. Und die dürfte daher auch nur parallele Schatten produzieren.
Der Quarks & Co-Test im Steinbruch bringt Licht ins Dunkel: Fallen Schatten auch nur auf leichte Bodenwellen, werden sie in unterschiedliche Richtungen abgelenkt. Trotz einer einzelnen Lichtquelle! Auf einigen Fotos entsteht dann sogar der Eindruck, als kreuzten sich die Schatten. Der optische Effekt wird durch das Weitwinkelobjektiv und die tief stehende Sonne verstärkt. Die seltsamen Schatten sind also auch kein Grund, an der Authentizität der Mondlandung zu zweifeln.
Etwas zu gut ausgeleuchtet für einen Schnappschuss auf dem Mond - das kann man denken, wenn man sieht, wie Edwin „Buzz“ Aldrin auf dem Foto so strahlend in den Schatten steigt. Waren dabei Scheinwerfer auf ihn gerichtet, so wie es die Verschwörungstheoretiker behaupten, oder wurde das Foto im Nachhinein bearbeitet?
Laut NASA liegt der Fall anders: Die Reflexion des Sonnenlichtes
durch den Mond sorgt für diesen Effekt. Das
Rückstrahlvermögen des Mondes, seine
Albedo, ist nicht besonders hoch. Der Mond
reflektiert sogar nur etwa so viel Licht wie normaler Asphalt.
Allerdings reflektiert er besonders stark ungefähr in die
Richtung, aus der die Lichtquelle strahlt und hat eine enorme
Fläche. Der Schattenbereich dagegen ist relativ klein und der
Astronaut trägt einen weißen Anzug. Das erleichtert die
Reflexion.
Der Quarks & Co-Test im Steinbruch zeigt, wie das prinzipiell funktioniert: Schon eine kleine, schwach reflektierende Fläche erhellt den Astronauten im Schatten. Die Reflexionsfläche des Mondes ist natürlich noch viel größer, der Effekt deshalb viel stärker.
Der helle Astronaut scheidet damit aus im Rennen um den stichhaltigen Beweis gegen die Echtheit der Mondlandung.
Einige Aufnahmen zeigen, dass die Fahne, nachdem der Astronaut
sie in den Boden gerammt hat, in Bewegung ist. Es sieht so aus, als
würde sie wehen. Auf dem Mond gibt es aber keine
Atmosphäre – rätselhaft,
woher hier der Wind weht. Für die
Verschwörungstheoretiker ein besonders aussagekräftiger
Punkt auf ihrer Liste der Zweifel.
Der Astrophysiker Dirk Lorenzen hat dafür eine andere Erklärung: Die Fahne bewegt sich durch die Kraftaufwendung des Astronauten, der sie in die Erde rammt. Diese Kraft überträgt sich auf den Aluminiumkörper. Die Fahne schwingt sogar noch nach, als der Astronaut sie wieder losgelassen hat. Und gerade weil auf dem Mond keine Atmosphäre existiert: Es besteht kein Widerstand, der die Fahne daran hindert, nach der Erschütterung weiterzuschwingen.
Der Quarks-Test zeigt: Hier schlägt die Wissenschaft die Verschwörungstheoretiker mit ihren eigenen Waffen. Die „wehende“ Fahne ist sogar ein Argument für die Echtheit der Mondlandung.
Auf dem Weg zum Mond mussten die Astronauten die mehrere Tausend
Kilometer breiten
Van-Allen-Gürtel durchqueren. Dort gibt
es äußerst energiereiche Teilchen aus dem Sonnenwind und
der kosmischen Strahlung. Mit ihrer Ausrüstung, so die
Verschwörungstheoretiker, hätten die Astronauten der
gefährlichen Strahlung niemals trotzen können. Dirk
Lorenzen weist auf die Geschwindigkeit hin, mit der die Astronauten
den Gürtel durchquert haben: Mit 11,2 Kilometern pro Sekunde
waren sie nach etwa 90 Minuten durch den Strahlungsgürtel
hindurch und haben dabei nur einige
Millisievert, also nur eine sehr kleine
Strahlendosis, aufgenommen. Auch der Van-Allen-Gürtel
widerlegt also die bemannte Mondlandung nicht.
Der Quarks & Co-Test hat gezeigt, dass die Top-Argumente für eine inszenierte Mondlandung nicht stichhaltig sind. Aber die Verschwörungstheoretiker werden nicht müde und die Suche nach Argumenten gegen die Männer auf dem Mond wird weitergehen.
Katharina Adick
Stand: 02.06.2009