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Quarks & Co
Sendung vom 11. August 2009
Im Kampf gegen die illegale Fischerei
Die Plünderung natürlicher Ressourcen und Verbrechen gegen die Umwelt werden inzwischen von international organisierten Kartellen in großem Stil betrieben und ähneln Waffen- und Drogenhandel. Im Mittelpunkt dieses Quarks&Co-Beitrags steht der Einsatz einer australischen Sondereinheit gegen Piratenfischer, die in den fischreichen Gewässern der Antarktis illegal Jagd auf den begehrten Schwarzen Seehecht machen.
In den fischreichen Gewässern rund um die Antarktis spielen sich der Öffentlichkeit meist unbekannte Szenen ab: die schonungslose Jagd auf den Schwarzen Seehecht. Er ist vor allem in den USA, Japan und China wegen seines weißen, festen und grätenarmen Fleisches begehrt. Den Fischern bringt er pro Exemplar 1.000 US-Dollar und mehr ein. Der lukrative Fang hat illegale Fischer auf den Plan gerufen, die sich an keine Fangquoten und Gesetze halten. Sie und ihre Hintermänner werden durch die reiche Beute zu Millionären. Mit ihren skrupellosen Fangmethoden bedrohen sie nicht nur das Ökosystem der Meere, sondern auch die Existenzgrundlage der legalen Fischer.
Ausgangspunkt des Films ist die Machtlosigkeit der australischen Fischereibehörde. Ihre Beamten müssen mit ansehen, wie die fischreichen Gewässer rund um die Heard- und McDonald-Inseln von Piraten auf Fabrikschiffen heimgesucht und leer gefischt werden. Mit kilometerlangen Leinen, an denen Tausende von Haken stecken, holen sie die Fische aus bis zu 4.000 Metern Tiefe. Dabei verenden auch zahllose Seelöwen und Albatrosse. In den rauen Gewässern entwischen die Piratenfischer immer wieder den Kontrolleuren. Denn die verfügen nicht über die notwendige Ausrüstung und sind unbewaffnet. Doch ein mutiger Fischereikontrolleur und ein engagierter Berater des australischen Generalstaatsanwaltes wollen sich damit nicht abfinden. Sie mobilisieren Regierung und Armee und stellen den Piraten eine Falle.
Der Beitrag erzählt den authentischen Fall des Piratenschiffs "Volga". Es wird nach einer Verfolgungsjagd mit Hilfe der australischen Marine geentert. Eine bewaffnete Spezialeinheit setzt die illegalen Fischer fest. Anhand von Originalaufnahmen, die während der Verfolgung gedreht wurden, und nachgestellten Szenen zeigt der Film die dramatischen Ereignisse.
Der australischen Regierung gelingt es, die Piraten zu vertreiben. Doch die Fischwilderei macht sich jetzt in Gewässern außerhalb der australischen Hoheitszonen breit, z.B. vor Island und in den Randbereichen der Nordsee. 500.000 Tonnen illegal gefangener Fisch kommt laut Expertenschätzungen jedes Jahr in der EU auf den Markt. Wenn es nicht gelingt, die illegale Fischerei weltweit zu bekämpfen, ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Menschheit in Gefahr.
Heinz Greuling, Thomas Kamp, Thomas Weidenbach
Stand: 19.11.2008
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