Verliebt, verlobt, verheiratet …

Die fünf hartnäckigsten Partnerschaftsirrtümer

  • Dienstag, 22. Dezember 2009, 20.15 - 21.45 Uhr
  • Samstag, 02. Januar 2010, 12.05 - 13.35 Uhr (Wdh.)

Szenenbild aus der Sendung Quarks & Co

Mann und Frau - Arm in Arm

Mann und Frau folgen in der Partnerschaft noch oft den gängigen Rollenklischees

Viele Menschen wünschen sich ein Leben in einer glücklichen Zweierbeziehung. Deshalb beschäftigen wir uns sehr damit, wie Mann oder Frau den idealen Lebenspartner findet und mit ihm oder ihr eine möglichst lebenslange Beziehung gestalten kann. Doch Rollenklischees machen den Paaren häufig zweifach das Leben schwer. Einerseits versuchen viele Partner, der ihr zugedachten Rolle möglichst genau zu entsprechen. Andererseits erwarten sie auch von ihrem Gegenüber die Einhaltung der vorgegeben Rolle. Dabei sollten sie diese Rollenklischees lieber erst mal kritisch hinterfragen. Denn sie sind oft falsch!

Platz 5: Den ersten Schritt bei der Partnersuche macht immer der Mann

Frau sieht auffordernd zu einem Mann herüber

Frauen laden Männer oft wortlos zum Flirt ein

Falsch. Wie Studien ergeben haben, macht fast immer die Frau den ersten Schritt, und zwar durch nonverbale Kommunikation. Findet sie einen Mann attraktiv, sucht sie den Blickkontakt, lächelt, zeigt ihren Hals und fährt sich durch die Haare, um Interesse zu signalisieren. Erst nach dieser wortlosen Einladung steigen die Chancen des Mannes, sie anzusprechen, ohne sich einen Korb zu holen. Übrigens: Den ersten Schritt beim Heiratsantrag machen dagegen meistens die Männer.

Platz 4: Manche Menschen können sich einfach nicht riechen

Frau sitzt vor einem Haufen weißer T-Shirts

Frauen können riechen, ob ein Mann zu ihnen passt

Stimmt. In einem berühmten Experiment konnte der Evolutionsbiologe Claus Wedekind Mitte der 1990er-Jahre nachweisen, dass Frauen erschnüffeln können, ob ein Mann zu ihnen passt oder nicht. 44 Männer mussten für zwei Nächte Baumwoll-T-Shirts tragen. Anschließend sollten Frauen den Duft dieser Männer bewerten. Ergebnis: Angenehm fanden sie nur den Körpergeruch von Männern, deren Immunsystem eine andere genetische Struktur hatte als ihr eigenes. Dabei spielt ein bestimmter Gen-Satz, der „Major Histocompatibility Complex“ (MHC), eine zentrale Rolle, denn er beeinflusst die Abwehr von Krankheitserregern. Besitzen Eltern unterschiedliche MHC-Gene, ist der Nachwuchs besser gegen Krankheitserreger geschützt.

Platz 3: Männer waren schon immer die Ernährer der Familie

Steinzeit-Frau hält einen Hasen hoch

Frauen erlegten in der Steinzeit auch kleine Tiere

Quatsch. Der Vergleich mit Naturvölkern, die heute noch so leben wie unsere Vorfahren, zeigt: Frauen hatten in der Steinzeit die Aufgabe, Wurzeln und Früchte zu sammeln, erlegten aber auch kleine Tiere und fingen Fische. So trugen sie oft mehr zum Unterhalt der Familie bei als die Männer. Der Mythos des Mannes als alleiniger Ernährer hat sich aus dem konservativen Familienbild des 19. Jahrhunderts entwickelt, wurde dann ungeprüft auf die Steinzeit übertragen und hält sich bis heute hartnäckig.

Platz 2: Im verflixten siebten Jahr werden die meisten Ehen geschieden

Ein junger Mann und eine junge Frau schreien sich an vor einem in zwei Hälften zerbrochenen Haus

Jede zweite Ehe wird heutzutage geschieden – das hat aber nichts mit dem verflixten siebten Jahr zu tun

Falsch. Heute zerbricht fast jede zweite Ehe, egal in welchem Jahr. Forscher vermuten, dass der Glaube an das verflixte siebte Jahr auf die symbolische Bedeutung der Zahl Sieben in der Antike zurückgeht. Man hatte beobachtet, dass die Mondphasen jeweils sieben Tage dauern, und kannte schon sieben Planeten des Sonnensystems. Daraus entwickelte sich die Vorstellung, dass auch im Leben des Menschen alle sieben Jahre ein neuer Abschnitt beginnt.

Platz 1: Es gehen mehr Männer fremd als Frauen

Mann liest Zeitung, während seine Frau fremdgeht

Auch Frauen sind untreu

Anonyme Befragungen zeigen, dass Frauen genauso untreu sind wie Männer. In Deutschland hat mindestens ein Fünftel aller Männer und Frauen in festen Partnerschaften Erfahrungen mit Seitensprüngen. Einen Unterschied scheint es dennoch zu geben: Männer gehen offenbar öfter mehrfach fremd als Frauen. Während die Frau eher zum One-Night-Stand neigt, haben Männer häufiger Affairen. Als Grund für den Seitensprung nennen Frauen und Männer am häufigsten die Lust auf neue sexuelle Erfahrungen.

Studien

Es gehen mehr Männer fremd als Frauen
Eine anonyme Internetbefragung von 56 000 Personen (53 % Frauen, 47 % Männer) im Rahmen der Sexreport-Reihe auf ProSieben, entwickelt und ausgewertet von Dr. Jakob Pastötter, Präsident der Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS), und Prof. Anthony Pryce, Professor für Soziologie, Leiter des Department of Applied Psychosocial Sciences an der School of Community and Health Sciences der City University, London. Auf diese sehr umfassende und aussagekräftige Befragung verweisen mittlerweile auch renommierte Wissenschaftler.

Manche Menschen können sich einfach nicht riechen
Wedekind C. (2007). Body odors and body odor preferences in humans. pp.315-320 in Dunbar R. I. M., Barrett L. (eds.) The Oxford Handbook of Evolutionary Psychology. Oxford University Press, Oxford, UK.

Wedekind C., Seebeck T., Bettens F., Paepke A. J., (2006): The intensity of human body odors and the MHC: should we expect a link? Evolutionary Psychology 4, 85-94.



Autoren: Katharina Amling, Florian Breier


Stand: 22.12.2009


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Immunsystem
Als Immunsystem wird das biologische Abwehrsystem des Menschen bezeichnet. Es verhindert, dass Krankheitserreger das Gewebe schädigen, entfernt Mikroorganismen und fremde Substanzen, die in den Körper eingedrungen sind, und kann fehlerhaft gewordene körpereigene Zellen zerstören. Alle Lebewesen verfügen über ein einfaches Schutzsystem zur Abwehr körperfremder Substanzen Die Wirbeltiere entwickelten eine jedoch besonders komplexe, anpassungsfähige und effektive Immunabwehr.
Steinzeit
Als Steinzeit bezeichnet man den längsten Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte, bevor die Herstellung und technische Nutzung von Metallen bekannt war. Steinzeit wird diese Zeitepoche deshalb genannt, weil die meisten Werkzeuge der Menschen aus Stein waren. Die Steinzeit wird weiter unterteilt in die Altsteinzeit, die von 2,6 Millionen Jahren bis 11.500 Jahre vor heute dauerte. Darauf folgt die Mittelsteinzeit, von 11.500 bis 7500 vor heute, und dann die Jungsteinzeit von 7500 bis 4000 vor heute.

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