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Quarks & Co
Sendung vom 13. April 2010
Diagnose Alzheimer
Christian Zimmermann ist Unternehmer. Sein kleiner Handwerksbetrieb läuft gut. Die Firma stellt Spezialspiegel her und die Kunden kommen von überall auf der Welt. Plötzlich, im Jahre 2007, stellt Christian Zimmermann Veränderungen fest: Dinge, die ihm vorher ganz leicht gefallen sind, werden plötzlich zum Problem. Immer wieder verletzt er sich bei der Arbeit an seinen Maschinen. Maschinen, die er bis dato sicher beherrschte. So etwas war ihm im vorherigen Berufsleben nie passiert.
Typische Kennzeichen einer Alzheimer-Erkrankung sind Sprachstörungen. Auch Christian Zimmermann fällt es an manchen Tagen schwer, die richtigen Worte zu finden. Die räumliche Vorstellungskraft ist ebenfalls oft eingeschränkt. Ein Auto einparken, eine Krawatte knoten oder etwas räumlich zeichnen: Das alles fällt plötzlich schwerer oder wird gar unmöglich.
Auch Orientierungsschwierigkeiten oder die Fähigkeit, die Zeit richtig einzuschätzen, können Hinweise auf Alzheimer sein. Oder Halluzinationen - Christian Zimmermann nennt sie „Geister“. Weitere Hinweise auf eine Alzheimer-Erkrankung: Rückzugstendenzen, Stimmungsschwankungen oder Verhaltensänderungen gegenüber vertrauten Menschen.
Für Christian Zimmermann und seine Frau Christa bedeutet die Diagnose Alzheimer einen tiefen Einschnitt. Aber gerade Ehefrau Christa, die heute die Geschäfte der gemeinsamen Firma führt, erzählt in der Rückschau, wie sehr sie die Diagnose inzwischen erleichtert. Denn als die Krankheit ihren Mann veränderte, konnte sie sich dieses andere „Ich“ ihres Partners lange Zeit nicht erklären. „Wie eine dunkle Decke“, erzählt sie heute, „lag die Krankheit über unserer Familie“.
Heute sind die Zimmermanns froh, dass sie Klarheit haben. Nun verstehen sie, warum Ehemann und Vater Christian nicht mehr der Alte ist. Und nach dem ersten Schock hat Christian Zimmermann sich in seinem neuen Leben mit Alzheimer zurecht gefunden. Jetzt malt er, steht als Schauspieler ohne Text (denn den kann er sich nicht merken) auf der Bühne und versucht, die Öffentlichkeit über seine Krankheit aufzuklären.
Alzheimer sicher zu diagnostizieren ist nicht einfach. Häufig wird der sogenannte „Mini-Mental-State-Test“ (MMST) eingesetzt, bei dem die Ärzte anhand von neun Aufgabenkomplexen die kognitiven Funktionen der Patienten überprüfen: Merk- und Erinnerungsfähigkeit, zeitliche und räumliche Orientierung, Aufmerksamkeit, Sprachverständnis und Sprachfähigkeit, sowie Lesen, Schreiben, Zeichnen und Rechnen.
Bei Christian Zimmermann war es so, dass er unmittelbar nach der Diagnose in eine tiefe Depression glitt. Dank einer Therapie hat er diese jedoch überwunden. Heute versucht er mit Gedächtnistraining und vielen Aktivitäten die beginnende Demenzerkrankung so lange wie möglich hinauszuzögern.
Carsten Linder
Stand: 06.04.2010
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