Leben oder sterben lassen?
Die Grenzen der Hightech-Medizin
Nur 275 Gramm wog der weltweit leichteste Junge, der eine
Frühgeburt überlebte. Sollen solche Extrem-Frühchen
mit allen Mitteln der Intensivmedizin am Leben erhalten werden?
Auch wenn die Behandlung rund 130.000 Euro kostet und die Chancen
auf ein Leben ohne Spätschäden nur bei rund 30 Prozent
liegen? Quarks & Co macht sich auf die Suche nach Antworten. Im
Studio begrüßt Ranga Yogeshwar einen Mediziner und eine
Hebamme.
Dienstag, 25. Mai 2010, 21.00 - 21.45 Uhr WDR Fernsehen.
Alle Beiträge
Leben oder sterben lassen?
Die Grenzen der Hightech-Medizin
Nur 275 Gramm wog der weltweit leichteste Junge, der eine
Frühgeburt überlebte. Sollen solche Extrem-Frühchen
mit allen Mitteln der Intensivmedizin am Leben erhalten werden?
Auch wenn die Behandlung rund 130.000 Euro kostet und die Chancen
auf ein Leben ohne Spätschäden nur bei rund 30 Prozent
liegen? Quarks & Co macht sich auf die Suche nach Antworten. Im
Studio begrüßt Ranga Yogeshwar einen Mediziner und eine
Hebamme.
Hebamme mit 700 Kindern
Katharina Rost ist Hebamme und selbst gerade schwanger. Die
33-Jährige hat insgesamt 700 Kinder zur Welt gebracht, hat in
Afrika und China gearbeitet und in Berlin und Glasgow
Gesundheitswesen studiert. Derzeit schreibt sie ihre Doktorarbeit
über Frauen, die über Pränatal-Diagnostik erfahren
haben, dass sie ein behindertes und nicht
überlebensfähiges Kind bekommen werden. Im Gespräch
mit Ranga Yogeshwar kritisiert sie, dass Eltern oft mit unklaren
Diagnose-Ergebnissen allein gelassen werden. [mehr]
Lebensretter für Frühgeborene
Stephan Seeliger ist leitender Oberarzt für Kinderheilkunde.
In Göttingen betreut er sämtliche Frühchen. Wer
einmal Bilder eines 300 Gramm leichten Frühchens gesehen hat,
der kann den immensen Druck ahnen, unter dem Stephan Seeliger
steht. Der Vater einer 7-jährigen Tochter sagt: "In
diesem Bereich gibt es kein Gut und Böse. Bei allem, was ich
in der Medizin tue, überlege ich mir, ob ich genauso handeln
würde, wenn es um meine eigene Tochter ginge." Im
Gespräch mit Ranga Yogeshwar berichtet er über die
schwierige Entscheidung, eine Frühgeburt leben oder sterben zu
lassen. [mehr]
Aus dem Alltag auf einer Frühchenstation
Ein Baby ist geboren: viel zu früh, schon in der 23.
Schwangerschaftswoche. Es ist viel zu leicht und seine Lungen haben
sich noch nicht entfaltet. Die Neugeborenenmediziner der
Universitätsklinik in Göttingen versorgen das
Frühchen mit all ihrem Können, um es über die
kritischen ersten Wochen zu bringen. Verkabelt und mit
künstlicher Beatmung liegt es nun im Brutkasten, eine Handvoll
Mensch kämpft ums Überleben. [mehr]
Die Überlebenschancen der Kleinsten werden immer
größer
Am 19. September 2004 kam Rumaisa Raham nach 26 Wochen
Schwangerschaft auf die Welt. Das Mädchen war mit 260 Gramm
das leichteste überlebende Frühgeborene überhaupt.
Entscheidender als das Gewicht ist aber das Entwicklungsstadium:
Bis heute gelten Frühchen, die vor der 22.
Schwangerschaftswoche geboren werden, als nicht lebensfähig,
weil Organe, Knochen und Muskeln noch nicht weit genug entwickelt
sind. Immer wieder aber gibt es kleine Wunder. Die moderne Medizin
verschiebt die Grenze zwischen Leben und Tod immer weiter nach
vorne. [mehr]
Viele Frühchen sind ihr Leben lang beeinträchtigt
Anna kam vier Monate zu früh auf die Welt. Mit viel Glück
und dank der Anstrengungen der Ärzte hat sie überlebt.
Aber die Folgen der Frühgeburt werden Anna ein Leben lang
begleiten. Und sie ist kein Einzelfall. Fast jedes dritte
Frühchen ist ein Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen. [mehr]
Fast jede zweite Schwangerschaft endet vorzeitig
Sobald Samenzelle und Eizelle miteinander verschmelzen, beginnt
eine rund 40 Wochen andauernde Reise bis zur Geburt. Besonders die
ersten zwölf Wochen sind sehr gefährlich: Fast jeder
zweite Embryo überlebt sie nicht. [mehr]
Kleine Geschichte der Reproduktionsmedizin
Medizinische Sensation oder Tabubruch? Die künstliche
Befruchtung durchbricht immer wieder Grenzen der Medizin. Der
Konflikt zwischen Machbarkeit und ethischen Fragen löst bis
heute heftige Kontroversen aus. Auch wenn viele
Reproduktionstechniken heute als Routine gelten, die Risiken sind
nicht eindeutig geklärt. [mehr]