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Kleider machen Leute – stimmt das?

  • SendeterminDienstag, 08. Juni 2010, 21.00 - 21.45 Uhr.
  • WiederholungsterminSamstag, 12. Juni 2010, 12.00 - 12.45 Uhr (Wdh.).

Grafik mit den jeweils drei unterschiedlichen Outfits für Mann
und Frau: offiziell, leger und unmodisch.
Andere Kleidung anderer Mensch? Quarks & Co hat den Test gemacht

Die Wissenschaft sagt eindeutig: Ja – Kleider machen Leute: Durch Kleidung können wir den Eindruck von Kompetenz vermitteln, unabhängig wirken oder besonders vertrauenswürdig erscheinen. Und das, obwohl immer derselbe Mensch in dieser Hülle steckt. Wer also bei seinen Mitmenschen einen bestimmten Eindruck erwecken möchte, der sollte genau darauf achten, was er anhat. Denn mit dem Stil, den wir auswählen, dem Stoff, der Marke, den Farben und den Kombinationen geben wir einen Hinweis auf unsere Identität. Auch zeigen wir, wie wir nach außen hin wahrgenommen werden möchten. Wer uns dann anschaut, ist innerhalb von wenigen Sekunden in der Lage, die „Signale“ zu dechiffrieren.

Der klassische Anzug macht kompetent

Grafik: Anzug/unmodische Kleidung im Vergleich
Der Anzug vermittelt Rationalität und Durchsetzungsfähigkeit

Bei Vorstellungsgesprächen spielt die Kleidung eine besonders große Rolle. Weil die Personal-Manager meist schnell entscheiden, wer zu ihrem Unternehmen passt, ist für sie die Kleidung ein besonders wichtiger Schlüssel zur Persönlichkeit ihres Gegenübers. Das zeigt eine Studie von amerikanischen Wissenschaftlern von der University of Minnesota. Sie erstellten Bewerbungsmappen, die alle den gleichen Lebenslauf, aber unterschiedliche Bewerbungsfotos enthielten. Auf den Bildern waren zwei Frauen in jeweils drei unterschiedlichen Outfits zu sehen: 1. Anzug mit Bluse, 2. ein Kleid mit Rollkragen und 3. ein Kleid mit betontem Dekolleté. 300 Personalmanager erhielten jeweils eine Mappe und sollten dann auf einem Fragebogen beurteilen, wie sie die Frauen einschätzen. Dabei kam heraus, dass die meiste Kompetenz den Frauen im Anzug zugetraut wurde. Ein unpassendes Outfit kann leicht dazu führen, dass Bewerber sich disqualifizieren. Das hat eine aktuelle Umfrage unter 2700 Personalern zu den peinlichsten Fehltritten im Vorstellungsgespräch ergeben.

Hilfe bekommt, wer richtig gekleidet ist

Besonders häufig haben Wissenschaftler beleuchtet, wie Kleidung die Bereitschaft zu helfen beeinflusst. Wenn Menschen zum Beispiel auf offener Straße um Telefongeld bitten, dann sind sie dabei am ehesten erfolgreich, wenn sie eher unauffällige, modisch gepflegte Kleidung tragen. Doch die Mode definiert auch so etwas wie Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppierung. Vor diesem Hintergrund ergab eine andere Studie, dass Menschen eher Geld geben, wenn die „Bittenden“ ähnlich gekleidet sind wie sie. Das zeigte sich in einer Umfrage in einem Supermarkt: Hier waren Menschen, die zur Mittelschicht gehören, eher bereit Auskünfte über sich selbst zu geben, wenn der Interviewer einen Schlips anhatte. Menschen aus der Arbeiterklasse waren offener, wenn der Befrager keinen Schlips trug.

Kleidung als erster Hinweis

Foto: Frau am Glaskasten
Der Quarks-Test hat die Ergebnisse der Wissenschaft bestätigt

Kleidung ist eine sehr einfache Möglichkeit, sich schnell eine Meinung zu unserem Gegenüber zu bilden. Sie hilft uns dabei, die Vielzahl von Menschen um uns herum ohne viel Aufwand einordnen zu können. Das Outfit gibt uns dabei Informationen über das Alter, den wirtschaftlichen Status, die Einstellung und über verschiedene Persönlichkeitsdimensionen, worauf wir unsere Erwartungen zu dieser Person bilden. Doch mit dieser „Stereotypisierung“ verlassen wir uns auf sehr wenige Merkmale für die Bildung eines Urteils. Auf diese Weise kann die Charakterisierung auch schnell zum Vorurteil werden – immer dann, wenn der Betrachter nicht bereit ist, den Menschen die Chance zu geben, diesen ersten Eindruck zu korrigieren.

Autorin:

Sigrid Lauff

Stand: 01.06.2010


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Foto: Models

Kleidung – der Stoff auf unserer Haut

Die gesamte Sendung im Internet - mit Links und Untertiteln.


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