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Quarks & Co
Sendung vom 11. Oktober 2011
Rätselhafte Schlummersucht
Seit dem Winter 2009/2010 kam es in Skandinavien – besonders in Finnland – zu einer außergewöhnlichen Häufung von Narkolepsie-Fällen. Diese im Volksmund auch Schlummersucht genannte Erkrankung ist erst vor einigen Jahren als Autoimmunerkrankung erkannt worden. Im Winter 2009/2010 wurden in Finnland 60 Fälle von Narkolepsie registriert. Normalerweise erkranken in Finnland nur etwa vier bis sieben Kinder im Jahr.
Der Unterschied von 2009/2010 zu anderen Jahren: Finnland hat eine große Impfkampagne gegen die Schweinegrippe gestartet – mit Erfolg. Etwa 70 Prozent der Kinder wurden gegen die Schweinegrippe geimpft. Schnell erhärtete sich bei Experten ein Verdacht: 52 der 60 Kinder und Jugendlichen, die seither unter der Schlummersucht leiden, hatten den Impfstoff gegen das Schweinegrippe-Virus erhalten.
Als gesichert gilt bislang: Eine Schweinegrippe-Erkrankung kann Narkolepsie auslösen. Eine Impfung gegen das Grippevirus H1N1, das für die Schweinegrippe verantwortlich ist, hat laut einer Studie des Narkolepsie-Experten Prof. Mignot in China nicht zu einem vermehrten Auftreten von Narkolepsie geführt. Der in einigen Ländern Europas, u.a. in Finnland und Deutschland verwendete Impfstoff Pandemrix ist jedoch anders als der in China oder den USA verwendete Impfstoff. Pandemrix enthält einen bestimmten Impfstoffverstärker, ein so genanntes Adjuvans. Und es scheint so, dass nach der Impfung mit Pandemrix die Narkolepsiefälle, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen angestiegen sind. Quarks & Co geht auf Spurensuche und besucht dabei den weltweit führenden Narkolepsieforscher Prof. Emmanuel Mignot.
Stand: 11.10.2011
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