Wie Glück im Körper wirkt
Zufriedenheit kann das Leben verlängern
- Dienstag, 22. Mai 2012, 21.00 - 21.45 Uhr
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Wenn ein Fußballfan über ein Tor seiner Lieblingsmannschaft jubelt, sieht man ihm das in der Regel deutlich an. Und auch im Innern seines Körpers hinterlässt dieses augenblickliche Glück Spuren. Sogar Glück, das über den Augenblick hinausgeht, können Wissenschaftler anhand bestimmter körperlicher Reaktionen nachweisen. Allerdings werden diese Nachweise der Glücksspuren immer schwieriger, je längerfristig die Art des Glückes ist, das gemessen werden soll. Tatsache ist: Die Auswirkungen von Glück im Körper sind positiv. Menschen, die sich im Leben häufig zufrieden und glücklich fühlen, leben bis zu zehn Jahre länger.
Der Glücksapparat im Gehirn
Nicht nur Fußball kann glücklich machen. Viele Menschen schwören auf Schokolade als Stimmungs-Aufheller. Und tatsächlich können Wissenschaftler bei Menschen, die Schokolade gerne mögen, eine Glücksspur im Gehirn nachweisen. Allein beim Anblick von Schokolade ist eine bestimmte Hirnregion bei ihnen aktiver als bei Menschen, die keine Schokolade mögen: der Nucleus accumbens, ein Teil des sogenannten Belohnungssystems, der im unteren Vorderhirn angesiedelt ist. Im Nucleus accumbens wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet und der beschert uns ein gutes Gefühl. Denn Dopamin löst Vorfreude aus und verspricht uns die Aussicht auf eine Belohnung. Wer sich in der Vergangenheit mit Schokolade getröstet oder motiviert hat, dessen Gehirn merkt sich diesen Zusammenhang und reagiert entsprechend bei der nächsten Konfrontation mit der verlockenden Süßigkeit.
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Bei Schokofans wird allein beim Anblick von Schokolade das Glückszentrum im Gehirn aktiver
Was der Herzschlag verrät
Was für die einen Schokolade ist, ist für die anderen die Extremsituation. Viele Bergsteiger haben während oder nach dem Klettern einen Flow - ein Glücksgefühl, das über den Augenblick hinausgeht. Dabei hinterlässt das Glück nicht nur Spuren im Gehirn. Auch der Herzschlag kann etwas über unseren Gemütszustand aussagen. Mit einer sogenannten Herzratenvariabilitätsmessung können Mediziner Geschwindigkeit und Flexibilität beim Rhythmus des Herzschlags messen. Der Vergleich zwischen dem Herzschlag eines Anfängers mit dem eines Profis beim Bergsteigen zeigt: Das Herz des Anfängers schlägt beim Klettern schnell und getaktet. Ein Zeichen für Stress. Das Herz des Profis schlägt dagegen langsamer und sein Rhythmus ist flexibler. Er hat damit eine größere Chance, sich gut zu fühlen, als der Anfänger.
Zu viel Stress unterdrückt das Glück ...
Weder über-, noch unterfordert zu sein, ist eine gute Voraussetzung für die Ausschüttung von Glückshormonen. Wenn jemand besonders viel Vorfreude empfindet, wird in seinem Gehirn sehr viel Dopamin gebildet. Und aus diesem Dopamin wird dann, nachdem die Aufgabe erfolgreich erfüllt wurde, ein Zufriedenheitshormon: körpereigenes Morphium. Jemand, der die gleiche Situation als extrem stressig erlebt, wird dagegen viele Stresshormone bilden. Und diese Stresshormone können Glücksgefühle beeinträchtigen.
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Je mehr Glücksmomente man am Tag erlebt, desto weniger Stresshormone finden sich im Blut
...aber zu wenig Stress ist auch nicht gut!
Allerdings kann Stress in Maßen das Glück auch vermehren. Wenn die Aufgabe einen nicht überfordert, man aber eine große Anstrengung unternehmen muss, um sie zu bewältigen, können die Glücksgefühle eines Anfängers sogar stärker sein als bei einem Profi, für den die Herausforderung gar nichts Besonderes mehr ist. Entscheidend ist hierbei, dass in der Phase der Vorfreude oder Anspannung besonders viel Dopamin im Gehirn ausgeschüttet wird, das sich dann nach erfolgreicher Aufgabenbewältigung in körpereigenes Morphium umwandelt, was ein Gefühl von Zufriedenheit hervorruft. Je mehr Dopamin im Vorfeld gebildet wurde, je größer die Emotion also vorher war, desto größer wird das Level der Zufriedenheit.
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Glückliche Menschen leben länger – das zeigte unter anderem eine Studie mit amerikanischen Nonnen
Glückliche leben länger
Glücksspuren im Körper wirken sich positiv auf die Lebenslänge aus. In einem Langzeit-Experiment verglichen Wissenschaftler biographische Aufzeichnungen von Nonnen mit ihrer Lebensdauer. Das Ergebnis: Nonnen, die sich häufig glücklich gefühlt hatten in ihrem Leben, wurden älter als ihre weniger glücklichen Schwestern. Sie lebten bis zu zehn Jahre länger. Auch zahlreiche andere Studien bestätigen diesen Zusammenhang.
Filmautoren: Christoph Goldbeck und Ilka aus der Mark
Stand: 22.05.2012
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