Aufstieg des Ruhrgebiets
Der Weg zum Wohlstand für die Bergarbeiterfamilien
- Dienstag, 15. Januar 2013, 21.00 - 21.45 Uhr
- Samstag, 19. Januar 2013, 12.00 - 12.45 Uhr (Wdh.)
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Der Urgroßvater und der Großvater von Klaus Ruhnau haben noch erfahren müssen wie hart die Arbeit unter Tage früher war – sie hauten die Kohle mit einer Hacke per Hand. Aber die harte Arbeit brachte ein Auskommen für die jungen Familien. Von überall kamen Menschen in die Wirtschaftsmetropole im Deutschen Reich. 1910 gab es im Ruhrgebiet bereits 353.000 Bergleute. In kurzer Zeit stieg die Förderung rasant.
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Auf der grünen Wiese entstand um das Bergwerk herum eine neue Stadt: Kamp Lintfort.
Kamp Lintfort – eine typische Bergwerksstadt
Die Stadt Kamp Lintfort entstand um das Bergwerk herum und die Familie Ruhnau wurde hier sesshaft. Heinrich Ruhnau, der Großvater von Klaus, wurde zu einer Zeit geboren, als neue Techniken im Bergbau Einzug erhielten. Die ersten Kumpel bekamen Presslufthämmer. Aber die Lebensbedingungen der Arbeiterfamilien blieben miserabel. Immer mehr Menschen kamen ins Ruhrgebiet. Es fehlte an Wohnraum. Viele Familien wohnten in erbärmlichen Verhältnissen. Im Jahr 1919 hatten die Bergmänner genug: Sie wollten nicht mehr länger unter solch elenden Bedingungen leben, während die Bergwerke satte Gewinne machten. Im Ruhrgebiet legten Hunderttausende die Arbeit nieder.
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Stolz stehen die Bewohner vor ihren neuen Zechenhäusern in Kamp Lintfort, ca. 1922.
Leben in einer Zechensiedlung
Die Bergwerksleiter reagierten auf den Unmut der Arbeiter und nahmen ein Wohnungsbauprogramm in Angriff. 1922 konnte Familie Ruhnau als Erstmieter in eine Koloniesiedlung ziehen. Das war ein Riesenschritt nach vorn: Es gab ein Kinderzimmer und sogar einen kleinen Nutzgarten. Die Familie konnte Kleintiere halten.
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Der Großvater von Klaus erlebte, wie unter Tage die Grubenpferde nach und nach verschwanden.
Bessere Sozialleistungen durch die Knappschaft
Schritt für Schritt wurde das Leben der Bergwerksfamilie besser. Das Haushaltsgeld reichte jetzt für einen Sonntagskuchen. Ganz entscheidend verbesserten sich die Lebensbedingungen als die Reichsknappschaft gegründet wurde. Damit gab es für die Bergarbeiterfamilien eine bessere Unfallversicherung, Krankenbehandlung, Invaliden- und Altersrente. Unter Tage setzten die Kumpel nun auch zum ersten Mal große Maschinen ein, um die Kohle noch effektiver abzubauen. Die Industrie brauchte jetzt vor allem Koks-Kohle für den Krieg.
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Bis zur Geburt von Klaus Ruhnau war die Welt im Ruhrgebiet noch in Ordnung.
Wirtschaftswunder durch Ruhrkohle
Auch nach dem 2. Weltkrieg war die Ruhrkohle heiß begehrt – diesmal für den Wiederaufbau. Die Söhne der Familie Ruhnau wurden deshalb auch Bergmänner und das Leben verlief langsam wieder in geordneten Bahnen. Ab 1953 kamen die Ruhnaus dann früher nach Hause, denn damals wurde die 7,5-Stunden-Schicht eingeführt. Norbert Ruhnau, der Vater von Klaus Ruhnau, ist einer der Bergmänner, die Kohle für das Wirtschaftswunder förderten - in den ersten Jahren noch unter hoher Staubbelastung. Deshalb hat er heute eine Staublunge. Später wurde Kamp Lintfort technischer Vorreiter der Bergbauindustrie: Hier entstand schon ganz früh eine voll mechanische Zeche. Die einfachen Handarbeiten gehörten damit der Vergangenheit an. Die Menschen im Ruhrgebiet glaubten an eine blühende Zukunft, Dank des Bergbaus. Aber das war ein Irrtum.
Autor: Reinhart Brüning
Stand: 15.01.2013
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