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Arbouretum
Arbouretum bedienen sich versiert beim Progressiv-Sound der frühen 70er, beim Hardrock ohne in quälendes Gegniedel zu verfallen, ebenso beim Blues und englischem Folk, haben aber auch einen offensichtlichen Bezug zum Anti-Folk eines Will Oldham. Ihr Programm ist Offenheit, lassen sie sich doch nie von Melodien oder Rhythmen leiten, sondern durchbrechen berechenbare Songstrukturen. Mastermind Dave Heumann nennt dies „...den Dingen auf den Grund gehen...und an der emotionalen Wirkung arbeiten“. Vor allem der sonst im Folk-Rock-Kontext seltene expressive Aufprall irrwitziger Gitarrenorgien ist einzigartig – das Quartett aus dem amerikanischen Baltimore vermag es, musikalisch starre Genres aneinander zu koppeln und miteinander unter großem Getöse zu versöhnen. Heumans metaphernwimmelnde, epische Sprachbilder sind darüber hinaus ein auffälliger Kontrast zur sonst oft von Befindlichkeitsprosa beherrschten Allerwelts-Lyrik gediegenen Songwritertums. Doom-Folk-Rock, wie ihn eine imaginäre, von Crazy Horse angetriebene und von Richard Thompson oder Bob Dylan betextete Jam-Session nicht leuchtender hervorbringen könnte. Keines ihrer Live-Konzerte gleicht dem anderen – hier ist Einzigartigkeit garantiert.
Stand: 04.02.2011
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