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Blackie And The Rodeo Kings
Colin Linden: guitar, dobro, vocals
Steaphen Fearing: guitar, vocals
Tom Wilson: guitar, vocals
John Dymond: bass
Bryan Owings: drums
Stand: 21. März 2007
"Let's Frolic" heißt das neue Album der kanadischen Roots-Rock Helden BLACKIE & THE RODEO KINGS (aus Effizienzgründen fürderhin BARK abgekürzt). Tom Wilson, Colin Linden und Stephen Fearing - allesamt namhafte und award-geadelte Songwriter mit eigenen Solo-Karrieren - benutzen das Konstrukt BARK seit bereits mehr als zehn Jahren, um dort Ideen umzusetzen, die nur im Bandkontext funktionieren. Fearing erklärt: "Wir alle können uns unter Druck setzen was unsere Solokarrieren angeht und uns damit selbst nerven. Warum sollten wir dasselbe noch mal als Band tun? Wir nehmen die gemeinsame Musik sehr ernst, aber ihr Entstehungsprozess soll immer Spaß machen."
Das hört man "Let's Frolic" an. Es ist eine Songsammlung, die sich nicht in Genregrenzen festlegen lässt. Von reinen Country-Balladen über Southern Soul zu knochentrockenen Rockern, von lebensgebeutelten Balladen, athmosphärischen Epen zu feinem, Blues- und Folk-inspiriertem Liedgut geht die Reise. Der Abwechgslungsreichtum im Songmaterial wurzelt in den verschiedenen Songwriting: Alle drei Hauptdarsteller haben Solo-Kompositionen beigesteuert. Darüber hinaus steuerten Rusell Wilson, Andy White und der Langzeit-BARK-Freund und Fan Daniel Lanois Lieder bei. Letzterer unter der Voraussetzung, dass BARK doch bitteschön sein "House Of Soul" derart ausgestalten solle, dass es ihn selbst zu Tränen rühren möge. Was ihnen dem Vernehmen nach gelang.
Die besondere kreative Qualität von BARK setzt sich aus überragender Musikalität, über allem Zweifel erhabenen Songwriting und emotional ausdrucksfähigem Gesang zusammen. Dazu die organische Produktionsweise von Colin Linden, dessen Produktionskünste ihm bereits diverse Auszeichnungen (u.a. für seine Arbeit mit Bruce Cockburn, Colin James oder Sue Foley) einbrachte.
Bevor sie das Album in den legendären Bearsville Studios in Woodstock, N.Y. (Wiege diverser Großtaten von u.a. Muddy Waters, The Band oder Jeff Buckley) in Angriff nahmen, testeten und verfeinerten sie das zugrunde liegende Songmaterial live. "Wir haben viel gemeinsam mit unseren Fans", so Linden, "sie und wir fanden die Idee klasse, das Material jede Nacht auszuarbeiten." Angefeuert von den Publikumsreaktionen, nahmen BARK schließlich 29 Titel auf. Zu viele für nur ein Album. Die "Let's Frolic"-Aufnahmen wurden daher auf zwei Tonträger verteilt. Somit wurde der Nachwelt mit "Let's Frolic" und "Let's Frolic Again" gleich zweifach beredtes Zeugnis von der überbordenden Klasse und Spielfreude dieser Ausnahme-Könner beschert.
Zu Hilfe gingen BARK bei den Aufnahmen ihre Langzeit-Mitmusiker John Dymond (Bass), Gary Craig (Schlagzeug) und Keyborder Richard Bell, ein Tastenveteran, der schon mit Bruce Cockburn, Janis Joplin und The Band aufnahm. Außerdem dabei: John Whynot (Keyboard), Wayne Jackson (Memphis Horns) und Garth Hudson (The Band) persönlich. Studioaufnahmen bedeuten für BARK stets totale Hingabe. 24 Stunden pro Tag, sieben Tage pro Woche. Tom Wilson: "Wir ziehen uns zurück an einen isolierten Ort, kochen, essen, trinken zusammen. Und dann gilt unsere Aufmerksamkeit ausschließlich der Musik. Uns ist es wichtig, für Aufnahmen das private Umfeld zu verlassen, damit wir uns in der Musik ausleben können. Die Musik muss während dieser Phase unser Leben sein." Bereits die beiden Vorgängeralben, das JUNO-Award geadelte "Kings Of Love" von 1999 und BARK (2003) brachten ihnen mannigfache Einsätze im Americana-Radio ein.
Trotz ihrer Solo-Karrieren ist BARK mehr als ein Nebenprojekt. Es entwickelte sich spontan, gedacht als einmalige Hommage an den kanadischen Folk-Helden Willie P. Bennett. Die musikalische Chemie und die Reaktionen auf das daraus resultierende BARK-Tribut-Debüt "High Or Hurtin'" (1996) waren so begeisternd, dass sie entschlossen, zusammen weiter zu machen. Das Resultat ist eine Band, die größer ist als die Summe ihrer Teile. Wenn man weiß, wie großartig jedes einzelne Teil des Ganzen für sich funktioniert, sagt das schon eine ganze Menge. Ein weiterer Schlüssel zu ihrem Erfolg ist die offensichtliche Freude, die es allen Bandmitgliedern macht, mit BARK live zu spielen. Sie gelten als eine der überzeugendsten Live-Bands des nordamerikanischen Kontinents. Fragt nur mal Country-Altmeister Merle Haggard, der sie einlud, das Vorprogramm seiner 2004er Tournee zu bestreiten.
Die Präsenz dreier unterschiedlicher Leadsänger erlaubt es BARK, ein weites musikalisches Feld abzustecken, während sie gerade durch ihre Unterschiedlichkeit harmonisch brillieren. Dazu das überlebensgroße Charisma Toms, Colins flüssig-feuriges Gitarrenspiel und Stephens Fähigkeiten als Sänger und Gitarrist - ein Erlebnis der ganz besonderen Art.
- Rembert Stiewe -
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