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The Blue Van

Besetzung:

Die Band sitzt auf dem Sofa im Hintergrund ist ein Fernseher
aufgehängt
Die Band

Steffen Westmark: vocals, guitar
Allan F. Villadsen: bass
Søren V. Christensen: organ, wurlitzer, backing vocals
Per M. Jørgensen: drums, backing vocals
Stand: 21. März 2007

Das Quartett The Blue Van hat sich nach dem typischen Fahrzeug benannt, das in ihrer dänischen Heimat Verwirrte und psychisch Kranke abholt, um sie in geschlossene psychiatrische Abteilungen einzuliefern. Ein Vehikel für Verwirrte, also.

Ihr Sound basiert auf rauen Gitarrenriffs, wie sie die Kinks so ziel- und geschmackssicher aus dem Ärmel schüttelten oder wie sie Howlin' Wolf dem Blues entlehnte. Simpel, pur und geerdet, sich bewusst beschränkend. Hier werden weder Fisimatenten noch Gefangene gemacht. Kein Wunder, dass The Blue Van klingen, als seien die letzten drei Dekaden der Rock- und Popgeschichte völlig spurlos an ihnen vorbeigegangen, als sei ihre Musik direkt der Vinylplattenkiste eines Flohmarkthändlers entsprungen. Der Grund für diese musikalische Zeitreise ist recht eigentlich naheliegend: Als sich Steffen Westmark (Gesang, Gitarre), Soren V. Christensen (Orgel), Allan F. Villadsen (Bass) und Per M. Jorgenson (Schlagzeug) vor etwa neun Jahren trafen, um gemeinsam als The Blue Van Musik zu machen, hatten sie einfach an der aktuellen Pop- und Rockmusik nicht die Spur Interesse. Der konforme Massengeschmack ist ihnen schnurz.

Sie wuchsen auf in Broenderslev, tief in der ländich strukturierten dänischen Provinz, etwa 500 km von Kopenhagen entfernt. Als sie die Band gründeten, waren sie gerade mal 12 Jahre alt. Dementsprechend waren The Blue Van dort nicht nur eine Attraktion, sondern auch eine Rarität. "Es gab dort nicht viele lokale Bands, von denen wir uns etwas hätten abschauen können", sagt Christensen, "also haben wir unser eigenes Ding gemacht, völlig unbeeinflusst von anderen. Wenn Du Musiker bist und wächst dagegen in einer Großstadt auf, kennst Du automatisch viele andere Musiker. Man inspiriert und beeinflusst sich dann gegenseitig. Wir hatten nur uns selbst, um unseren Sound zu entwickeln. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass wir etwas anders klingen als andere. Unser Sound ist eher pur."

Inspiration wurde demnach nicht in der Nachbarschaft gefunden - wohl aber in der British Invasion der Sixties und Seventies. The Small Faces, The Who, die Kinks, die Beatles, Cream oder die Pretty Things wurden (und blieben) ihre Bezugsgrößen. "Warum nicht?" fragt Christensen. "Damals in einer Band zu sein muss viel mehr Spaß gemacht haben als die meisten Bands heute haben. Deren Ziel ist doch nur Geld und Erfolg. Damals war es nicht so professionell, aber Spaß hatten alle 'ne Menge... Genau das wollen wir auch." Diese Einstellung ist auch bei Konzerten von The Blue Van offensichtlich. So direkt, erfrischend jugendlich und empathisch hat man lange keine Retro-Band mehr auftreten sehen.

- Rembert Stiewe -

Stand: 11.02.2009


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