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Rockpalast
Marah
Besetzung:
Dave Bielanko : vocals, guitar
Serge Bielanko : guitar, vocals, mouth harp
Adam Garbinski : guitar, backing vocals
Kirk Henderson : bass, keyboards, backing
vocals
David Peterson : drums
Stand: 18. Oktober 2006
Marah - "If You Didn't Laugh, You'd Cry" Marah wurden und werden allerorten mit Ruhm überhäuft. Eine Konsens-Band auf der überernteten Americana-Scholle. Für Nick Hornby sind sie die "beste Rock'n'Roll-Band der Welt". Alle sind sich einig. Jörg Feyer nennt sie im Rolling Stone zumindest die "größte kleine Rock'n'Roll-Band". Im All Music Guide gerät man über "If You Didn't Laugh...", ihr fünftes Album, geradezu aus dem Häuschen: "The band has never sounded more honest or important. 'If You Didn't Laugh, You'd Cry' is the kind of record Dylan might make in 2005 if he were still making records as good as 'Highway 61 Revisited', or the kind of record Springsteen might make in 2005 if he were updating 'Greetings from Asbury Park, N.J.' Marah will never make the widespread cultural impact of those two artists and this record won't make them rich or famous, but it is a monster rock & roll album that you flat-out need to hear, their best yet. And that is really saying something." Nun ja. Einerseits: Vielleicht. Andererseits: Nein.
Dass die Bielanko-Brüder, mittlerweile nicht mehr in Philadelphia, sondern in Brooklyn heimisch, beseelte Songs schreiben können, die das seltene Kunststück vollbringen, urbane und ländliche Loser-Geschichten glaubwürdig zu verstricken, wird als bekannt vorausgesetzt. Auch ihr Ruf, nicht nur mit gehörigem liedschreiberischem Talent, sondern auch mit spektakulösem Bühnen-Charisma gesegnet zu sein, haftet ihnen zu Recht an. Keines ihrer bisherigen Alben allerdings vermochte es, beide Gaben gewinnbringend zu verquicken. Oft fehlte die Unmittelbarkeit, die Getriebenheit, die Fähigkeit, in Nahdistanz zu kämpfen. Kleinteilige Schönheit blieb auf der Strecke. Der fast schon überarrangierte und -ambitionierte Vorgänger "20.000 Streets Under The Sky" ertrank im Bemühen, Größe zu erzwingen. "If You Didn't Laugh..." nun schaltet bewusst zwei Gänge zurück, ist sehr viel intimer, unstrukturierter.
Quasi live im Studio eingespielt, trifft es den Hörer direkter, auch wenn unvermittelt hie und da Bläser, Streicher, ab und zu gar Beach-Boys-Harmonien oder ein fröhlicher Disco-Rumpelbeat hereinschneien. Da ist endlich Raum für Dave Bielankos Gesang, der besser denn je die Beobachtungen eines begnadeten Straßenpoeten ohne störenden Befindlichkeitsschmus auf den Punkt bringt. Die transparente, manchmal allerdings fast zahnlose Produktion kann als angenehm wahrnehmen, wer nicht ein epochales Rockalbum erwartet hat. Wer aber, geleitet vom reichlich sprießenden Vorschusslorbeer, hierin die Zukunft des Rock'n'Roll oder die logische Fortschreibung von Meisterwerken sieht, sollte sich mit dem simplen Urteil und Totschlagargument eines Freundes über "If You Didn't Laugh..." auseinandersetzen. Der meinte: "Was soll das? Dylan, Earle und Springsteen gibt es doch schon." So kann man das auch sehen.
Stand: 27.04.2009
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